+++ Newsblog +++ IS reklamiert Anschlag für sich

Zwölf Tote hat es bei einem Anschlag in Berlin gegeben, mehrere Menschen schweben noch in Lebensgefahr. Der "Islamische Staat" beansprucht die Attacke für sich. Lesen Sie alle Entwicklungen seit Montagabend im Newsblog nach.


In Berlin ist am Montagabend ein Lkw auf einen Weihnachtsmarkt in die Menschenmenge gerast. Zwölf Menschen starben, 49 wurden verletzt. Die Sicherheitsbehörden gehen von einem Anschlag mit terroristischem Hintergrund aus.

Ab Mittwochmorgen gibt es bei SPIEGEL ONLINE wieder einen Newsblog, der Sie umfassend über alle wichtigen Entwicklungen rund um den Anschlag und die Ermittlungen informiert.

Hier können Sie alle Geschehnisse seit Montagabend nachlesen:

21.34 Uhr

Die Tatortarbeit auf dem Breitscheidplatz dauert weiter an. Deshalb wird auch am Mittwoch ein weiträumiger Bereich abgesperrt bleiben. Das teilte die Polizei Berlin via Twitter mit.

20.22 Uhr

Der "Islamische Staat" beansprucht den Anschlag in Berlin für sich. Die sogenannte Nachrichtenagentur des IS hat einen kurzen Text veröffentlicht und behauptet, dass einer ihrer "Soldaten" den Angriff ausgeübt habe. Die Erklärung beinhaltet allerdings keinerlei Insider-Informationen oder Angaben zum Täter. Das deutet eher darauf hin, dass der Anschlag nicht von der IS-Führung im Irak und in Syrien koordiniert wurde.

19.58 Uhr

Nach dem Anschlag in Berlin schweben nach Angaben von Thomas de Maizière noch 14 Schwerverletzte in Lebensgefahr. "Es ist nicht auszuschließen, dass es weitere Opfer gibt", sagte der Innenminister im ZDF. Unter den bisher zwölf Toten sind demnach keine Kinder, aber womöglich Jugendliche. Mit Blick auf die Ermittlungen zeigte sich de Maizière optimistisch: Es gebe Fahndungsansätze und deswegen sei er zuversichtlich, dass es Fortschritte in den Ermittlungen geben werde. Vorab habe es keine konkreten Hinweise auf einen geplanten Anschlag auf den Markt gegeben.

19.46 Uhr

"Wir trauern, wir stehen einander bei, wir verteidigen uns, wir verfallen nicht dem Hass." So lautet der Eintrag des Bundespräsidenten Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt im Kondolenzbuch für die Opfer des Anschlags.

19.30 Uhr

Der noch amtierende US-Präsident Barack Obama hat Bundeskanzlerin Angela Merkel in einem Telefongespräch seine Unterstützung zugesagt und sein Beileid bekundet. Laut dem Weißen Haus sagte Obama, dass "kein Angriff unsere Entschlossenheit und die unserer deutschen Verbündeten, den Terrorismus zu besiegen, ins Schwanken bringen kann". Bereits am Montagabend hatten Obama und Merkel telefoniert. Auch mit den Staatsoberhäuptern der Länder Frankreich, Türkei, Italien, Griechenland, Polen, Schweden und Spanien war Merkel nach dem Anschlag bereits in Kontakt.

18.59 Uhr

Der zunächst festgenommene Verdächtige ist wieder frei. Die Bundesanwaltschaft teilte in Karlsruhe mit, dass kein Haftbefehl erlassen worden ist. Die bisherigen Ermittlungsergebnisse hätten keinen dringenden Tatverdacht ergeben. Weitere Infos finden Sie hier.

18.41 Uhr

Markus Dröge, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, hat dazu aufgerufen, nicht mit weiterem Hass zu reagieren. "Wir geben dem Terror nicht dadurch recht, dass wir uns entzweien lassen, nur, weil wir in verschieden Kulturen leben", sagte er beim Trauergottesdienst in der Gedächtniskirche. "Wir lassen uns nicht zu Unmenschlichkeit verführen." Mit dem gestrigen Abend sei dem Breitscheidplatz, der Gedächtniskirche und der ganzen Gesellschaft "eine Wunde" zugefügt worden. "Und der Schmerz brennt", sagte der Bischof. Aber diese Kirche werde gerade jetzt neu mahnen.

18.08 Uhr

Das Brandenburger Tor ist in den Deutschlandfarben angestrahlt worden, auch die Farben Berlins waren später zu sehen. Das Wahrzeichen der Hauptstadt solle ein Ort sein, "an dem man seine Trauer und Solidarität ausdrücken kann", sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) zuvor.

"Viel zu häufig wurde das Brandenburger Tor in den unterschiedlichsten Farben verschiedener Nationen angestrahlt, wo es auch Anschläge gegeben hat", sagte Müller: "Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Landesfarben angestrahlt." Nach Anschlägen etwa in Frankreich und Belgien hatte das Brandenburger Tor in der Vergangenheit in den Nationalfarben der betroffenen Länder geleuchtet.

16.56 Uhr

Nach SPIEGEL-Informationen starb der polnische Lkw-Fahrer durch einen einzelnen Kopfschuss mit einer kleinkalibrigen Waffe. Der Mann auf dem Beifahrersitz war offenbar schon tot, als der Täter den Lkw auf den Weihnachtsmarkt fuhr. Den Informationen zufolge drehte der Attentäter mit dem Lkw zunächst eine Runde um den Markt, möglicherweise um Anlauf zu nehmen.

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters Naved B. erfolgte nach dem Hinweis eines Zeugen. Der hatte den Fahrer aussteigen sehen, ihn verfolgt, aber kurze Zeit später verloren. Die Polizei nahm den Verdächtigen später an der Siegessäule fest - allerdings nur auf Grundlage der Personenbeschreibung.

16.43 Uhr

Die Abgeordneten des französischen Parlaments haben in einer Schweigeminute der Opfer gedacht. Der Präsident der Nationalversammlung, Claude Bartolone, erinnerte in Paris daran, dass beim Terrorattentat in Nizza im vergangenen Juli ebenfalls ein Lastwagen in eine Menschenmenge gerast war. Der Anschlag am französischen Nationalfeiertag hatte 86 Menschen das Leben gekostet.

