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Geheimdienst-Informationen: Hinweise auf mögliche Anschläge auf deutsche Bahnhöfe und Pegida-Demos

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Mögliches Anschlagsziel Berliner Hauptbahnhof: "Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst"

Ausländische Nachrichtendienste warnen nach SPIEGEL-Informationen die deutschen Behörden: Die Hauptbahnhöfe von Berlin und Dresden könnten zum Ziel von Terroranschlägen werden. Dschihadisten diskutieren demnach auch über Angriffe auf Pegida-Märsche.

Hamburg - Bei deutschen Sicherheitsbehörden sind Hinweise auf mögliche Terroranschläge eingegangen, die mutmaßliche Anschlagsziele in Deutschland benennen. Nach Informationen des SPIEGEL haben mehrere ausländische Nachrichtendienste übereinstimmende Meldungen an die deutschen Behörden weitergeleitet. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Genannt wurden darin die Hauptbahnhöfe in Berlin und Dresden als mutmaßliche Ziele. Zudem fingen ausländische Geheimdienste Kommunikationsinhalte namentlich bekannter, international agierender Dschihadisten ab. Diese hätten mögliche Anschläge auf die wöchentlichen Aufmärsche der antiislamischen Pegida-Bewegung diskutiert.

Attentate auf solche Massenversammlungen gelten den Sicherheitsbehörden als Horrorszenario. "Wir nehmen diese Hinweise sehr ernst", sagte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter.

Vor Parlamentariern gaben sich die Sicherheitsbehörden zurückhaltend. Es gebe keine konkreten Hinweise auf Zeit oder Ort eines Anschlags, teilten sie den Abgeordneten mit. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte, seine Behörde kommentiere "ungeklärte Einzelsachverhalte" nicht. Maßnahmen zu "erkannten Handlungserfordernissen" würden getroffen. Nach SPIEGEL-Informationen wurde die Polizeipräsenz an Bahnhöfen deutscher Großstädte verstärkt.

Indirekte Verbindung der Paris-Attentäter nach Deutschland

In ihren Ermittlungen haben die Behörden inzwischen eine erste indirekte Verbindung zwischen den Männern, die das Attentat auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" verübten, und deutschen Islamisten hergestellt. So hat offenbar einer der beiden Brüder Kouachi bei einer Reise nach Oman 2011 einen Qaida-Funktionär getroffen, der später nach Syrien reiste. Dort benutzte der Qaida-Mann ein Telefon, das die deutschen Behörden dem inzwischen in Syrien gestorbenen Dinslakener Dschihadisten Marcel L. zuordnen.

Zudem hat sich auch die Gesamtzahl jener Islamisten erhöht, die aus Deutschland in die Kampfgebiete in Syrien und im Irak reisen. Die Sicherheitsbehörden gehen nun von mehr als 600 Menschen aus, die in die Dschihadgebiete gereist sind. 60 von ihnen sollen inzwischen unter anderem bei Selbstmordattentaten und Kampfhandlungen ums Leben gekommen sein. Zuletzt wurde der Tod der Dinslakener Mustafa K., Hassan D. und Marcel L. bekannt.

Die komplette Geschichte finden Sie ab Samstag im neuen SPIEGEL. Den digitalen SPIEGEL bekommen Sie schon jetzt: Seit 18 Uhr sind die Apps für iPhone, iPad, Android und Windows 8 sowie die Web-App und das PDF freigeschaltet.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 43 Beiträge
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1.
deus-Lo-vult 16.01.2015
Ist doch nur eine Frage wann bei uns ein Anschlag stattfindet. Nicht ob.
2. Zynismus
knok 16.01.2015
Ein gutes haben diese Warnungen vielleicht: Aus Angst gehen weniger Leute zu den Pegida-Märschen. Aber im Ernst: Hoffentlich bleiben wir verschont. Wir können jetzt nur hoffen und keine Panik haben. Aber in vielen Ländern, nicht nur in Europa, ist die Lage sehr ernst.
3.
monolithos 16.01.2015
Na, das wars dann wohl mit Bahnfahren. Und mit dem niedrigen Spritpreis, weil die Nachfrage danach, lieber mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, steigen wird. Wenn es nicht die streikenden Lokführer sind, die einen vom Bahnfahren abhalten, sollen es jetzt die Islamisten sein? Oder womöglich Maulwürfe aus der Union, die eine Bedrohungslage herbeireden lassen, um die Vorratsdatenspeicherung endlich durchzusetzen? Wer weiß? So oder so: Die westlliche Politik des Umgangs mit anderen Kulturen (Russland, Islam etc.) ist gescheitert. Wenn schon der Papst dazu aufruft, sich bei Pseudobeleidigungen gegenseitig eins auf die Fresse zu hauen ... Wir werden erst wieder in Ruhe leben können, wenn man uns überall auf der Welt vertraut. Aber niemand von denen, die es könnten, tut etwas dafür. Warum auch? Mit Angst lässt sich so schön viel Geld verdienen.
4.
007er 16.01.2015
Ich pendle zwischen zwei Großstädten mit der Bahn, ich habe Angst, ich habe Angst davor das meine Kinder ohne Mutter aufwachsen müssen, aber ich habe auch Wut und eine gehörige Portion Trotz! - wir sind ein freies Land, in dem man sich sicher bewegen können sollte, wenn wir nun alle vor Angst erstarren - dann kann ich auch ne Burka anziehen und mich einschließen...
5. Es könnte aber auch sein,
tim.brauer 16.01.2015
daß es dem Bahnhof Hintertupfingen oder die Fußball Arena Kleinkleckersdorf erwischt. Oder, daß einfach gar nix passiert. Die Zuverlässigkeit der von Geheimdienstem zugetragenen Informationen steht doch spätestens seit den Massenvernichtungswaffen im Irak fest. Momentan geht es darum, die Vorratsdatenspeicherung salonfähig zu machen. In Frankreich gibt es die übrigens schon. Offensichtlich wahnsinnig erfolgreich.
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