Erste Zahlen Prognose zur Bayern-Wahl - CSU stürzt auf 35,5 Prozent, Grüne bei 18,5 Prozent

Die CSU steht in Bayern vor einem historischen Debakel: Nach ersten Prognosen landet die Partei nur bei 35,5 Prozent. Zweitstärkste Kraft sind die Grünen, die AfD liegt bei 11 Prozent.

Markus Söder
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Die Wahlkabinen sind zu - dafür sind die ersten Prognosen zur Landtagswahl in Bayern da. Und es sieht nach einer herben Schlappe für die CSU aus. Laut den Zahlen der ARD von 18 Uhr kommen die Christsozialen nur auf 35,5 Prozent (ZDF: 35,5) der abgegebenen Stimmen, die absolute Mehrheit verfehlen sie damit klar. 2013 hatten sie noch bei 47,7 Prozent gelegen.

Zweitstärkste Kraft werden nach den bisherigen Prognosen die Grünen, die auf 18,5 Prozent (ZDF: 19) kommen. Dahinter landen die Freien Wähler auf Platz drei (11,5 Prozent/ZDF: 11,5), vor der AfD (11 Prozent/ZDF: 11). Bitter dürfte es für die SPD werden, sie kommt nur auf 10 Prozent (ZDF: 9,5).

Knapp wird es für die FDP, sie liegt vorerst bei 5,0 Prozent (ZDF: 5), die Linke ist mit 3,5 Prozent (ZDF: 3,5) draußen.

Damit erhält die CSU der ARD zufolge voraussichtlich 79 Mandate, die Grünen 40. Die SPD kommt demnach auf 21 Sitze, die AfD auf 24 und die Freien Wähler auf 25 Abgeordnete. Die FDP könnte 11 Parlamentarier stellen. Damit ist eine Fortsetzung der Alleinregierung von Ministerpräsident Markus Söder unmöglich. Ein Bündnis mit der AfD hat die CSU ausgeschlossen.

Die Wahlbeteiligung lag laut ARD mit 72,5 Prozent deutlich höher als 2013 mit 63,9 Prozent.

Zur Wahl aufgerufen waren jetzt rund 9,5 Millionen Bürger, darunter 600.000 Erstwähler. Um die Mandate bewarben sich insgesamt 1923 Kandidaten aus 18 Parteien und Wählergruppen.

Damit muss sich nun die CSU, die Bayern seit 1962 mit Ausnahme der Wahlperiode 2008 bis 2013 allein regiert hat, einen Koalitionspartner suchen. Eine komfortable Mehrheit hätte eine schwarz-grüne Koalition, die Umfragen zufolge auch von vielen Bürgern bevorzugt wird. Söder hatte jedoch noch am Freitag erklärt, dass das Programm der Grünen mit ihren Spitzenkandidaten Katharina Schulze und Ludwig Hartmann "nicht koalitionsfähig" sei. Kaum überbrückbar erscheinende Differenzen gibt es vor allem in Fragen der inneren Sicherheit und der Asylpolitik.

jok



insgesamt 58 Beiträge
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Peter Friedrichs 14.10.2018
1. Tja, SPD,
genießt die paar Jahre im Landtag, bei der nächsten Wahl geht's unter fünf Prozent :-)
Außenbetrachter 14.10.2018
2. Gegenwind
Bei dem Gegenwind hat sich die CSU, letzter Vertreter der Rechtsstaatlichkeit, gut geschlagen. Und alle, die den Bayern die Pest gewünscht haben, werden in 5 Jahren die Wiederauferstehung der CSU erleben. Wetten!?
Irene56 14.10.2018
3. Wenn es dem Esel zu wohl geht
18,5 % Wähler wählten wohl die Grünen. Offenbar sind sie es leid, in einem der best geführt Bundesländer, wohlhabend und gut aufgestellt, zu leben. Zwei Möglichkeiten, entweder sie sind finaziell total unabhängig und müssen sich um nichts Sorgen machen oder sie hängen am HartzIV-Tropf, so dass ihnen auch alles egal sein kann. Soll Bayern so enden wie NRW, Berlin oder andere rot-grün-regierten Länder?
uli-schmitt 14.10.2018
4. Debakel nicht nur für die CSU
Die SPD hat sich halbiert. Glückwunsch an die Grünen.
fjdietrich 14.10.2018
5. Ende von Groko ?
Vielleicht kommt demnächst ein Parteiloser aus dem Nichts wie Macron in Frankreich.
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