Berlin - Sein Fehlen bei einer Sondersitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags zum BER-Debakel sorgte für einen Eklat - nun legt Klaus Wowereit nach. Berlins Regierender Bürgermeister hat den Bund in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wegen angeblicher Indiskretionen attackiert. Es habe Hinweise gegeben, "dass da aus Richtung eines Gesellschafters über Bande gespielt wurde".
"In dieser Krisensituation haben wir aber auch erlebt, dass Vertraulichkeit häufig gebrochen worden ist, vertrauliche Unterlagen sind sofort bei bestimmten Medien gelandet", präzisierte Wowereit die Vorwürfe. Allerdings zeigte er sich zuversichtlich, dass sich die Kooperation in Zukunft verbessert. Nach dem Gespräch mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in der vergangenen Woche habe er "den Eindruck, dass der Bund jetzt einen anderen Kurs signalisiert", sagte Wowereit der Zeitung.
Zudem wehrte er sich gegen den Vorwurf, er habe als Aufsichtsratsvorsitzender die Geschäftsführung der Flughafengesellschaft nicht ausreichend überwacht. "Ein Aufsichtsrat kann jedoch nur kontrollieren, worüber er Informationen bekommt. Die Geschäfte der Geschäftsführung kann er nicht übernehmen - und er darf auch gar nicht ins operative Geschäft eingreifen." Der SPD-Politiker bekräftigte seinen Willen, Berlins Regierender Bürgermeister zu bleiben. Er sei "für diese Legislaturperiode gewählt" worden, und wolle die Verantwortung, die ihm damit übertragen worden sei, auch ausüben.
Vehement verteidigte Wowereit die Erfolge des Projekts. "Es wird zu wenig gesehen, dass dieser Flughafen in den letzten Jahren auf den Weg gebracht worden ist", sagte er der Zeitung. Dazu gehöre nicht nur die reine Bautätigkeit: Ob Planfeststellungsverfahren, Genehmigungen, Bürgerbeteiligung, juristische Auseinandersetzungen oder Finanzierung: "Es wird viel zu wenig betrachtet, wie viel Hilfestellung da geleistet worden ist."
fdi/Reuters/dpa
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