Beliebtheit: Deutsche geben FDP-Ministern schlechte Noten

Die Minister der schwarz-gelben Regierung bekommen knapp hundert Tage nach Amtsantritt ein unrühmliches Zeugnis. Vor allem die Liberalen kommen in einer Umfrage schlecht weg. Am schlechtesten hat demnach Wirtschaftsminister Brüderle seinen Job erledigt.

Minister Rösler, Ramsauer, Brüderle, Leutheusser-Schnarrenberger, Niebel (v.l.): FDP verliert Zur Großansicht
AP

Minister Rösler, Ramsauer, Brüderle, Leutheusser-Schnarrenberger, Niebel (v.l.): FDP verliert

Berlin - Bitteres Ergebnis für die FDP-Bundesminister: Sie haben in einer Beliebtheitsumfrage des Instituts Emnid schlecht abgeschnitten. Sowohl die Arbeit von Außenminister Guido Westerwelle als auch die von Gesundheitsminister Philipp Rösler wurde von 47 Prozent der Befragten als schlecht eingestuft, nur 31 Prozent bewerteten Röslers und 41 Westerwelles Arbeit als gut, wie die "Bild am Sonntag" berichtet.

Auch bei Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (38 Prozent) und bei Entwicklungsminister Dirk Niebel (27 Prozent) überwog die negative Einschätzung gegenüber der positiven. Relativ gut bewerteten die Befragten lediglich die FDP-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (gut: 38 Prozent, schlecht: 27 Prozent).

Die beste Bewertung erhielt in der Umfrage Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit 65 Prozent Zustimmung und 24 Prozent Ablehnung. Ähnlich gut schnitt Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit 61 Prozent Zustimmung und 34 Prozent Ablehnung ab.

"Die FDP ist eine kleine Partei, hat zum Teil eher unbekannte Minister und steckt mitten im Stimmungstief", sagte Emnid-Chef Klaus-Peter Schöppner zur Erklärung. In der aktuellen Sonntagsfrage komme Schwarz-Gelb derzeit zusammen auf etwa 46 Prozent, sagte Schöppner weiter. "Jeder Minister, der einen höheren Wert erhält, steht gut da."

Die Noten der Minister
Verteidigungsminister Karl- Theodor zu Guttenberg (CSU) gut: 65 schlecht: 24
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gut: 61 schlecht: 34
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) gut: 51 schlecht: 38
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) gut: 51 schlecht: 32
Familienministerin Kristina Köhler (CDU) gut: 46 schlecht: 22
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) gut: 41 schlecht: 47
Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) gut: 40 schlecht: 33
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) gut: 39 schlecht: 24
Innenminister Thomas de Maiziére (CDU) gut: 39 schlecht: 27
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) gut: 38 schlecht: 27
Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) gut: 38 schlecht: 37
Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gut: 34 schlecht: 31
Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) gut: 31 schlecht: 47
Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) gut: 25 schlecht: 27
Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gut: 21 schlecht: 38
Ergebnisse einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" (Emnid befragte vom 21. bis 28. Januar insgesamt 1005 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger)

