Berlin Volksentscheid zu Flughafen Tempelhof gescheitert

Die Tage des Flughafens Tempelhof sind offenbar gezählt: Bei der Abstimmung über den Erhalt des historischen Wahrzeichens der Stadt zeichnet sich ein Scheitern des Volksentscheids ab - die Wahlbeteiligung fiel weit geringer aus als erwartet.


Berlin - Der Volksentscheid zur Offenhaltung des Berliner Flughafens Tempelhof ist deutlich gescheitert. Nach Auszählung von 93,5 Prozent der Stimmen wurde mit 20,7 Prozent Ja-Stimmen nach Angaben des Landeswahlleiters die notwendige Stimmenzahl verfehlt. Für einen Erfolg war die Zustimmung von 25 Prozent der Wahlberechtigten erforderlich.

Luftaufnahme des Flughafens Tempelhof in Berlin - dessen Tage sind offenbar gezählt
AP

Luftaufnahme des Flughafens Tempelhof in Berlin - dessen Tage sind offenbar gezählt

Es war der erste Volksentscheid in der Geschichte Berlins.

Damit stärkte die Mehrheit der teilnehmenden Berliner die Position des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD), den innerstädtischen Flughafen Tempelhof im Oktober zu schließen.

Der Ausgang des Volksentscheids ist für den rot-roten Senat nicht bindend, da er nur als Empfehlung, aber nicht als Gesetzentwurf formuliert war. Die Wahlbeteiligung lag voraussichtlich bei rund 34,3 Prozent.

Wowereit hatte stets betont, Tempelhof werde in jedem Fall geschlossen. Anderenfalls könnte der Ausbau des künftigen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg International (BBI) gefährdet sein, der Ende 2011 in Betrieb gehen soll.

Anwohner in Schönefeld hatten bereits mit weiteren Klagen gedroht.

Die Interessengemeinschaft City Airport Tempelhof (ICAT) wollte zusammen mit der CDU, der FDP und Wirtschaftsverbänden erreichen, dass der älteste Berliner Flughafen als Verkehrsflughafen mit regulären Linienflügen offenbleibt.

pad/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.