Schweigeminute im französischen Parlament
DPA

Schweigeminute im französischen Parlament

16.40 Uhr

Die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit teilte mit, dass nach dem Anschlag 49 Menschen verletzt in Krankenhäuser gebracht wurden. Davon seien 25 Patienten weiter in stationärer Behandlung. 14 von ihnen seien sehr schwer verletzt. Die übrigen 24 seien am Dienstag aus den Kliniken entlassen worden.

16.37 Uhr

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Anschlag als "terroristischen Angriff" verurteilt. Er drücke den Familien der Opfer sowie der Regierung und dem deutschen Volk sein tiefstes Mitgefühl und Beileid aus, erklärte Ban in New York.

16.22 Uhr

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, hat nach dem Anschlag zur Besonnenheit aufgerufen. "Es wäre verheerend, wenn wir jetzt sagen: Aha, jetzt sehen wir es, die Flüchtlinge sind schuld". Es sei unwahrscheinlich, dass Deutschland ohne Flüchtlinge vom Terrorismus verschont geblieben wäre. Die Antwort dürfe jetzt nicht Gewalt sein, sagte der katholische Erzbischof von München und Freising. "Wir dürfen diesen Terroristen nicht noch einen nachträglichen Erfolg verschaffen, indem wir gegeneinander lostreten, indem wir nicht zusammenhalten, indem wir unbesonnen und mit Hass im Herzen die Dinge angehen."

16.03 Uhr

Die Bundespolizei zeigt in der Region Berlin und Brandenburg deutlich mehr Präsenz. Die Zahl der Einsatzkräfte an Bahnhöfen sowie an den Flughäfen Tegel und Schönefeld sei verstärkt worden, sagte ein Sprecher. Zudem wurde die Fahndung in einem 30 Kilometer breiten Streifen an der Grenze zu Polen intensiviert. Die Beamten seien teils mit Maschinenpistolen und Schutzwesten ausgerüstet und zeigten diese auch offen.

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt sagte, die Gefahr sei heute nicht größer als sie gestern gewesen sei. Sie habe sich nur am Montag manifestiert. "Ich bin der Überzeugung, dass wir weiterhin unser freies Leben leben sollten", sagte Kandt. Man könne Weihnachtsmärkte nicht zu Burgen ausbauen.

Die Sicherheitsbehörden erklärten auch, weshalb sich die Polizei nun unsicher ist, ob der zunächst geschnappte Verdächtige das Fahrzeug in die Menge gesteuert habe. Der Mann, den Zeugen aus dem Fahrzeug hätten springen sehen, sei von den Passanten und der Polizei nicht "lückenlos" verfolgt worden.

15.39 Uhr

Auch der Koordinierungsrat der Muslime (KRM) hat die den Anschlag verurteilt. "In einer für die Christen sehr bedeutenden und besinnlichen Zeit brachte er Trauer und Leid in die Familien", hieß es in einer Mitteilung. Der Terror habe wieder einmal "sein schreckliches Gesicht gezeigt". Er mache keinen Halt vor unschuldigen Menschen und vor dem, was den Menschen heilig sei. Der Koordinierungsrat rief für 17 Uhr am Dienstag zu einer Mahnwache an der Gedächtniskirche auf.

15.30 Uhr

Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, teilt mit, dass von den elf toten Weihnachtsmarktbesuchern inzwischen sechs identifiziert worden seien. Demzufolge handelt es sich bei ihnen um deutsche Staatsbürger. Münch sagte auch, er könne nicht ausschließen, dass noch immer ein bewaffneter Täter unterwegs sei. Man sei "hochalarmiert", um eventuelle Tatbeteiligte zu identifizieren.

15.27 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier haben den Ort des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz besucht. Sie legten zwischen dem alten und dem neuen Gebäude der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Blumen nieder. Im Anschluss an eine Schweigeminute ließen sich Merkel und Steinmeier den Tatort zeigen und von Vertretern der Sicherheitskräfte über das Geschehen informieren.

Bundeskanzlerin Merkel legt am Ort des Anschlags Blumen nieder
DPA

Bundeskanzlerin Merkel legt am Ort des Anschlags Blumen nieder

15.13 Uhr

Die Bundesliga-Spiele am Dienstag und Mittwoch sollen trotz des Anschlags stattfinden. Der Sicherheitsbeauftragte des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Stadien in Deutschland zählten zu den sichersten der Welt, auch wenn es "letztlich keine hundertprozentige Sicherheit für Veranstaltungen jeglicher Art geben kann".

Auch der Berliner Verein Hertha BSC wird sein Heimspiel am Mittwoch gegen Darmstadt nicht absagen. "Neben der Trauer und der Anteilnahme wollen wir dokumentieren, dass wir nicht gewillt sind, vor den terroristischen Angriffen in die Knie zu gehen", sagte Herthas Manager Michael Preetz.

15:11 Uhr

14.59 Uhr

Der Lucia-Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei eröffnet heute als einziger Weihnachtsmarkt in Berlin. Man habe sich bereits heute Vormittag nach langen Gesprächen mit der Polizei und den Händlern dazu entschieden, sagte Simone Hofmann, Pressesprecherin des Veranstalters, SPIEGEL ONLINE. Es solle aber keine Musik gespielt werden, das Karussell bleibe aus. "Wir wollten einen Ort schaffen für Menschen, die sich austauschen wollen", so Hofmann. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen."

Die Bitte von Innensenator Andreas Geisel (SPD), die Weihnachtsmärkte in Berlin aus Rücksichtnahme auf die Opfer am Dienstag geschlossen zu halten, sei erst bekannt geworden, als die Entscheidung schon gefallen war. Auch, dass der tatsächliche Täter möglicherweise nicht gefasst ist, sei neu. Man behalte sich vor, die Entscheidung zu überdenken.

14.56 Uhr

Auch der pakistanische Botschafter in Berlin, Jauhar Saleem, zeigte sich betroffen: "Unser tiefstes Mitgefühl ist mit den Opfern und ihren Angehörigen. Pakistan ist das größte Opfer von Terroristen, wir können nachempfinden, durch was die Menschen in Berlin gehen", sagte Saleem SPIEGEL ONLINE. Was den Verdächtigen angehe, habe die Botschaft keine Informationen. "Soweit wir es der Berichterstattung entnehmen, ist unklar, ob es sich um einen Pakistaner handelt und woher diese Information stammt." Die Botschaft sei aber bereit, in jeder Form zu helfen.