ffr/AFP/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 85 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. nach
saul7 31.01.2010
Zitat von sysopDie Minister der schwarz-gelben Regierung bekommen knapp hundert Tage nach Amtsantritt ein unrühmliches Zeugnis. Vor allem die Liberalen kommen in einer Umfrage schlecht weg. Am schlechtesten hat demnach Wirtschaftsminister Brüderle seinen Job erledigt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675085,00.html
diesen Holperein konnte man doch gar nichts anderes erwarten. Die Bestrafung der Wähler wird bereits in NRW erfolgen!!!
2. d
Klo, 31.01.2010
Zitat von sysopDie Minister der schwarz-gelben Regierung bekommen knapp hundert Tage nach Amtsantritt ein unrühmliches Zeugnis. Vor allem die Liberalen kommen in einer Umfrage schlecht weg. Am schlechtesten hat demnach Wirtschaftsminister Brüderle seinen Job erledigt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675085,00.html
Wofür sollte man ihnen auch gute Noten geben? Für Steuergeschenke an korrupte Lobbyisten wird man wohl keine Punkte vom Bürger bekommen. Für Dilettantismus ebenfalls nicht. Da dachte man schon, Glos wäre eine Nullnummer, aber jetzt hat ihn Brüderle auch noch unterboten. Das Klo.
3. Westerwelle ein polnischer Lobbyist?
moodys 31.01.2010
Beim Außenminister hatte man den Eindruck dass er mehr die polnischen als die deutschen Interessen vertritt. Insbesondere vermittelt er den Eindruck in der innerdeutschen Debatte zum Vertriebenenzentrum, in der er wie ein polnischer Lobbyist agiert. Erschreckend.
4. ...
Dirk Ahlbrecht, 31.01.2010
Zitat von sysopDie Minister der schwarz-gelben Regierung bekommen knapp hundert Tage nach Amtsantritt ein unrühmliches Zeugnis. Vor allem die Liberalen kommen in einer Umfrage schlecht weg. Am schlechtesten hat demnach Wirtschaftsminister Brüderle seinen Job erledigt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,675085,00.html
Und das schlimme ist, daß ich diese Leute beim letzten Mal auch noch gewählt habe. Ich hätte es eigentlich besser wissen müssen. Wenn es doch irgendwo `nen notleidenden Apothekerverband gabe, der gerade "Hilfe" benötigte - auf die FDP war stets verlass. Die Sache mit den Hoteliers ist da nur die konsequente Fortsetzung. Gerade vor dem Hintergrund der jüngsten Exzesse am Kapitalmarkt wäre doch gerade jetzt die Gelegenheit da, echt liberale Positionen zu vertreten. Und nicht jene, die nur den Rücksichtslosen zum Vorteil gereichen. Aber was rede ich: Die Liberalen haben seit Jahren den falschen Mann am Ruder. Spätestens seit Möllemann zeichnete sich das ab.
5. Titel eingeben
andy.dd, 31.01.2010
Es ist wirklich schade.. Die FDP hat mit ihrem alten korrupten Klientelkader die einmalige Chance verdorben aus der Nische heraus zu kommen und zur Volkspartei zu werden. Die Chancen standen im Wahlkampf nie so gut wie jetzt der deutschen Mitte eine Stimme zu geben. All denen die mit ihrer Arbeit den ausufernden Staat und all die zum Teil unnötigen (Sozial?)Ausgaben finanziert, höchstens einmal im Jahr zum Arzt geht und ansonsten von früh bis abends mit viel Engagement arbeitet und den Standort Deutschland attraktiv hält... Die CDU spricht diese doch schon lange nicht mehr an. Spätestens seitdem Frau Merkel die Linken noch links überholt und Hr. Seehofer das Leistungsprinzip der Marktwirtschaft verdammt, die Grünen im vom Lobbyisten geprägten Politalltag angekommen sind, erschien die erstarkte FDP vor der Wahl seit langem mal wieder Willens die Stimme der Vernunft zu erheben und das was unser Land groß gemacht hat wieder auf die Tagesordnung zu bringen, die bürgerliche Mitte - Leistung, Fleiß, Bildung und Innovation verbunden mit sozialer Vernunft mit Augenmaß. Tja, soweit der Traum... Leider sind nach der Wahl genau diejenigen (Brüderle, Gentscher, Leuthäusser usw.) am Drücker die die einzige liberale und eigentlich ökonomisch vernünftige Partei Deutschlands zur Interessenvertretung von Energiekonzernen, Ärzten und Steuerberatern degradiert haben. Alle guten (streitbaren) Politiker mit eigener Meinung sind vertrieben... Die FDP ist wieder dort wo sie mit diesen Ministern hingehört - in der Bedeutungslosigkeit... Leider allerdings auch in der Regierung...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Deutschland
RSS
alles zum Thema Merkels schwarz-gelbe Regierung 2009-2013
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 85 Kommentare
Fotostrecke
Rainer Brüderle: Ein Minister namens "Mr. Mittelstand"

Das ist der 17. Deutsche Bundestag
Namen, Sitze, Machtverhältnisse: SPIEGEL ONLINE zeigt den Bundestag im Überblick