Ausgrabung von Denkmal Hello, Lenin!

Im Film sagte man ihm noch "Goodbye", jetzt taucht er wieder auf. 1991 wurde eine Lenin-Statue zerlegt und im Wald vergraben. Nun will die Stadt Berlin den Kopf bergen - doch geschützte Eidechsen könnten den Plan zunichtemachen.

Kopf der Lenin-Statue im Jahr 1991: Exponat für Umgang mit DDR-Denkmälern
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Kopf der Lenin-Statue im Jahr 1991: Exponat für Umgang mit DDR-Denkmälern


Berlin - Die Stadt Berlin will den Kopf einer 1991 abgerissenen und anschließend vergrabenen Lenin-Statue aus der Erde holen und in einer Ausstellung zeigen. Einmal geborgen, soll der Kopf der einst 19 Meter hohen Statue Teil der Dauerausstellung "Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler" in der Zitadelle Spandau werden.

Die Ausstellung soll Monumente aus mehreren Epochen der Berliner Geschichte zeigen, wobei die 1970 aufgestellte Lenin-Skulptur als zentraler Bestandteil des Zeitabschnittes DDR dienen soll. "Der Kopf ist ein wichtiges Exponat dafür, wie nach der Wende mit DDR-Denkmälern umgegangen wurde", sagte eine Sprecherin der Ausstellung.

Doch obwohl die politische Entscheidung zur Ausgrabung gefallen ist, ist die Bergung noch ungewiss: Die zuständigen Behörden befänden sich derzeit noch in Anhörungen, um eine Genehmigung für die Ausgrabung aus einem Artenschutzgebiet zu erteilen, sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt.

Heute leben hier geschützte Eidechsen

Das Problem: Die in rund 120 Einzelteile zerlegten Überreste der Statue wurden 1991 im Köpenicker Forst im Süden von Berlin vergraben. Heute leben dort zahlreiche Exemplare der europaweit geschützten Zauneidechse. Vor dem Ausgraben des Kopfes müssten jetzt noch die Behörden für Naturschutz, Denkmäler und die Forste ihre Zustimmung für eine "Sondergenehmigung für die Vergrämung der Zauneidechsen" geben, sagte die Sprecherin.

"Vergrämen" kommt aus der Jägersprache und bedeutet "verscheuchen". Mit einem Ergebnis sei voraussichtlich nach Ostern zu rechnen.

Das "Vergrämungskonzept" des Senats sieht vor, die Echsen vor der Ausgrabung umzusiedeln. "Wir tun alles dafür, dass keine Gefährdung eintritt", sagte Spandaus Kulturamtsleiterin Andrea Theissen, deren Bezirk das wissenschaftliche Konzept zur Umsiedlung der Tiere finanziert.

mka/AFP



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insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
quark@mailinator.com 24.03.2015
1.
Lew Kerbel war glaube ich der Künstler. Eine Schande, diese Zerstörung.
drent 24.03.2015
2. Jede Eidechse ist mehr wert
als ein scheußlicher Leninkopf.
ginger64 24.03.2015
3.
gehören zurück an den Ursprungsort. Ich bin für Ostberlin.
Zensuropfer 24.03.2015
4. Eidechsen gegen Lenin?
Eidechsen gegen Lenin? So was gibt es vermutlich nur in Deutschland, so wie die Idee solchen ein Kopf im Wald zu vergraben. Was für ein Blödsinn!
isolde.duschen 24.03.2015
5.
Der Senat erarbeitet also ein Vergrämungskonzept? Sonst herrscht dort gepflegte Langeweile oder wie?
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