Rassistischer Kommentar SPD-Politiker entschuldigt sich bei Özil und Gündogan

Bernd Holzhauer ist SPD-Politiker in Hessen - und hat sich nun bei Mesut Özil und Ilkay Gündogan entschuldigt. Der Grund: Er hatte sie nach dem Treffen mit Erdogan rassistisch beleidigt.

Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.)
DPA

Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.)


Eigentlich galt die Sache als erledigt: Nachdem Mesut Özil und Ilkay Gündogan Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier infolge ihres umstrittenen Fotos mit Recep Tayyip Erdogan getroffen und sich ausgesprochen hatten, sollte es nur noch um die WM in Russland gehen. Doch nun sorgt ein neuer Kommentar für Aufregung.

Ein SPD-Politiker aus dem osthessischen Bebra hat die beiden Nationalspieler schwer beleidigt. Der Erste Stadtrat Bernd Holzhauer kommentierte auf Facebook die vorläufige Auswahl des DFB für die Weltmeisterschaft mit den Worten: "das vorläufige deutsche Aufgebot zur WM - 25 Deutsche und zwei Ziegenficker". Er entschuldigte sich am Donnerstag für seine verbale Entgleisung.

Holzhauer sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Das war eine Situation, wo mir die Pferde durchgegangen sind und wo ich vielleicht nicht gleich überlegt habe." Er betonte, nicht ausländerfeindlich zu sein. Er sei verärgert gewesen, dass sich die beiden deutschen Kicker mit einem Staatspräsidenten von zweifelhaftem Ruf fotografieren ließen. "Aber ich möchte das jetzt auch nicht schönreden: Das war scheiße. Ich möchte mich bei allen entschuldigen, die sich dadurch beleidigt fühlen. Die Wortwahl war nicht gut." Er bereue die Sache.

Der bereits vor einigen Tagen erschienene Eintrag auf dem privaten Account des Kommunalpolitikers ist mittlerweile gelöscht. Die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine", die zuvor über den Fall berichtet hatte, veröffentlichte einen Screenshot des Kommentars. Die örtliche CDU forderte Holzhauer zum Rücktritt auf.

dop/dpa

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