14.51 Uhr

Die Berliner Feuerwehr hat neue Zahlen über die bei dem Anschlag verletzten Menschen veröffentlicht. Feuerwehrchef Wilfried Gräfling sprach von 18 lebensgefährlich Verletzten, von denen 3 bis zum Dienstagmorgen gestorben seien. Dadurch hatte sich die Zahl der Todesopfer auf dem Weihnachtsmarkt auf elf erhöht, Außerdem wurde ein polnischer Lastwagenfahrer getötet. Er wurde auf dem Beifahrersitz des Lkw gefunden, der am Montagabend auf den Markt gelenkt worden war. Wer am Steuer saß, ist noch unklar. 14 Menschen erlitten laut Gräfling schwere Verletzungen, 17 wurden leicht verletzt.

14.48 Uhr

Bundespräsident Joachim Gauck hat den Zusammenhalt in Deutschland trotz der mörderischen Tat beschworen. "Der Hass der Täter wird uns nicht zu Hass verführen", sagte Gauck in einer kurzen Ansprache in Berlin. "Er wird unser Miteinander nicht spalten". Die Menschen hierzulande lebten in einer "starken Gemeinschaft", sagte Gauck, in der das Recht und die Menschlichkeit zählten. "Unser Zusammenhalt wird nicht schwächer, er wird stärker, wenn wir angegriffen werden", sagte Gauck.

14.43 Uhr

Generalbundesanwalt Peter Frank geht davon aus, dass es sich bei dem Anschlag in Berlin um eine Tat mit einem terroristischen Hintergrund handelt. Er bestätigte, dass der Attentäter möglicherweise auf der Flucht ist. Man müsse sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass der festgenommene Mann aus Pakistan nicht der Täter sei, sagte Frank in Berlin. Die Ermittler wüssten auch noch nicht, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt.

14.38 Uhr

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" hat in ihrer Propaganda Anleitungen für Anschläge wie den auf den Berliner Weihnachtsmarkt gegeben. In der November-Ausgabe des IS-Propagandamagazins "Rumiyah" lieferten die Dschihadisten detaillierte Tipps zu einem Anschlag mit einem Lastwagen.

14.32 Uhr

Papst Franziskus äußerte sich in einem Telegramm an den Berliner Erzbischof Heiner Koch: Die Nachricht über die Gewalttat am Montagabend habe tiefe Betroffenheit in ihm ausgelöst. "Papst Franziskus verbindet sich mit allen Menschen guten Willens, die dafür arbeiten, dass der mörderische Wahnsinn des Terrorismus keinen Platz in unserer Welt hat", heißt es in dem Schreiben. Das katholische Kirchenoberhaupt bete für die Verstorbenen und für die Genesung der Verletzten.

14.29 Uhr

Die Polizei stärkt an vielen Orten in Deutschland die Sicherheitsvorkehrungen auf Weihnachtsmärkten. In der Hauptstadt sollen mehr Polizisten unterwegs sein, zudem sollen Betonpoller an bestimmten großen Weihnachtsmärkten Zufahrten versperren. Auch der Dresdner Striezelmarkt sollte zusätzlich mit Betonklötzen und Fahrzeugsperren gesichert werden, teilte die Polizei mit. Duisburg will noch am Dienstag mobile Sperren an den Zufahrtstraßen errichten und viele Städte schicken mehr Polizisten auf die Straßen.

14.25 Uhr

Die Repräsentanten der Europäischen Union zeigten sich erschüttert. Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte, die Angegriffenen hätten sich auf dem Weihnachtsmarkt aufgehalten, "um die Vorweihnachtszeit zu feiern, die viele mit Besinnlichkeit und Frieden verbinden". EU-Ratspräsident Donald Tusk versprach Europas Hilfe. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini erklärte: "Unsere Gedanken sind bei allen Opfern und ihren Familien."

14.21 Uhr

Deutsche und internationale Medien rufen nach dem Anschlag von Berlin zur Besonnenheit auf. "Nicht ein einzelnes Land ist getroffen, sondern das Herz Europas", schreibt beispielsweise die französische Tageszeitung "Le Parisien". Hier lesen Sie den Überblick über die Kommentare internationaler Medien.

14.19 Uhr

Die Polizei zweifelt mittlerweile daran, dass der festgenommene Tatverdächtige Naved B. den Anschlag tatsächlich begangen hat. Der Täter könnte also noch in Berlin unterwegs sein. "Der Fahrer des Lkw ist nach meinen aktuellen Informationen flüchtig", zitierte der Südwestrundfunk Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). In Karlsruhe sitzt die Generalbundesanwaltschaft, die die Ermittlungen leitet.

14.16 Uhr

Der russische Staatschef Wladimir Putin erklärte: "Dieses gegen friedliche Zivilisten verübte Verbrechen schockiert durch seine Brutalität und seinen Zynismus." Dem Kreml zufolge kondolierte er Merkel sowie Bundespräsident Joachim Gauck. Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo sprach "der deutschen Nation" ihr Beileid aus. Europa müsse vereint "gegen den Terrorismus kämpfen" und "effiziente Maßnahmen für die Verteidigung seiner Bürger" ergreifen.

14.14 Uhr

US-Präsident Barack Obama telefonierte mit der Bundeskanzlerin und drückte seine "tiefe Anteilnahme" aus. Der Bundesregierung zufolge bat er sie, den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl zu übermitteln, den Verletzten wünschte er eine "rasche Genesung". Zugleich sicherte Obama der Bundeskanzlerin die Unterstützung der USA zur Aufklärung der Hintergründe der Tat zu.

14.06 Uhr

Frankreichs Präsident François Hollande hat sein Mitgefühl geäußert. "Die Franzosen teilen die Trauer der Deutschen angesichts dieser Tragödie, die ganz Europa trifft", sagte Hollande in Paris. Sein Außenminister Jean-Marc Ayrault sagte: "Frankreich steht in diesem dunklen und schmerzhaften Moment an der Seite Deutschlands." Regierungschefs aus vielen Ländern der Welt reagierten mit solidarischen Worten auf den Anschlag

13.43 Uhr

Die türkische Regierung hat den Terroranschlag in Berlin scharf verurteilt und Deutschland Solidarität zugesichert. "Die Türkei und das türkische Volk, die frischen Schmerz aus ähnlichen Vorfällen verspüren, fühlen mit Deutschland und dem deutschen Volk", hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums in Ankara. Der grausame Anschlag sei "ein Beispiel dafür, dass der Terror eine Plage ist, die nicht zwischen Personen, Orten und Nationen unterscheidet". Der Terrorismus könne nur gemeinsam bekämpft werden.

