AfD-Abspaltung Alfa Lucke gibt Parteivorsitz auf

Die Arbeit soll "auf mehr Schultern verteilt werden": Bernd Lucke kandidiert nicht mehr als Vorsitzender bei Alfa. Bislang ist die neue Partei keine Erfolgsgeschichte für den AfD-Mitgründer.

Bernd Lucke
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Die AfD-Abspaltung Alfa bekommt eine neue Führung. Wie die Partei bekannt gab, gibt Bernd Lucke den Vorsitz beim Parteitag am kommenden Wochenende auf. Die Allianz wolle ihre "Aufstellung für die Bundestagswahl und die vorausgehenden Landtagswahlen optimieren", heißt es in einer Pressemitteilung.

Lucke soll Spitzenkandidat für die Bundestagswahl werden und sich darauf konzentrieren. In dieser Funktion wolle er "inhaltliche Schwerpunkte setzen und eine größtmögliche Präsenz in der Öffentlichkeit anstreben".

"Wir halten es für sinnvoll, Arbeit und Verantwortung auf mehr Schultern verteilt werden", wird der 53-Jährige zitiert. Seine Nachfolgerin soll die Generalsekretärin Ulrike Trebesius werden.

Lucke hatte Alfa (ein Akronym für "Allianz für Fortschritt und Aufbruch") gegründet, nachdem er im Sommer 2015 im Streit aus der AfD ausgetreten war. Auf dem Bundesparteitag war Lucke abgewählt worden, seither führen Frauke Petry und Jörg Meuthen die AfD.

Bislang ist Luckes neue Partei keine Erfolgsgeschichte. Das Landgericht Augsburg gab dem Verein "Aktion Lebensrecht für alle" im April recht im Namensstreit mit der Partei. Der Verein will der Partei untersagen, den Namen weiter zu nutzen. Lucke kündigte an, eine Berufung zu prüfen.

Der AfD-Mitgründer hat es darüber hinaus bislang nicht geschafft, Alfa in Abgrenzung von seiner alten Partei bekannt zu machen. Die Unzufriedenheit damit lässt sich aus der Alfa-Mitteilung herauslesen. Zwar würden sich viele Wähler "nach der Umwandlung der CDU in eine Mitte-links-Partei nach einer wählbaren liberal-konservativen Partei sehnen", wird Luckes designierte Nachfolgerin Trebesius zitiert. "Noch wissen allerdings viel zu wenige, dass es mit Alfa diese Partei bereits gibt." Man wolle die kommenden 15 Monate nutzen, dies zu ändern.

cte

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insgesamt 54 Beiträge
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MarkusH. 01.06.2016
1. schade
aber kein Mensch wird Alfa (heisst die überhaupt noch so?) wählen. warum auch? Protestwähler? intelligente? tolle Idee, schlechte Umsetzung.
RenegadeOtis 01.06.2016
2.
Ich bin immer noch der Meinung, dass diese Partei "Allianz für Aufbruch und Forschung" heißen sollte. ALAF.
RudiRastlos2 01.06.2016
3.
Allemal besser, als die AfD. Meine Stimme hätten sie.
200MOTELS 01.06.2016
4. vielleicht braucht er Zeit
um eine neue Partei zu gründen ? Wie wärs mit Beta ?
Christ 32 01.06.2016
5. .
Alfa steht in Konkurenz zur AfD und der Wähler bestätigt bisher Petrys Kurs die Partei bis an den rechten Rand auszuweiten. Lucke hat ein paar ungeschickte Schachzüge gemacht wie die Aufnahmeverweigerung ehemaliger AfD- Mitglieder. Das fällt ihm jetzt zusätzlich vor die Füße. Wenn die CDU wieder weiter nach Rechts rutscht werden die Wähler entweder CDU, FDP oder die AfD wählen. Für Alfa gibt es keinen Platz.
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