Bessere Umfragewerte: Grüne holen mit Steuerplänen auf

Grünen-Politiker Trittin (l.), Kretschmann und Göring-Eckardt: Riskante Pläne Zur Großansicht
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Grünen-Politiker Trittin (l.), Kretschmann und Göring-Eckardt: Riskante Pläne

Die Grünen gehen mit Plänen für kräftige Steuererhöhungen in den Wahlkampf. Eine riskante Taktik - die aber aufzugehen scheint. In einer aktuellen Umfrage holt die Partei auf, auch Wunschpartner SPD legt zu. Der Rückstand auf Union und FDP schrumpft.

Berlin - Mit ihren Steuervorhaben haben die Grünen auf ihrem Bundesparteitag für einige Aufregung gesorgt - und für einige Negativschlagzeilen. In den Umfragen schadet ihnen die Steueroffensive jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Grünen verbessern sich laut "Stern"-RTL-Wahltrend in der Wählergunst im Vergleich zur Vorwoche um einen Punkt auf 15 Prozent.

Die Demoskopen haben auch die Zustimmungswerte für den wohl wichtigsten Punkt des Grünen-Konzepts aufgeschlüsselt. Die angekündigte Erhöhung des Spitzensteuersatzes auf 49 Prozent für ein Jahreseinkommen über 80.000 Euro kommt demnach bei den meisten Deutschen gut an: Zwei Drittel sind dafür, von den eigenen Anhängern sogar 88 Prozent.

Allerdings sinkt die Zustimmung mit steigendem Gehalt. Von denjenigen, die mehr als 3000 Euro netto im Monat verdienen, befürworten nur noch 53 Prozent die Pläne. Und lediglich 27 Prozent der Deutschen wären bereit, mehr Steuern als bisher zu zahlen. Die große Mehrheit (68 Prozent) lehnt dies ab.

Die Grünen wollen kräftig an der Steuerschraube drehen: Neben der Erhöhung des Spitzensteuersatzes fordern sie eine Abgabe von 1,5 Prozent ab einem Vermögen von einer Million Euro, die Verdopplung des Aufkommens aus der Erbschaftsteuer und Abschmelzung des Ehegattensplittings.

Auch der mögliche Koalitionspartner SPD legt zu. Die Sozialdemokraten gewinnen einen Punkt und kommen auf 24 Prozent. Damit liegt Rot-Grün mit zusammen 39 Prozent noch vier Punkte hinter dem "bürgerlichen" Wählerlager: Die Union kommt unverändert auf 39 Prozent, während die FDP unter die Fünfprozentmarke auf vier Prozent zurückfällt.

Die Linke verharrt bei acht Prozent. Der Anti-Euro-Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) wollen wie in der Vorwoche 3 Prozent der Wähler ihre Stimme geben, nur noch zwei Prozent wollen die Piraten wählen. Auf sonstige kleinere Parteien entfallen fünf Prozent.

Forsa-Chef Manfred Güllner sagte dem "Stern", das bürgerliche Lager aus Union und FDP sei "instabil" geworden. "Die Schlagzeilen zur Selbstbedienungsmentalität der CSU sowie die Diskussion um Uli Hoeneß irritieren die Anhänger." Bei der CSU hatte es zuletzt eine Affäre wegen der Beschäftigung von Angehörigen in den Büros von Abgeordneten gegeben. Bayern-Präsident Hoeneß steht wegen eines Steuerskandals in der Kritik.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) schadet dies jedoch nicht. Sie liegt in der Wählergunst bei 58 Prozent und damit 40 Punkte vor ihrem Herausforderer Peer Steinbrück (SPD).

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insgesamt 482 Beiträge
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1. Ja ja ....Wahlkampf:
kampftier 07.05.2013
Zitat von sysopDie Grünen gehen mit Plänen für kräftige Steuererhöhungen in den Wahlkampf. Eine riskante Taktik - die aber aufzugehen scheint. In einer aktuellen Umfrage holt die Partei auf, auch Wunschpartner SPD legt zu. Der Rückstand auf das bürgerliche Lager schrumpft. Bessere Umfragewerte: Grüne holen mit Steuerplänen auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bessere-umfragewerte-gruene-holen-mit-steuerplaenen-auf-a-898463.html)
Hier zeigt sich,wer am besten Versprechen unters Volk streuen kann ... Aber das Vertrauen der Wähler .....Ist hin ...
2. Das ist der Grieche im Deutschen...
cheechago 07.05.2013
geht's daran was abzugeben ist der Reiche eben doich nur ein "Grieche" und lamentiert auf hohem Niveau. Den ein oder anderen Mitnahmeeffekt den er vom Staat bekommt , natürlich ausgenommen.
3. Umfragen
kf_mailer 07.05.2013
auch wenn noch hunderte bis zur Wahl kommen, abgerechnet wird am Schluß. Erstmal müssen diese Träumer drr Umverteilung und Befürworter der Abschaffung der Nationalstaaten über 5 Prozent kommen und wer weiß, vielleicht durchschauen bis dahin noch mehr Menschen diese Populisten.
4. Find ich gut!
kdshp 07.05.2013
Zitat von sysopDie Grünen gehen mit Plänen für kräftige Steuererhöhungen in den Wahlkampf. Eine riskante Taktik - die aber aufzugehen scheint. In einer aktuellen Umfrage holt die Partei auf, auch Wunschpartner SPD legt zu. Der Rückstand auf das bürgerliche Lager schrumpft. Bessere Umfragewerte: Grüne holen mit Steuerplänen auf - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bessere-umfragewerte-gruene-holen-mit-steuerplaenen-auf-a-898463.html)
ann ich gut verstehen denn unter der CDU/CSU/FDP wurden ja nur die kleine leute höher besteuert UND jetzt zahlen eben mittel,- und oberschicht auch ihren teil.
5. optional
sprechweise 07.05.2013
Armut für Alle, danke
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