13.38 Uhr

Berlins Regierungschef Michael Müller zeigt sich tief schockiert. "Es ist mal wieder ein Anschlag auf unser aller Freiheit, unser Leben - und es hätte tatsächlich auch jeden treffen können", sagte er. Am Abend werde wie bei anderen Anschlägen zuvor am Brandenburger Tor gedacht. "Dieses Mal wird das Brandenburger Tor in unseren eigenen Farben angestrahlt werden."

13.19 Uhr

Die Berliner Polizei bittet per Twitter darum, verdächtigen Beobachtungen nicht selbst nachzugehen.

13.03 Uhr

AFP

Die Händler, die auf dem Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche einen Stand betreiben, legen Blumen an der Unglücksstelle nieder.

12:57 Uhr

Der Terrorverdächtige war der Polizei offenbar im Zusammenhang mit Ermittlungen zu einem sexuellen Übergriff bekannt geworden. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen kam es im Juli im Zusammenhang mit einem sexuellen Übergriff des Mannes auch zu Beleidigungen. Einen entsprechenden Eintrag gebe es in der Inpol-Datenbank, dem länderübergreifenden Informationssystem der Polizeien. Auch der "Tagesspiegel" berichtet, dass gegen den mutmaßlichen Täter wegen sexueller Belästigung ermittelt worden sein soll.

12.38 Uhr

Innenminister Thomas de Maizière: "Wir haben in der Zwischenzeit keine Zweifel mehr, dass es sich bei dem schrecklichen Ereignis gestern Abend um einen Anschlag gehandelt hat." Der Lastwagen sei bewusst in die Menge gesteuert worden. De Maizière sagte, es gebe 18 Schwerverletzte. Erst wenige der zwölf Todesopfer seien identifiziert. Der mutmaßliche Täter streitet laut Innenminister die Tat ab, die Tatwaffe sei bislang nicht aufgetaucht.

De Maizière bestätigt, dass der Verdächtige aus Pakistan stammt und am 31. Dezember 2015 nach Deutschland registriert wurden, sagte de Maizière. Das Asylverfahren sei noch nicht abgeschlossen, nachdem mehrere Versuche einer Anhörung nicht zustande gekommen seien.

12.32 Uhr

Die EU-Kommission hält vor ihrer täglichen Pressekonferenz am Mittag eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags ab. Kommissionschef Jean-Claude Juncker habe noch in der Nacht Kanzlerin Merkel seine Anteilnahme ausgedrückt, sagt eine Sprecherin der Brüsseler Behörde.

12.18 Uhr

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat sich erschüttert geäußert. "Tiefe Bestürzung und unendlicher Schmerz befällt uns angesichts der Tatsache, dass so viele unserer unschuldigen Bürger diesem Wahnsinn zum Opfer fielen", sagte der ZMD-Vorsitzende Aiman Mazyek. "Wir stehen in dieser schweren Zeit fest und solidarisch an der Seite unseres Landes." Mazyek kündigte an, in den Moscheen in Berlin und ganz Deutschland würden die in Deutschland lebenden Muslime die Opfer und Verletzten der Tat sowie ihre Angehörigen "in ihre Gebete mit aufnehmen". Der ZMD rief zu gemeinsamen Mahnwachen mit anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften auf.

Der ZMD werde sich "mit all seinen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einsetzen, dass die böse Saat, Panik, Hass und Zwietracht zwischen den gesellschaftlichen Gruppen und Religionen zu stiften, niemals aufgeht". Den Täter müsse "die volle Härte unserer Gesetze treffen", forderte Mazyek.

12.13 Uhr

Die Silvesterparty am Brandenburger Tor soll trotz des mutmaßlichen Anschlags stattfinden. Eine Absage sei nicht geplant, sagte eine Sprecherin des Veranstalters. Ob wegen der Attacke Konsequenzen gezogen werden müssten, "schauen wir uns in Ruhe in den nächsten Tagen an", sagte die Sprecherin.

12.00 Uhr

Die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydlo hat "der deutschen Nation" ihr Beileid ausgesprochen. Europa müsse vereint "gegen den Terrorismus kämpfen" und "effiziente Maßnahmen für die Verteidigung seiner Bürger" ergreifen, erklärte Szydlo. Sie kündigte an, mit Merkel telefonieren zu wollen.

11.56 Uhr

Wie die dpa aus Sicherheitskreisen erfahren haben will, leugnet der Verdächtige die Tat. Der 23 Jahre alte Mann streite bisher alles ab, heißt es.

11.30 Uhr

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Klaus Bouillon (CDU), spricht von einem "Kriegszustand". "Wir müssen konstatieren, wir sind in einem Kriegszustand, obwohl das einige Leute, die immer nur das Gute sehen, nicht sehen möchten", sagte er. Bouillon kündigte verschärfte Sicherheitsmaßnahmen an. Wo erforderlich, würden Polizeikräfte mit "schwerem Gerät" antreten. "Das heißt: Langwaffen, Kurzwaffen, Maschinenpistolen. "Es stehe zu befürchten, dass es Nachahmer gebe.

11.20 Uhr

Die Ministerpräsidentin von NRW, Hannelore Kraft, hat sich nun ebenfalls geäußert: "Eine solche abscheuliche Tat kurz vor Weihnachten trifft uns alle mitten ins Herz. Die Tat ist abscheulich und hinterhältig. Dem Täter ging es darum, möglichst viele zu verletzten und zu töten." Es mache wieder bewusst, dass "wir im Fadenkreuz des Terrors" seien. Es werde geprüft, ob "sich verhindern lässt, dass Fahrzeuge als Waffen missbraucht werden können."

11.17 Uhr

Merkel beruft das Sicherheitskabinett ein. Die zuständigen Minister und die Chefs der Sicherheitsbehörden werden noch am Vormittag die Lage und mögliche Konsequenzen beraten, sagt die Kanzlerin. Die Tat werde bestraft werden, "so hart es unsere Gesetze verlangen". Das Sicherheitskabinett tagt nur im Bedarfsfall. Mitglieder der informellen Einrichtung sind die Kanzlerin sowie der Außenminister, der Verteidigungsminister, der Innenminister und der Chef des Bundeskanzleramtes.

