Opferbeauftragter Kurt Beck kritisiert Merkels Treffen mit Angehörigen als "zu spät"

Angela Merkel steht ein schwieriger Tag bevor: Ein Jahr nach dem Berlin-Attentat wird die Kanzlerin mit Hinterbliebenen der Opfer reden. Für SPD-Politiker Kurt Beck hätte das früher passieren müssen.

Kurt Beck
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Vor der ersten Begegnung Angela Merkels mit Angehörigen der Opfer des Anschlags in Berlin hat der Opferbeauftragte Kurt Beck erneut Kritik am Verhalten der Kanzlerin geäußert: Das Treffen komme zu spät, sagte der SPD-Politiker und ehemalige rheinland-pfälzische Ministerpräsident im ZDF-"Morgenmagazin."

Das sei aber "kein böser Wille, sondern eine Fehleinschätzung", sagte der SPD-Politiker. Deutschland und die Kanzlerin seien laut Beck auf einen Anschlag nicht vorbereitet gewesen.

Becks Vorbild in Sachen Opferfürsorge ist Frankreich. Dort habe der Staatspräsident nach den Anschlägen der vergangenen Jahre Staatsakte abgehalten und sich bald mit den Opfern getroffen. "Man hat so ein Zeichen auch von der Kanzlerin erwartet", sagte Beck.

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Der SPD-Politiker hatte am vergangenen Mittwoch seinen Abschlussbericht vorgelegt. Darin untermauerte er die Kritik von Angehörigen der Opfer an Merkel, die ihr jüngst in einem offenen Brief mangelnde Unterstützung vorgeworfen hatten.

Der Beauftragte der Bundesregierung erneuerte im ZDF seine Forderungnach speziellen Anlaufstellen für Opfer und Hinterbliebene schon am Tatort. Außerdem sei eine deutliche Anhebung finanzieller Härtefallleistungen für bedürftige Hinterbliebene nötig.

Merkel will sich vor der Gedenkfeier zum Jahrestag des Anschlags mit den Angehörigen treffen. Fast genau vor einem Jahr raste der Attentäter Anis Amri mit einem gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche, 12 Menschen wurden getötet, rund 70 verletzt.

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mho/dpa



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