Versagen bei Flüchtlingsversorgung Berlins Lageso-Chef tritt zurück

Seit Monaten bekommt Berlin die Versorgung der Flüchtlinge nicht in den Griff, jetzt zieht der Verantwortliche die Konsequenzen: Lageso-Präsident Franz Allert hat seinen Rücktritt eingereicht.

Lageso-Chef Franz Allert: Angesichts der massiven persönlichen Kritik zurückgetreten
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Lageso-Chef Franz Allert: Angesichts der massiven persönlichen Kritik zurückgetreten


Der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso), Franz Allert, ist zurückgetreten. Das teilte ein Sprecher von Sozialsenator Mario Czaja (CDU) am Mittwochabend mit. Allert wurde wegen der katastrophalen Zustände bei der Versorgung der Flüchtlinge seit Monaten kritisiert.

Czaja teilte mit, Allert habe ihn "in Anbetracht der massiven persönlichen Kritik" an seiner Person gebeten, "ihn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben zu freizustellen. Ich werde dieser Bitte entsprechen und respektiere diesen Schritt."

Das Lageso ist die erste Anlaufstelle für ankommende Flüchtlinge in Berlin. Es ist zuständig für die Registrierung der Asylbewerber, für ihre medizinische Erstversorgung, das Zuweisen in Notunterkünfte und die Ausgabe von Taschengeld. Die Behörde bekommt diese Aufgaben seit Monaten nicht in den Griff. Das Gelände ist hoffnungslos überfüllt. Hunderte Flüchtlinge stehen tagelang draußen in der Kälte oder in beheizten Zelten an.

Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hatte seinen Sozialsenator am Mittwoch in der RBB-"Abendschau" aufgefordert, Allert abzusetzen. "Wir sind jetzt in einer Situation, in der wir nicht mehr länger warten können."

Müller kündigte an, die Situation am Lageso in den nächsten Tagen spürbar zu verbessern. Die Wartezelte sollen für Flüchtlinge geöffnet und das Zugangssystem optimiert werden.

Vor seinem Rücktritt hatte Allert im RBB-Kulturradio eingeräumt, dass sich die Zustände am Lageso noch nicht grundlegend gebessert hätten. "Es ist noch keine wirklich befriedigende Situation, trotz der erheblichen Veränderungen und Bemühungen, die hier schon seit Monaten laufen.

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sun/dpa

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