11.00 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erschüttert über den mutmaßlichen Terroranschlag in Berlin geäußert. "Das ist ein sehr schwerer Tag", sagte sie. "Ich möchte, dass Sie wissen: Wir alle, ein ganzes Land, ist in tiefer Trauer mit Ihnen vereint." Merkel dankte außerdem den Rettungskräften vor Ort. "Wir müssen nach jetzigen Stand von einem terroristischen Anschlag ausgehen", sagte Merkel. "Auch wenn es in diesen Stunden schwer fällt: Wir werden die Kraft finden für das Leben, wie wir es in Deutschland leben wollen: frei, miteinander und offen."

10.57 Uhr

Der polnische Speditionsbesitzer hat den Tod seines Fahrers bestätigt. Er habe seinen Cousin auf einem Polizeifoto identifiziert, sagte Ariel Z. im polnischen Fernsehen. "Das Foto ist sehr drastisch." Er habe es zunächst nicht sehen wollen. Der Frau des Lkw-Fahrers, die am Montag als letzte gegen 15 Uhr mit ihrem Mann telefonisch gesprochen haben soll, wurde es demnach nicht gezeigt. In den Stunden vor der Tat war der Pole nicht mehr zu erreichen. "Er war ein guter Fahrer, einer der letzten guten auf dem Markt", sagte Z. Der Verstorbene hinterlässt seine Frau und ein 17-jähriges Kind.

10.44 Uhr

Berlins Innensenator Andreas Geisel hat die Betreiber der Berliner Weihnachtsmärkte gebeten, aus Gründen der Rücksichtnahme auf die Opfer und deren Angehörige, am Dienstag auf eine Öffnung der Märkte zu verzichten.

10.39 Uhr

10.29 Uhr

Die Innenminister von Bund und Ländern haben sich gegen eine Absage der Weihnachtsmärkte und ähnlicher Veranstaltungen in Deutschland ausgesprochen. Dies teilte das Bundesinnenministerium nach einer Telefonkonferenz der Ressortchefs mit.

10.22 Uhr

Die AfD hat die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung mitverantwortlich für den mutmaßlichen Anschlag gemacht. "Deutschland ist nicht mehr sicher", sagte die Parteivorsitzende Frauke Petry.

10.18 Uhr

Der Mann auf dem Beifahrersitz wurde offenbar erschossen. Das teilte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) mit.

10.10 Uhr

Der festgenommene Verdächtige ist den deutschen Sicherheitsbehörden bislang nicht als Islamist aufgefallen. Der Mann tauche in der entsprechenden Datei der Behörden nicht auf, zitiert die dpa aus Sicherheitskreisen. Der Verdächtige sei der Polizei allerdings wegen kleinerer Delikte bekannt gewesen. Um welche Vergehen es sich handelt, ist bislang nicht bekannt.

9.58 Uhr

Ein Sondereinsatzkommando (SEK) der Polizei hat offenbar gegen vier Uhr am Morgen einen Hangar im stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof gestürmt. Dort sind Flüchtlinge untergebracht. Auch das ZDF und die dpa berichten davon. Welche Verbindung zwischen dem Hangar und dem mutmaßlichen Täter besteht, ist derzeit unklar. Ein Sprecher des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten, sagte dem RBB am Dienstagmorgen, vier junge Männer Ende 20 seien befragt worden. Es habe aber keine Festnahmen gegeben. Etwa 200 Beamte sollen sich im Einsatz befinden. Der ehemalige Flughafen Tempelhof ist die größte Flüchtlingsunterkunft Berlins. Hier können laut eigener Aussage mehr als 2.000 Flüchtlinge untergebracht werden.

9.44 Uhr

Belgien und die Niederlande überprüfen die Sicherheitsvorkehrungen an Weihnachtsmärkten. Die Gefahrenstufe ließen sie aber zunächst unverändert auf dem zweithöchsten Niveau, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Auch die Bundesländer überdenken ihre Sicherheitskonzepte. Laut dpa wollen die Landesinnenminister im Laufe des Tages per Telefonschalte über die Lage beraten.

9.35 Uhr

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE benutzt der Verdächtige die Namen Naved B. und Navid B. Behördenkreisen zufolge soll er 23 Jahre alt sein und aus Pakistan stammen. Am 1. Februar 2016 ist er demnach nach Deutschland eingereist, einen Aufenthaltsgestattung hat er seit dem 2. Juni 2016. Die Angaben sind allerdings mit Vorsicht zu betrachten. Der mutmaßliche Täter könnte mit gefälschten Dokumenten und weiteren Alias-Namen operiert haben.

9.30 Uhr

Gegen 11.30 Uhr soll in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein Kondolenzbuch des Senats ausliegen, in das sich zunächst die Mitglieder der Landesregierung eintragen sollen. Danach könnten sich die Berliner und Gäste der Stadt eintragen.

9.19 Uhr

"Wir müssen alles tun, um diese abscheuliche Tat sorgfältig und vollständig aufzuklären", fordert Justizminister Heiko Maas. "Wir stehen über den Generalbundesanwalt im permanenten Austausch mit den Sicherheitsbehörden." Innenminister Thomas de Maizière ließ unterdessen ein im ZDF angekündigtes Statement ausfallen.

9.16 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat einen geplanten Wahlkreis-Besuch in Mecklenburg-Vorpommern abgesagt. Das bestätigte ein Sprecher des Wahlkreisbüros in Greifswald. Die Kanzlerin wollte bei ihrer Kurzvisite vor Weihnachten ihren Wahlkreis Rügen, Stralsund und Greifswald besuchen.

9.04 Uhr

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat im Auftrag des Generalbundesanwalts die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Terroranschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt übernommen. Ermittelt wird wegen Mordes und einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat.

