Umfrage-Ergebnisse Wie schätzen die Deutschen die Terrorabwehr ein?

Haben deutsche Behörden aus dem islamistischen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt gelernt? Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage von Civey und SPIEGEL ONLINE.

Scharfschützen am Breitscheidplatz am Jahrestag des Attentats
AFP

Scharfschützen am Breitscheidplatz am Jahrestag des Attentats


Beim Attentat des Islamisten Anis Amri auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz starben zwölf Menschen, fast 100 wurden verletzt. Im Laufe der Ermittlungen wurden viele Pannen der Behörden aufgedeckt. Wenn sie verantwortlicher gehandelt hätten, hätte man den Terrorakt verhindern können?

Die Sicherheitsbehörden haben ihre Lehren gezogen: mehr Personal, eine bessere Überwachung von Gefährdern, rigorosere Abschiebungen von Islamisten. Aber reicht das? Ist Deutschland besser als vor einem Jahr gegen mögliche Anschläge wie den vom Breitscheidplatz gewappnet?

Das aktuelle Meinungsbild aus der Umfrage von SPIEGEL ONLINE und dem Meinungsforschungsinstitut Civey von Montag und Dienstag ist eindeutig: Fast zwei Drittel sehen Deutschland schlecht auf ein Attentat vorbereitet. Nur jeder Fünfte (gut 20 Prozent) sieht Deutschland besser aufgestellt als vor Amris Anschlag vor einem Jahr.

Auffällig sind die Unterschiede nach Wahlabsicht, wenn auch nicht überraschend: Besonders potenzielle AfD-Wähler sehen Deutschland schutzlos islamistischem Terror ausgeliefert. Nur etwa drei Prozent der AfD-Anhänger denken, dass Deutschland gegen Anschläge wie den vom Breitscheidplatz gerüstet ist.

Den zweitniedrigsten Wert lieferten potenzielle Wähler der FDP: Nur rund 12 Prozent sagen, Deutschland sei gut oder sehr gut in der Lage, ein Attentat zu verhindern.

Deutlich mehr sind es bei Linken (20 Prozent), Grünen (27 Prozent), SPD (28 Prozent) und CDU/CSU (33 Prozent). Die Stichproben nach Parteien haben einen Stichprobenfehler von 4 bis 6 Prozentpunkten, geben also nur eine grobe Orientierung über die Stimmung im Zusammenhang mit der Wahlabsicht.

cht

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