Berlin Günther Kleiber im Gefängnis

Jetzt sind sie wieder vereint, die drei vom Politbüro: Nach Egon Krenz und Günter Schabowski hat nun auch Günther Kleiber seine Haftstrafe angetreten. Die SED-Spitzenpolitiker waren wegen der Todesschüsse an der Mauer verurteilt worden.


Berlin - Der 68-Jährige, der bis zum Fall der Mauer auch stellvertretender Regierungschef war, war zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Er hatte nach Angaben von Justizsprecherin Michaela Blume wegen Erkrankung seiner Frau zeitweisen Haftaufschub erhalten.

Günther Kleiber
REUTERS

Günther Kleiber

Wie Kleiber war auch der frühere SED-Chef von Ost-Berlin, Günter Schabowski, zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Schabowski, auf dessen Äußerungen auf einer Pressekonferenz in Ost-Berlin am 9. November 1989 der Fall der Mauer zurückgeführt wird, hatte seine Freiheitsstrafe bereits Mitte Dezember angetreten. Krenz war als Hauptverantwortlicher zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Alle drei früheren DDR-Spitzenpolitiker befinden sich in der Vollzugsanstalt Hakenfelde im Berliner Nordwestbezirk Spandau im offenen Vollzug.

Krenz war vor seinem Haftantritt am Donnerstag vergangener Woche vor dem Bundesverfassungsgericht mit einer Beschwerde gegen sein Urteil gescheitert. Er will nach Angaben seines Verteidigers Robert Unger vor dem Europäischen Gerichtshof gegen seine Verurteilung angehen, die allerdings inzwischen Rechtskraft erlangte. Kleiber und Schabowski akzeptierten die Urteile, die 1997 vom Landgericht Berlin verhängt und vergangenen November vom Bundesgerichtshof bestätigt worden waren.



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