8.52 Uhr

Der Unglücks-Lkw: Dieses im November auf Facebook publizierte Foto zeigt den Sattelschlepper, der am Montagabend über den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz Berlin gerast ist. Nach Angaben der polnischen Spedition sollte der Laster am Abend in Berlin parken. Das Entladen der transportierten Stahlträger war für Dienstag geplant. Laut GPS-Daten wurde der Laster am Montagnachmittag 15.44 Uhr, 16.52 Uhr und um 17.37 Uhr gestartet - von wem, ist bislang unklar. Um 19.34 Uhr sei der Lkw dann schließlich losgefahren. Gegen 19.45 Uhr habe der Wagen seinen Standort in Berlin endgültig verlassen, heißt es. Gegen 20 Uhr erreichte er den Breitscheidplatz in Berlin-Charlottenburg.

8.49 Uhr

8.28 Uhr

SPIEGEL ONLINE

8.19 Uhr

Innenminister Thomas de Maizière hat bundesweite Trauerbeflaggung angeordnet. Wie sein Ministerium mitteilte, gilt die Weisung für sämtliche Behörden unter Bundesaufsicht. Dies geschehe "als Zeichen der Anteilnahme nach der Gewalttat auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin am gestrigen Abend".

8.00 Uhr

Offenbar konnte der Verdächtige unter anderem deshalb gefasst werden, weil ein couragierter Zeuge den Mann nach dem mutmaßlichen Anschlag durch den Tiergarten verfolgt hat. Er habe währenddessen Kontakt zur Notrufzentrale am Telefon gehalten und fortlaufend die Position des mutmaßlichen Täters durchgegeben. Nach etwa zwei Kilometern habe die Besetzung eines Streifenwagens schließlich den Lkw-Fahrer an der Siegessäule stoppen können. Das berichtet die "Welt" unter Berufung auf einen Berliner Polizeisprecher.

7.49 Uhr

Der Berliner "Tagesspiegel" berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, der Verdächtige sei den Ermittlern bekannt, allerdings nicht wegen eines terroristischen Hintergrundes, sondern wegen kleinerer krimineller Delikte. Auch die dpa meldet, dass der mutmaßliche Täter der Polizei "wegen geringfügiger Delikte" bekannt gewesen sei. Sie beruft sich ebenfalls auf Sicherheitskreise.

6.50 Uhr

Nach Informationen des RBB handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Mann aus Pakistan. Er soll vor einem Jahr über Passau nach Deutschland eingereist sein. Auch die dpa berichtet, dass der Mann "Pakistaner oder Afghane sein könnte" und beruft sich dabei auf Sicherheitskreise.

6.11 Uhr

Die Polizei formuliert den Vorfall nun etwas konkreter und spricht von "vermutlich terroristischem Anschlag":

5.53 Uhr

Die Polizei hat sich wieder zu dem möglichen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt geäußert. Demnach gehen die Ermittler davon aus, dass der Lkw vorsätzlich in die Menschenmenge gesteuert wurde.

4.56 Uhr

Die Polizei Berlin ruft auf Twitter dazu auf, Bild- und Videohinweise an die Behörden zu übermitteln. Dazu hat sie ein Upload-Portal eingerichtet. Außerdem appellierte sie, Bilder oder Videos nicht öffentlich zu verbreiten, um die Privatsphäre der Opfer und der Angehörigen zu schützen.

3.53 Uhr

Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger sagte, er gehe nach seinem bisherigen Informationsstand von einem "Terroranschlag" auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin aus. Ein Sprecher Jägers sagte: "Die Informationen, die wir bisher haben, lassen uns zu dieser Bewertung kommen." Als Konsequenz kündigte Jäger an, dass die Polizei in NRW ihre Präsenz verstärken werde. Wo erforderlich, trügen die Beamten Schutzwesten und Maschinenpistolen. Bundesinnenminister Thomas de Maizière hatte am späten Abend in der ARD gesagt: "Ich möchte im Moment noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht."

3.30 Uhr

Die Berliner Polizei hat sich bei den Verkäufern rund um den Breitscheidplatz für ihre Hilfe bedankt: "Danke an alle Gewerbetreibenden rund um den Breitscheidplatz für die selbstlose Versorgung der Betroffenen und unserer Einsatzkräfte."

2.41 Uhr

Der Mann, der tot im Lkw aufgefunden wurde, war nach Polizeiangaben polnischer Staatsbürger. Der Lastwagen, der auf den Weihnachtsmarkt gefahren war, hatte ein polnisches Kennzeichen und gehört einer polnischen Spedition, wie bereits zuvor bekannt war. Mittlerweile bestätigte die Polizei, dass der Mann nicht am Steuer saß, als der Lkw auf den Weihnachtsmarkt fuhr. Ob es sich bei dem Polen um den regulären Fahrer handelt, blieb aber unklar.

2.23 Uhr

Ein Mitarbeiter der polnischen Spedition, der der Lkw gehört, hat die Vermutung geäußert, dass jemand am Montag mehrfach geübt habe, den Lastwagen zu starten. Das sagte der leitende Speditionsmitarbeiter Lukasz W. dem Internetportal money.pl: "Es ist, als hätte jemand geübt, ihn zu fahren."

Laut W. hätte der Lkw am Montag stehen bleiben sollen, um auf seine Entladung zu warten, die für Dienstag geplant war. Nach den von ihm überprüften GPS-Daten aus dem Lastwagen habe jemand aber um 15.44 Uhr den Motor gestartet und weitere Male um 16.52 Uhr und um 17.37 Uhr. Der Lastwagen sei aber nicht weggefahren. Um 19.34 Uhr habe sich der Lkw aber dann in Gang gesetzt. Gegen 20.00 Uhr war das Fahrzeug in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast.

1.55 Uhr

Die Zahl der Todesopfer bei dem möglichen Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt in Berlin ist auf zwölf gestiegen. Zudem liegen 48 Menschen teils schwer verletzt in Krankenhäusern. Das teilt die Polizei mit.

1.52 Uhr

SPIEGEL-Redakteur Markus Deggerich berichtet von vor Ort, er hat mit Polizei, Feuerwehr und Augenzeugen gesprochen. Demnach näherte sich der Lkw aus der Kant- oder der Hardenbrgstrasse dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Einige behaupten, der LKW sei ohne Licht gefahren, bestätigt ist das aber nicht.

"Als kurz nach acht Uhr die ersten Notrufe bei der Feuerwehr eingingen, war den ersten Hilfskräften vor Ort schnell war klar, dass sie viele zu wenige Helfer sind für die vielen Opfer. 'Wir mussten uns sortieren zwischen den vielen Hilferufen, möglichst schnell die Schwerverletzten versorgen', sagte ein Feuerwehrmann. Sie fanden Menschen mit Brüchen, inneren Verletzungen, auch schon mehrere Tote. Und sie hörten die vielen Schreie."

