Nachfolge von Horst Seehofer Bayerischer Landtag wählt Söder zum neuen Ministerpräsidenten

Markus Söder tritt die Nachfolge von Horst Seehofer an. Er wurde im bayerischen Landtag zum neuen Ministerpräsidenten des Freistaats gewählt.

Seehofer, Söder
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CSU-Politiker Markus Söder ist neuer bayerischer Ministerpräsident. Der 51-Jährige erhielt bei seiner Wahl im bayerischen Landtag am Freitag 99 Stimmen und damit die absolute Mehrheit, wie Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) in München sagte. 64 Abgeordnete stimmten mit Nein, vier enthielten sich, zwei Stimmen waren ungültig.

Söder nahm die Wahl an. "Ich gebe zu, ich bin etwas ergriffen", sagte der bisherige Finanzminister in einer kurzen Rede nach seiner Wahl. Er nannte das Wahlergebnis einen "großartigen Vertrauensvorschuss". "Es ist mir eine Ehre, diesem Land und diesen Menschen dienen zu dürfen." Bayern sei etwas ganz Besonderes.

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Markus Söder: Am Ziel

Er löst den bisherigen Ministerpräsidenten Horst Seehofer ab, der nach den deutlichen Stimmverlusten der CSU bei der Bundestagswahl von der Landtagsfraktion zum Amtsverzicht gedrängt wurde. Im Dezember erklärte er sich schließlich bereit, das Amt des Ministerpräsidenten spätestens bis Ende März an seinen Erzrivalen Söder abzugeben.

"Jetzt beginnt mit dem heutigen Tag eine neue Ära in Bayern", sagte Seehofer vor Beginn der Sondersitzung des Landtags. Er sei jetzt sehr entspannt. "Ich habe meine Zeit abgeschlossen, es war eine sehr schöne und erfolgreiche Zeit." Nun ist er Bundesinnenminister in der neuen Großen Koalition in Berlin. In einem Interview sagte er gerade in neuer Funktion, der Islam gehöre nicht zu Deutschland.

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Horst Seehofer: Servus München, Grüß Gott Berlin

Am Freitagmorgen hatte die CSU-Fraktion Söder einstimmig für die Wahl zum neuen Ministerpräsidenten nominiert. Söder sagte nach Angaben aus Teilnehmerkreisen, er bitte um eine Chance, Fleiß, Einsatz und Miteinander. Es sei wichtig, dass Seehofer heute komme, denn dies sei ein Signal des Miteinanders, betonte er. Die CSU-Abgeordneten erhoffen sich mit Söder bessere Chancen bei der Landtagswahl im Oktober. (Lesen Sie hier ein Söder-Porträt aus dem aktuellen SPIEGEL.)



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vks/dpa/AFP



insgesamt 12 Beiträge
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genugistgenug 16.03.2018
1. Und nun der Untersuchungsausschuss?!
Mal sehen OB den Söder nun das vertickern der 32.000 Sozialwohnungen einholt? MONITOR vom 22.02.2018 Immobiliendeal und Geldwäscheverdacht: Was wusste Söder? Georg Restle: „Bühne frei für den künftigen bayerischen Ministerpräsidenten. Am Aschermittwoch ließ er sich schon mal mit dem bayerischen Defiliermarsch feiern. Doch jetzt könnte Markus Söder von der Vergangenheit eingeholt werden. Guten Abend und willkommen bei Monitor. Es war ein Milliardengeschäft, für das der bayerische Finanzminister 2013 verantwortlich war. Der Verkauf von 32.000 landeseigenen Wohnungen zum Preis von 2,5 Milliarden Euro. Ein höchst umstrittener Deal, der jetzt in einem ganz neuen Licht erscheinen könnte. Nach Recherchen von MONITOR und Handelsblatt gab es nämlich im Umfeld des Immobiliengeschäfts den ernsthaften Verdacht der Geldwäsche. Ein Verdacht, der von bayerischen Behörden genau in der Zeit ermittelt wurde, als der Verkauf gerade über die Bühne ging. Ausgerechnet der bayerische Finanzminister Söder will damals nichts davon mitbekommen haben. Schwer zu glauben. Christina Zühlke, Jan Keuchel und Achim Pollmeier klären Sie auf.“.......... https://www1.wdr.de/daserste/monitor/sendungen/markus-soeder--100.html
Stillner 16.03.2018
2. Blöd, blöder...
S..., so steigerten schon die eigenen Parteifreunde einst die Reihe, an deren Ende der damalige Generalsekretär stand. Ein typischer CSU-Parteisoldat, hölzern, immer auf die Schwachen einhacken und im Übrigen der Inbegriff des Politikbetriebs, wie ihn die CSU betreibt. Männlich, ehrgeizig, angepasst und hochprovinziell. War er eigentlich jemals irgendwo außerhalb von Bayern? - Zeit für eine deftige Wahlniederlage 2018!
tulius-rex 16.03.2018
3. Seehofer/Söder
Der alte Ministerpräsident Seehofer hat es mit seiner chaotischen Politik geschafft, dass jetzt über 90 Rechtshetzer im Bundestag sitzen. Ein einziger Sündenfall, den er verschuldet hat. Genüsslich vergisst er zu erwähnen, wie bayerische Gemeinden und Städte mit Hunderten Millionen EURO von der herbeigeredeten Flüchtlingskrise profitiert haben. Und Söder ist keinen Deut besser. Nicht umsonst wollen die Sachsen auch so einen tollen Freistaat mit Sonderrechten haben...natürlich auf Kosten aller anderen Bundesländer.
oidahund 16.03.2018
4. @1
Der Verkauf der Wohnungen war eine Bedingung der EU für die Genehmigung der Bürgschachften des Freistaates gegenüber der BayernLB. Ein Verkauf der GBW an den Freistaat lehnte die EU als weitere indirekte Hilfe des Freistaates gegenüber der BayernLB ab. Ebenso wurde das geringere Angebot von Städten, Gemeinden un lokalen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften von der EU als quasi staatliche Unterstützung der BayernLB abgelehnt. Die GBW musste an private Investoren veräußert werden, da diese ein höheres Angebot abgegeben haben als alle Angebote der öffentlichen Hand waren. - Das alles wurde zB auch in der SZ im hinteren Teil der Zeitung auch berichtet - die Schlagzeilen hielten allerdings den dann folgenden Fakten nicht Stand. Söder hat viele Fehler - aber beim GBW-Verkauf musste er sich der EU fügen. Leider setzt hier die Opposition auf eine billigen Effekt aus kurzsichtigen politischen Gründen. Rinderpacher nimmt in Bayern keiner sonderlich ernst.
Watschn 16.03.2018
5. Söders Aussage; der Islam gehört zu Bayern...
widerspricht kurioserweise fundamental die hektischen Wendungen Seehofers "Der Islam gehört nicht zu Deutschland"..Was gilt nun in der CSU? Die wahltaktische AfD-Anwanzung bwz. Anti-Söder Stichelei Seehofers, oder die klare festlegende Aussage des neuen bayr. MP Söder..?
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