Berlin-Wahl SPD verdankt vor allem Wowereit den Sieg

Dass die SPD in Berlin weiterregieren kann, verdankt sie laut den Analysen der Meinungsforscher vor allem der Popularität des Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit. Die CDU wiederum ist in keinem anderen Bundesland schwächer als in der Hauptstadt.


Berlin - Das Berliner Ergebnis hat nach Erkenntnissen der Forschungsgruppe Wahlen seine zentralen Ursachen in der Stadt selbst: Bei der Entscheidung war für 65 Prozent der Befragten das Land Berlin und nur für 29 Prozent die Bundespolitik wichtiger.

Die Arbeit der SPD im Berliner Senat wurde auf der +5/-5-Skala mit 0,6 positiv eingestuft, die der Linkspartei mit minus 0,5 negativ. Für ihre Arbeit in der Opposition erhielt die CDU mit minus 0,8 die schlechteste Note im Abgeordnetenhaus, die Liberalen kamen auf minus 0,7 und die Grünen auf 0,0.

Der größte Trumpf der Sozialdemokraten neben Partei-Ansehen und Sachpolitik hieß Wowereit: 61 Prozent der Befragten wollten ihn, aber nur 21 Prozent den CDU-Kandidaten Friedbert Pflüger als Regierenden Bürgermeister. Mit einer klar positiven Leistungsbilanz erreichte der Regierungschef einen Imagewert von 1,7. Pflüger dagegen lag bei minus 0,5.

Im Vergleich galt Wowereit als Kandidat mit mehr Tatkraft, Glaubwürdigkeit und Sachverstand. Vor allem bei Sympathie und Bürgernähe ließ der Amtsinhaber den Herausforderer weit hinter sich.

Die größten Zugewinne konnte die SPD bei den unter 30-Jährigen verzeichnen. Hier kam sie auf 33 Prozent (plus 6). Damit lag sie in allen Altersgruppen nahe an ihrem Gesamtergebnis.

Bei der CDU, die ihr schlechtestes Ergebnis überhaupt in der Hauptstadt erreichte, gab es dagegen ein erhebliches Altersgefälle: Nur bei den über 60-Jährigen erreichte die Union mit 32 Prozent ein weit überdurchschnittliches Ergebnis, bei den unter 30-Jährigen fiel die Partei dagegen mit lediglich 13 Prozent und bei den 30- bis 44-Jährigen mit 16 Prozent als drittstärkste Kraft hinter SPD und Grüne zurück.

Die Grünen (13,1 Prozent) sowie die kleinen Parteien waren in der Hauptstadt Gewinner der Wahl. Die Linkspartei (13,4 Prozent) verbuchte allein im Osten ein Minus von 20 Punkten und blieb in der Gesamtstadt nur knapp drittstärkste Kraft vor den Grünen.

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