1.43 Uhr

Berlins Bürgermeister Michael Müller sagte, es sei "sehr bedrückend, ein Schock, weil wir immer gehofft haben, dass wir diese Situation in Berlin nicht haben werden". Die Lage vor Ort sei aber unter Kontrolle. Auch die Polizei teilte mit, es gebe keine Hinweise auf weitere gefährdende Situationen in der City nahe dem Breitscheidplatz.

Ermittler am Tatort
REUTERS

Ermittler am Tatort

01.20Uhr

Widersprüchliche Angaben gibt es dazu, was kurz vor dem mutmaßlichen Anschlag mit dem Laster passierte. Während die Polizei Hinweisen nachgeht, dass das Fahrzeug bereits in Polen von einer Baustelle gestohlen wurde, sagte der Speditionschef, der Fahrer sei auf dem Weg von Italien nach Berlin gewesen. Wegen einer Verzögerung habe der Fahrer bis zum Dienstag warten müssen und den Lastwagen in Berlin geparkt, so der Chef der polnischen Spedition, Ariel Z.

1.12 Uhr

Derzeit gibt es keine offiziellen Angaben zur Herkunft des Lkw-Fahrers. Von unterschiedlichen Spekulationen wurde bislang keine bestätigt.

1.01 Uhr

Es gibt neue Informationen zum Verlauf: Laut Polizei fuhr der dunkle Lastwagen gegen 20 Uhr auf einer Strecke von 50 bis 80 Metern mit hoher Geschwindigkeit über den Markt und zerstörte dabei mehrere Buden. Am Rande der Budapester Straße kam der stark demolierte Lkw dann zum Stehen. Passanten berichteten nach Angaben des Berliner "Tagesspiegel" von einem lauten Knall. Es gebe ein "verheerendes Bild vor Ort", sagte ein Polizeisprecher. Umstehende berichteten dpa-Reportern, dass Dutzende Menschen überfahren worden seien.

0.49 Uhr

Die Polizei twittert, dass der Breitscheidplatz wegen der Tatortarbeit der Ermittler weiträumig gesperrt bleibt.

0.43 Uhr

Donald Trump, der künftige US-Präsident, hat sich mit drastischen Worten zu dem möglichen Anschlag in Berlin geäußert. "Regelmäßig schlachten der Islamische Staat und andere islamistische Terroristen Christen in ihren Gemeinden ab", sagte Trump. Diese Terroristen, ihre regionalen und weltweiten Netzwerke müssten vom Erdboden getilgt werden: "Ein Auftrag, den wir gemeinsam mit allen freiheitsliebenden Partnern durchführen werden." Den möglichen Anschlag nannte er einen "schrecklichen Terrorangriff". Trump weiter: "Unsere Herzen und Gebete sind bei den Angehörigen der Opfer."

Rettungskräfte am Lkw
Getty Images

Rettungskräfte am Lkw

0.29 Uhr

Der Lkw, der auf den Weihnachtsmarkt raste, ist womöglich bereits in Polen von einer Baustelle geklaut geworden, teilt die Polizei mit. Die Ermittlungen dazu liefen. Insgesamt sieben Berliner Staatsanwälte leiten und unterstützen demnach die Ermittlungen. Der Generalbundesanwalt habe ein paralleles Verfahren eröffnet.

Ein verdächtiger Gegenstand, den die Polizei zuvor in der Nähe des Unfallortes untersucht hatte, stellte sich unterdessen als Schlafsack heraus.

0.15 Uhr

Laut Berliner Polizei sind 45 zum Teil schwerverletzte Menschen in Krankenhäuser gebracht worden.

0.10 Uhr

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) äußert sich vorsichtig über die Ereignisse in Berlin. "Ich möchte jetzt noch nicht das Wort Anschlag in den Mund nehmen, obwohl viel dafür spricht", sagte er am Montagabend in der ARD. Ein Verdächtiger werde vernommen. Um wen es sich dabei handelt, ist aber noch unklar. Was wir derzeit wissen und was nicht, lesen Sie hier in unserem Überblick.

0.05 Uhr

Die Polizei bestätigt: Der Lkw hat ein polnisches Kennzeichen. Auf der Ladefläche befinden sich Stahlträger. Die Nationalität des Fahrers ist allerdings noch unklar, sagte ein Polizeisprecher.

23.55 Uhr

Rund um die Westberliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche herrscht noch immer der Ausnahmezustand.

Polizei und Rettungskräfte vor der Gedächtniskirche
DPA

Polizei und Rettungskräfte vor der Gedächtniskirche

23.50 Uhr

Die französische Regierung reagiert auf die Ereignisse in Berlin: Nach Angaben des Innenministeriums wurden die Sicherheitsvorkehrungen auf den Weihnachtsmärkten des Landes erhöht. Innenminister Bruno Le Roux rief die Sicherheitsleute auf, "maximale Wachsamkeit" aufrechtzuerhalten.

23.45 Uhr

Am Dienstagvormittag wollen die Berliner Senatsmitglieder in ein Kondolenzbuch in der Gedächtniskirche eintragen. Danach soll es für alle Bürger offen sein. Für den Dienstagabend ist ein Trauergottesdienst in der Kirche vorgesehen.

23.42 Uhr

Die Berliner Behörden teilen mit: Polizei und Feuerwehr werden sich vorerst nicht mehr zu aktuellen Erkenntnissen und Umständen bei dem Vorfall auf dem Breitscheidplatz äußern. Am Dienstagmittag soll es eine Pressekonferenz geben, bei der Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Innensenator Andreas Geisel die Öffentlichkeit informieren werden.

23.35 Uhr

Der Satiriker Jan Böhmermann und der Musiker Olli Schulz haben wegen der Ereignisse in Berlin eine Veranstaltung im nahegelegenen Tempodrom abgebrochen. "Wir können jetzt nicht weiter gute Laune verbreiten und Party machen, wenn Menschen sterben", sagte Olli Schulz. Jan Böhmermann sagte: "Kommt sicher nach Hause. Verbreitet keine Gerüchte."

