Berlin und Sachsen Bundespolizei geht gegen Schleuserring vor

200 Beamte der Bundespolizei haben Razzien in vier Bundesländern vorgenommen. Drei Männer wurden festgenommen. Der Vorwurf: Sie sollen gegen Geld Menschen illegal nach Deutschland gebracht haben.


Mit einem Großaufgebot ist die Polizei am Mittwochmorgen in mehreren Bundesländern gegen einen Schleuserring vorgegangen. Drei Männer wurden dabei festgenommen. Sie sollen im großen Stil Menschen mit Lastwagen über die Balkanroute nach Deutschland gebracht haben. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Beamte hatten sieben Wohnungen und Geschäftsräume in Berlin, Sachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen durchsucht. Zwei Verdächtige wurden in Berlin, einer im sächsischen Bad Muskau festgenommen. Mehr als 200 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz, darunter auch verschiedene Spezialeinsatzkräfte der Bundespolizei.

Den Ermittlungen zufolge habe die Bande nachweislich mindestens 160 Migranten hauptsächlich in Lastwagen geschleust, sagte ein Sprecher der Bundespolizei Pirna. Sie habe dabei "unter bewusster Inkaufnahme von Gefahr für Leib und Leben" gehandelt. Der Transport in geschlossenen Lkw ist für die Betroffenen riskant. 2015 waren 71 tote Flüchtlinge in einem Fahrzeug an einer österreichischen Autobahn entdeckt worden.

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Für ihre Dienste verlangten die Schleuser nach Angaben des Sprechers bis zu 8000 Euro pro Flüchtling. Neben den Festnahmen gehe es bei der Razzia auch um die Beschlagnahme zusätzlicher Beweismittel und neue Erkenntnisse zur Struktur der Organisation, mit denen die Ermittlungen weiter vorangetrieben werden könnten. Zuerst hatte der Sender MDR über die Razzia berichtet. Demnach waren unter den Migranten, die durch die Schleuser nach Deutschland gebracht wurden, auch zahlreiche Kinder.

aev/dpa



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