Razzia Vier mutmaßliche Islamisten in Berlin festgenommen

Die Ermittler fanden Drogen und Waffen bei den Verdächtigen: Bei einer Razzia hat die Berliner Polizei vier mutmaßliche Islamisten festgenommen.


Bei Razzien im Zusammenhang mit bandenmäßigem Drogenhandel hat die Berliner Polizei vier mutmaßliche Islamisten festgenommen. Gegen drei von ihnen lagen bereits Haftbefehle vor, der vierte Verdächtige soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Die Festgenommenen werden demnach "dem gewaltbereiten islamistischen Spektrum zugerechnet".

Den Ermittlern zufolge griff der polizeiliche Staatsschutz mit Unterstützung von Spezialeinheiten und einer Einsatzhundertschaft am frühen Morgen an sechs Anschriften in Neukölln, Köpenick, Mariendorf und Zehlendorf zu. Insgesamt wurden demnach neun Männer festgenommen, darunter die vier mutmaßlichen Islamisten. Bei den Razzien wurden elektronische Geräte, Drogen und Waffen beschlagnahmt.

Der Attentäter vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, war ebenfalls von der Polizei wegen seiner Nähe zur gewaltbereiten islamistischen Szene beobachtet worden. Gleichzeitig war er als Drogenverkäufer für den organisierten Rauschgifthandel in Berlin unterwegs, verdiente so Geld und nahm selbst Drogen.

Mitarbeiter des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) sollen entsprechende Aktenvermerke allerdings manipuliert haben, um womöglich die versäumte Gelegenheit einer Festnahme Wochen vor dem Anschlag zu vertuschen. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) machte zuletzt außerdem bekannt, dass auch Namen aus dem Drogenumfeld von Amri gelöscht worden seien. Ob es einen Zusammenhang zwischen den nun festgenommenen mutmaßlichen Islamisten und dem Fall Amri gibt, teilte die Polizei nicht mit.

Amri hatte am 19. Dezember einen polnischen Lastwagen gekapert und war damit auf einem Weihnachtsmarkt in eine Menschenmenge gerast. Zwölf Menschen starben, 67 weitere wurden verletzt. Seit April überprüft ein Sonderermittler den Umgang der Behörden mit dem Fall Amri. Nun soll auch ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt werden.

cte/AFP/dpa



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