Berlin - Die Berliner SPD und ihr Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit rutschen wegen des Flughafendesasters in der Wählergunst immer weiter ab. Erstmals seit Jahren liegt die bisher in Umfragen immer führende Regierungspartei SPD mit 24 Prozent deutlich hinter ihrem Koalitionspartner CDU, der auf 27 Prozent kommt. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der "Berliner Zeitung". Im Vergleich zum Vormonat bedeutet das für die SPD ein Minus von zwei und für die CDU ein Plus von einem Prozentpunkt. Im Vergleich zum Januar 2012 büßte die SPD gar fünf Prozentpunkte ein, die CDU gewann fünf dazu.
Am dramatischsten stürzte Wowereit ab. Stand er im Januar mit + 1,4 Prozent noch unangefochten auf Platz eins der Beliebtheitsskala, besetzt er jetzt mit - 0,1 Prozent den viertletzten Platz.
Damit kreiden die Wähler das Debakel um den Flughafen vor allem dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wowereit und seiner Partei an. Laut Umfrage ist der Bau des neuen Flughafens in Schönefeld für die Berliner auch im Dezember das größte Problem in der Hauptstadt. Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte zwischen dem 10. und 20. Dezember 1004 Berliner.
Wowereit hatte zuletzt nicht mehr garantieren wollen, dass der 27. Oktober 2013 als Eröffnungstermin für denHauptstadtflughafen gehalten werden kann. Der Termin war bereits dreimal verschoben worden. "Es gibt noch viele Probleme zu bewältigen", sagte Wowereit am 13. Dezember im Abgeordnetenhaus. Eine Garantie für den Eröffnungstermin könne er dem Abgeordnetenhaus deshalb nicht geben. Völlige Sicherheit gebe es erst, wenn die Betriebsgenehmigung erteilt sei, sagte Wowereit, der Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft ist.
Am Donnerstag hatte auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer Zweifel an dem Termin geäußert: "Der Miteigentümer Bund sieht Anzeichen dafür, dass der Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 möglicherweise nicht gehalten werden kann", hatte Ramsauer der "Welt" gesagt. Ein Risiko bestehe nach wie vor darin, ob der Brandschutz gewährleistet werden könne. "Dafür müssen noch zahlreiche Tests durchgeführt werden."
hen/dpa
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