23.30 Uhr

Die Polizei bittet die Berliner um Mithilfe:

  • Die Straßen sollen für Einsatzfahrzeuge freigehalten werden.
  • Besorgte Angehörige sollen für Vermisstenmeldungen diese Nummer wählen: 030/54023111
  • Am besten bleiben Anwohner zu Hause.
  • Außerdem sollten keine Fotos und Videos vom Unfallort verbreitet werden, um Gerüchte zu vermeiden.
  • Hinweise rund um die Geschehnisse erreichen die Polizei unter 030/54024111 oder unter www.internetwache-polizei-berlin.de

23.20 Uhr

Auto- und Radfahrer sollen den Bereich um den Breitscheidplatz weiträumig meiden, teilt die Polizei mit. Die Ermittlungen zu den Hintergründen dauern an.

Spezialeinheiten der Polizei sind mit Maschinenpistolen im Einsatz
Getty Images

Spezialeinheiten der Polizei sind mit Maschinenpistolen im Einsatz

23.11 Uhr

Wenn Sie jemanden vermissen, der im Moment in Berlin unterwegs ist, melden Sie sich bei der Vermisstenstelle der Polizei. Die Polizei bittet darum, für Personennachfragen nicht den Notruf zu blockieren.

23.04 Uhr

Sind Sie in Berlin? Facebook hat die Funktion "Safety Check" aktiviert. Damit können Sie markieren, dass Sie in Sicherheit sind.

22.53 Uhr

Auch Bundespräsident Joachim Gauck gibt sich erschüttert. "Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land, der mich wie zahllose Menschen sehr bestürzt", sagt er. "Ich bin in Gedanken bei den Opfern, bei ihren Angehörigen, bei allen Menschen, die um Familienangehörige oder Freunde fürchten."

22.50 Uhr

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erschüttert über die "schrecklichen Nachrichten" aus Berlin. "Viele Menschen, die heute Abend den Weihnachtsmarkt besucht haben, sind ums Leben gekommen, noch mehr wurden verletzt", erklärt er. "Wir wissen noch nicht mit Gewissheit, was heute Abend wirklich geschehen ist. Die Sicherheitsbehörden arbeiten mit Hochdruck daran, die Unglücksstelle zu sichern und die Täter zu finden."

Polizisten am Unfallort
AFP

Polizisten am Unfallort

22.45 Uhr

Der Beifahrer des Lkw ist nach Angaben der Polizei am Unfallort gestorben. Eine verdächtige Person ist unterdessen nahe dem Breitscheidplatz festgenommen worden. Ob es sich dabei um den Fahrer des Lkw handelt, ist noch unklar.

22.38 Uhr

Die Sicherheitsbehörden teilen mit: Es gibt noch keine Klarheit über die Hintergründe. Fest stehe noch nichts, es könne sich sowohl um einen Anschlag als auch um einen Unfall handeln.

22.28 Uhr

Laut Polizei gibt es derzeit keine Hinweise auf weitere gefährliche Situationen rund um den Breitscheidplatz.

22.20 Uhr

Die Berliner Polizei hat die Menschen aufgerufen, zu Hause zu bleiben. Die Ermittler warnen davor, Gerüchte zu verbreiten. Auch Schaulustige werden gebeten, sich vom Ort des Zwischenfalls fernzuhalten.

22.13 Uhr

Der Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen. Das teilte Bundesjustizminister Heiko Maas am Abend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

22.11 Uhr

Inzwischen gibt es neue Informationen über den mutmaßlichen Fahrer des Lkw. Spediteur Ariel Z. hat in einem Interview mit dem polnischen Fernsehsender TVN24 gesagt, sein Cousin habe den Lkw gefahren. Z. habe gegen Mittag zum letzten Mal mit ihm telefoniert. Er könne sich nicht vorstellen, dass sein Cousin einen Anschlag verübt haben soll, und geht von einer Entführung des Lkw aus. Die Frau des Fahrers habe ihren Mann nach 16 Uhr telefonisch nicht mehr erreichen können. Der Lastwagen hatte Stahl geladen. "Ich lasse mir für meinen Fahrer die Hand abhacken", sagte der Spediteur. Zuletzt habe der Fahrer angerufen und gesagt, das Ausladen seiner Stahlteile sei auf den nächsten Morgen verschoben worden. Er habe dann das Auto in der Nähe der Firma gelassen, wo er ausladen sollte. Der Fahrer soll seit 15 Jahren für die Firma arbeiten. Der Lkw ist neu, hatte erst 30 000 Kilometer auf dem Tacho.

22.03 Uhr

Die Polizei bekräftigt: Noch immer sind die Hintergründe des Vorfalls unklar.

21.55 Uhr

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist wegen des möglichen Anschlags auf einem Weihnachtsmarkt in Berlin in Kontakt mit Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD). Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert über Twitter mit. "Wir trauern um die Toten und hoffen, dass den vielen Verletzten geholfen werden kann", schrieb Seibert weiter. Auf dem Berliner Breitscheidplatz wurden mindestens neun Menschen getötet, als ein Lkw in eine Menschenmenge fuhr.

21.52 Uhr

SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Christoph Sydow berichtet: "Die Polizei hat den Tatort rund um die Gedächtniskirche weiträumig abgesperrt. Polizisten mit Maschinenpistolen sichern den Breitscheidplatz. Die Buden des Weihnachtsmarkt sind hell erleuchtet, aber über der ganzen Szenerie liegt gespenstische Stille. Aber es gibt auch Schaulustige, die vor der Polizeiabsperrung Selfies machen."

21.49 Uhr

SPIEGEL-ONLINE-Redakteur Sebastian Fischer ist vor Ort. Er berichtet: "Die Stille ist erstaunlich. Blaulicht von Polizei- und Krankenwagen, aber keine Sirenen. Man hört die TV-Reporter ihre Aufsager in die Stille hinein sagen. Der Platz um die Gedächtniskirche ist weiträumig abgesperrt, dennoch sind einige Passanten in der Sperrzone verblieben, darunter Mitarbeiter der angrenzenden Geschäfte, etwa aus dem Europa Center. Viele filmen das Geschehen mit ihren Handys, andere schauen fassungslos vor sich hin."

21.46 Uhr

Nach Polizeiangaben ein Verdächtiger tot. Über die Todesursache des Mannes, der im Führerhaus des Lastwagens saß, ist laut Polizei zunächst nichts bekannt.

max/lgr/mja/dpa/AFP/Reuters

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