Wiehl in Nordrhein-Westfalen Brand in Waggon - Polizei vermutet fremdenfeindliches Motiv

Die nordrhein-westfälische Gemeinde Wiehl überlegt, Flüchtlinge in abgestellten Waggons unterzubringen. Jetzt haben Unbekannte dort einen Zug in Brand gesteckt - und unmissverständliche Parolen hinterlassen.


Unbekannte haben am Samstag einen abgestellten Zug im nordrhein-westfälischen Wiehl in Brand gesetzt und mit fremdenfeindlichen Parolen beschmiert. Es sei nicht auszuschließen, dass sich der Brandanschlag auf einen der Waggons gegen die geplante Unterbringung von Flüchtlingen in Wiehl richte, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Gemeinde überlege derzeit, in Bahnwaggons eine Notunterkunft für Flüchtlinge einzurichten.

Der Schwelbrand auf einem Nebengleis war nach ersten Erkenntnissen in einem der leeren Abteile ausgebrochen, teilte die Polizei mit. Dabei habe sich starker Rauch entwickelt. Nach den Löscharbeiten der Feuerwehr nahm die Polizei die Ermittlungen auf. Dabei fielen den Beamten die fremdenfeindlichen Schmierereien an der Außenwand des Zugs ins Auge. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz.

Seit Beginn der Flüchtlingskrise häufen sich Angriffe auf Flüchtlingsheime und geplante Unterkünfte für Asylbewerber im ganzen Land. Während die Hilfsbereitschaft zuletzt merklich zugenommen hatte, gibt es nach wie vor fremdenfeindliche Attacken und Drohungen. Zuletzt hatte ein hessischer Landrat Morddrohungen von Rechtsextremisten der "Initiative Heimatschutz Kinzigtal" erhalten.

mxw/dpa



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