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20. Juli 2015, 13:53 Uhr

Neue Partei

Namensstreit um Luckes Alfa

Bernd Luckes neue Partei Alfa ist erst einen Tag alt - und hat bereits Ärger: Der Lebensschutz-Verein denkt über eine Klage nach, denn sein Kürzel lautet ebenfalls Alfa.

Die Aktion für Lebensrecht für Alle e.V. (Alfa) will juristisch gegen die neue Partei Alfa (Allianz für Fortschritt und Aufbruch) von Bernd Lucke vorgehen. "Wir prüfen rechtliche Schritte gegen die Partei wegen der Namensgebung", sagte die Bundesvorsitzende des Vereins, Claudia Kaminski, "Zeit Online".

"Die Vorgehensweise der Partei ist für uns völlig unverständlich." Bevor man einen Namen wählt, müsse man sich heutzutage gründlich informieren, ob er anderweitig genutzt wird, sagte Kaminski. "Das hat Bernd Lucke offensichtlich nicht getan." Die Initiative befürchtet nun Rufschäden. "Wir wollen nicht mit einer Partei verwechselt werden", sagte die Vorsitzende.

Die Aktion Lebensrecht ist ein Verein radikaler Abtreibungsgegner. Mitglieder und Förderer hätten sich bereits in E-Mails an den Bundesvorstand über die missbräuchliche Verwendung des Namens beklagt, sagte Kaminski. Der Verein hat nach eigenen Angaben in Deutschland, Österreich und der Schweiz 11.000 Mitglieder.

Lucke hatte am Sonntag in Kassel kurz nach dem Rückzug aus der AfD eine neue Partei gegründet. (Lesen Sie dazu mehr hier.) Er war im Streit mit dem nationalkonservativen Flügel um seine Rivalin Frauke Petry unterlegen.

Lucke kündigte bereits an, seine neue Partei scharf gegen die AfD abzugrenzen. Die Alfa führe "eine Art schwarze Liste" für "problematische Leute" aus der AfD, die nicht als Mitglied aufgenommen werden sollten, sagte Lucke im Deutschlandfunk am Montag. Zudem plane die Alfa eine "Probezeit" für neue Mitglieder, die der Partei nicht bekannt seien.

ler/AFP

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