K-Frage Berliner SPD-Chef spricht sich für eine Kanzlerin Kraft aus

Immer mehr SPD-Mitglieder äußern sich in der Diskussion um einen möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten - trotz eines selbstverhängten Maulkorbs. Nun hat sich der Berliner SPD-Chef öffentlich für Hannelore Kraft starkgemacht.

Ministerpräsidentin Kraft bei ihrem Amtseid im Juni: Erste Fürsprecher melden sich
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Ministerpräsidentin Kraft bei ihrem Amtseid im Juni: Erste Fürsprecher melden sich


Berlin - Eigentlich hätte er nichts sagen sollen, in der Diskussion um die Kanzlerkandidatur der Sozialdemokraten. Doch der Vorsitzende der Berliner SPD, Jan Stöß, hat sich öffentlich für Hannelore Kraft als Kanzlerkandidatin ausgesprochen. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin "wäre sicherlich eine hervorragende Kandidatin und Kanzlerin", sagte er dem "Tagesspiegel".

Mit Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und Parteichef Sigmar Gabriel habe die SPD zwar drei "wirklich bekannte und bemerkenswerte Persönlichkeiten", so Stöß weiter. "Aber natürlich kann ich mir auch noch andere vorstellen, vor allem Frauen. Hannelore Kraft wäre eine von ihnen." Kraft selbst hatte zuletzt mitteilen lassen, dass sie in Düsseldorf bleiben wolle. Eine Entscheidung, die Stöß bedaure, aber verstehen könne, fügte er hinzu.

Eigentlich hatte sich die SPD in der K-Frage vorläufig ein Diskussionsverbot auferlegt, doch Stöß' Vorstoß kommt in einer Phase, in der sich parteiintern die Fürsprecher der potentiellen Kandidaten in Stellung zu bringen scheinen. Am Wochenende hatte sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig für Frank-Walter Steinmeier als Kanzlerkandidaten ausgesprochen. Nils Schmid, SPD-Vorsitzender in Baden-Württemberg, sagte, dass auch Steinbrück einen hervorragenden Kandidaten abgeben würde.

Am Montag reagierte die Parteiführung prompt: SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles appellierte an ihre Genossen, sich mit Äußerungen zurückzuhalten. Die K-Frage werde nicht vor der Landtagswahl in Niedersachsen im Januar entschieden.

jls/dpa



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eduardschulz 15.08.2012
1.
Zitat von sysopDPAImmer mehr SPD-Mitglieder äußern sich in der Diskussion um einen möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten - trotz eines selbstverhängten Maulkorbs. Nun hat sich der Berliner SPD-Chef öffentlich für Hannelore Kraft stark gemacht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,850134,00.html
Der Berliner SPD-Chef kann sich gerne für eine Kanzlerin Kraft aussprechen. Allerdings muss er vorher noch ein paar Wähler davon überzeugen, die SPD zu wählen. Merke: Vor der Kür kommt die Pflicht. Im Übrigen ist die Debatte um den Kanzlerkandidaten der SPD mittlerweile zu einer Posse geworden, die einer Aufführung des Obereisesheimer Heimattheaters würdig wäre.
adam68161 15.08.2012
2. Personalmangel !
Beide Parteien haben keine ausreichend bekannten und vor allem qualifizierten Kandidaten. Man stelle sich mal den "gelernten Lehrer" Sigmar Gabriel in der EU-Runde vor, oder Jürgen Trittin, das Flaschenpfand! Aber leider gibt es auch bei der CDU keine vernünftige Alternative. Merkel hat sie alle hinausgeekelt. Und das in schwierigster Zeit!
stranzjoseffrauss 15.08.2012
3. Im Gegensatz zu Scheinmeier, Scheinbrück und Siggi Pop....
... hat Currywurst-Hanni schon eine Wahl gewonnen. Zwar nur gegen CDU-Azubi Röttgen, aber wen interessieren die Details.
zudummzumzum 15.08.2012
4. Aus der derzeitigen Troika ...
Zitat von sysopDPAImmer mehr SPD-Mitglieder äußern sich in der Diskussion um einen möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten - trotz eines selbstverhängten Maulkorbs. Nun hat sich der Berliner SPD-Chef öffentlich für Hannelore Kraft stark gemacht. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,850134,00.html
... ist für mich persönlich keiner wählbar. Nicht als Wahlkreiskandidat, geschweige denn über einen Platz auf der Landesliste. Insofern kann ich mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht vorstellen der SPD meine Zweitstimme zu geben. Aber selbst die Erststimme würde ich davon abhängig machen wollen, dass mein Wahlkreiskandidat hoch und heilig verspricht, keinen von den dreien zum Fraktionsvorsitzenden oder gar Kanzler wählen zu wollen. Ehrenwort! Und wenn es zu einem "Lagerwahlkampf" kommt, wäre ich aus den gleichen Gründen gezwungen, auch die Grünen für mich als unwählbar zu deklarieren. Insofern begrüße ich jede Alternative, die sich die SPD einfallen lässt. Schlimmer, als Gabriel, Steinbrück oder Steinmeier, geht nimmer! Mit einer Frau Kraft an der Spitze würde ich wenigstens darüber nachdenken können, die SPD in den Kreis der wählbaren Parteien aufzunehmen. Schön wär's - das Parteienangebot wird ganz schön eng!
XXYYZZ 15.08.2012
5.
Zitat von eduardschulzDer Berliner SPD-Chef kann sich gerne für eine Kanzlerin Kraft aussprechen. Allerdings muss er vorher noch ein paar Wähler davon überzeugen, die SPD zu wählen. Merke: Vor der Kür kommt die Pflicht. Im Übrigen ist die Debatte um den Kanzlerkandidaten der SPD mittlerweile zu einer Posse geworden, die einer Aufführung des Obereisesheimer Heimattheaters würdig wäre.
Ihnen wird gewiß nicht entgangen sein, daß Parteien VOR DER WAHL KanzlerKANDIDATEN aufstellen und nicht erst NACH der Wahl entschieden wird, wer Kanzler/Kanzlerin einer bestimmten Partei wird. Ergo hat der Berliner SPD-Chef von der KANDIDATIN und Kanzlerin Kraft gesprochen. Merke: Lesen können ist die Pflicht, verstehen (und zwar nicht nur die Wortfetzen, die einem in den Kram passen,) die Kür. Mfg
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