8. März Frauentag wird Feiertag in Berlin

Als erstes Bundesland hat der Stadtstaat Berlin den Frauentag als gesetzlichen Feiertag eingeführt. Bei der Abstimmung im Abgeordnetenhaus gab es aber etliche Gegenstimmen.

Suffragetten, circa 1913
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Suffragetten, circa 1913


In Berlin ist der alljährlich am 8. März begangene Frauentag ab sofort neuer gesetzlicher Feiertag. Das Berliner Abgeordnetenhaus stimmte nach zweiter Lesung abschließend für den entsprechenden Gesetzentwurf der rot-rot-grünen Landesregierung. Von den anwesenden 147 Abgeordneten stimmten 87 für das Gesetz, 60 Abgeordnete stimmten dagegen.

Eine Reihe anderer Landesparlamente hatte im vergangenen Jahr neue Feiertage eingeführt. Während die norddeutschen Bundesländer den Reformationstag (31. Oktober) zum Feiertag machten, erklärte Thüringen den Weltkindertag (20. September) zum Feiertag. Der Stadtstaat Berlin ist das einzige Bundesland mit dem Frauentag als Feiertag.

Bislang war die Hauptstadt in Sachen Feiertage bundesweites Schlusslicht: In Berlin gab es bis zur jüngsten Entscheidung jährlich nur neun Feiertage, in den meisten Bundesländern zehn.

Vor mehr als 100 Jahren erstmals ausgerufen

Dieser geht auf die Konferenz sozialistischer Frauen im Jahr 1910 in Kopenhagen zurück. Initiatorin war die Frauenrechtlerin Clara Zetkin. Ausgerufen wurde der Tag erstmals 1911. Zunächst fand er am 19. März statt, erst später setzte sich der 8. März durch. Bei den Kundgebungen in Deutschland gehörte die Einführung des Frauenwahlrechts zu den wichtigsten Forderungen - in Deutschland besteht es seit 1918.

Während der Frauentag in der Bundesrepublik zunächst kaum noch Bedeutung hatte, wurde er in der DDR ab 1947 offiziell begangen. Er sollte die Gleichberechtigung fördern und die Arbeit der Frauen würdigen - sie bekamen oft Blumen geschenkt. Im Westen gewann er in den Siebzigerjahren durch die damalige Frauenbewegung wieder an Bedeutung.

Die Vereinten Nationen riefen 1975 im Rahmen des internationalen Jahrs der Frau erstmals eine Feier zum 8. März aus. 1977 rief ihn die Uno-Generalversammlung zum "Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden" aus.

aev/AFP

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