Beschluss USA prüfen Modernisierung ihrer Atomwaffen in Deutschland

Die USA prüfen eine Modernisierung ihrer Kernwaffen. Betroffen sind nach SPIEGEL-Informationen Bomben des Typs B-61, die auch in Deutschland für den Einsatz auf "Tornado"- Jagdbombern lagern. Das Vorhaben steht im Kontrast zu den Abrüstungsplänen beider Staaten.


Hamburg - Die USA prüfen eine Modernisierung ihrer Atombomben. Betroffen sind davon nach SPIEGEL-Informationen Bomben des Typs B-61, die auch auf dem Fliegerhorst Büchel für den Einsatz auf deutschen "Tornado"- Jagdbombern lagern. Im Oktober beschloss der US-Kongress, 32,5 Millionen Dollar für eine entsprechende Untersuchung auszugeben.

Das Vorhaben steht im Kontrast zu den Abrüstungsplänen in den USA und in Deutschland. Bundesaußenminister Guido Westerwelle warb in der vergangenen Woche bei seinem Besuch in Washington für atomare Abrüstung. US-Präsident Barack Obama hatte sich bereits im April für eine atomwaffenfreie Welt ausgesprochen.

Zunächst soll nur die Modernisierung nicht-nuklearer Teile der B-61 geprüft werden, damit die Waffen auch in künftigen Trägerflugzeugen integriert werden können. Weitere 15 Millionen werden verfügbar, falls die US-Administration in ihrer neuen Nuklearplanung beschließt, dass eine neue Bombe erforderlich ist. Verteidigungsminister Robert Gates deutete bereits im September an, die Nuklearplanung werde "in ein oder zwei Fällen wahrscheinlich ein neues Waffendesign" erforderlich machen.

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