Umfrage: Junge Deutsche sind für die Herdprämie

Experten sind gegen das Betreuungsgeld, die Koalition streitet täglich über das Thema - doch in der Bevölkerung ist die Herdprämie recht beliebt. Zumindest die unter 30-Jährigen befürworten den Zuschuss laut einer Umfrage. Ältere hingegen sind gegen das Lieblingsprojekt der CSU.

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Junge Mütter: Kluft zwischen den Generationen

Hamburg - Nicht nur die Politik streitet über die sogenannte Herdprämie. Auch bei den Bürgern ist die Meinung geteilt. Aus der jungen Generation kommt Zuspruch für das geplante Betreuungsgeld, das an Eltern gezahlt werden soll, die ihre unter dreijährigen Kinder zu Hause betreuen. Das ergab eine Umfrage für den "Stern" und RTL.

Unter den 18- bis 29-Jährigen, also jenen, die am ehesten von der Förderung profitieren würden, ist demnach eine Mehrheit von 51 Prozent für das Betreuungsgeld, nur 43 Prozent sind dagegen. Hingegen lehnten 61 Prozent der ab 60-Jährigen die geplante Leistung ab. Frauen (39 Prozent dafür) würden die Einführung der Prämie eher begrüßen als Männer (34 Prozent dafür). Insgesamt sprachen sich in der Umfrage 60 Prozent der Bürger gegen die Einführung der staatlichen Hilfen aus. 36 Prozent sind dafür.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Koalition offenbar plant, Eltern, die Hartz IV empfangen, vom geplanten Betreuungsgeld auszuschließen. Die Leistung soll laut übereinstimmenden Medienberichten mit dem Arbeitslosengeld II verrechnet werden.

CSU wirft Opposition Heuchelei vor

Die Opposition kritisierte die Pläne der Bundesregierung scharf. SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles nannte dieses Vorhaben "absurd", der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Bundestagsfraktion, Volker Beck, bezeichnete die geplante Regelung als "haushaltspolitisch unklar und unsozial". SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann bekräftigte: "Wir bekämpfen das Betreuungsgeld mit allen zur Verfügung stehenden politischen Mitteln."

Die CSU, die das Betreuungsgeld entschieden vorantreibt, hat die Empörung aus den Reihen von SPD und Grünen zurückgewiesen. "Es ist Heuchelei, wenn die Opposition das Betreuungsgeld ablehnt, aber nun kritisiert, dass es Fürsorgeempfänger nicht erhalten sollen", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU im Bundestag, Stefan Müller, am Mittwoch der dpa.

Der Streit um die Prämie schadet auch dem Ansehen von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Die Politikerin, deren Ministerium derzeit einen Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld erarbeitet, kommt bei den Deutschen nicht gut an. Nur 27 Prozent der Bürger schätzen ihre Arbeit laut der Umfrage als gut ein. Noch am besten schneidet die Familienministerin bei den 18- bis 29-Jährigen ab: Hier äußern sich 33 Prozent zufrieden mit ihr. 35 Prozent dieser Altersgruppe sind unzufrieden.

syd/jok/dpa/dapd/AFP

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insgesamt 123 Beiträge
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1.
Emmi 25.04.2012
"Unter den 18- bis 29-Jährigen, also jenen, die am ehesten von der Förderung profitieren würden..." Falsch! In dem Alter haben die alles mögliche im Sinn, aber nicht das Kinderkriegen. Das findet ab 30 statt. Da die meisten in der Altersgruppe zudem noch ohne eigenes (richtiges) Einkommen sind (Ausbildung, Studium, Bund, Bufdi oder erst mal gar nix machen...) sind die zudem froh über jeden Euro, den sie (theoretisch) dafüf bekommen könnten, dass sie etwas NICHT machen (müssen)...
2.
plumbini 25.04.2012
Glaube nie einer Statistik die du nicht selbst gefaelscht hast ;-) Wer ist denn da gefragt worden und wieviele? Was machen die Muetter beruflich, habe sie Kinder oder nicht? Davon abgesehen steigt das Alter von Muetter bei der ersten Geburt, daher sollte man representativerweise das Alter mind auf 35 besser auf 40 Jahre setzten und eine representative Uebersicht ueber alle Muetter zu haben.
3.
polimax 25.04.2012
Zitat von sysopExperten sind gegen das Betreuungsgeld, die Koalition streitet täglich über das Thema - doch in der Bevölkerung ist die Herdprämie recht beliebt. Zumindest die unter 30-Jährigen befürworten den Zuschuss laut einer Umfrage. Ältere hingegen sind gegen das Lieblingsprojekt der CSU. Umfrage: Junge Deutsche sind für die Herdprämie - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,829693,00.html)
So schwachsinnig, wie manche es bezeichnen, finde ich das Betreuungsgeld nun auch wieder nicht. Dieses soll ja nicht, wie es manche darstellen, gezahlt werden, weil man etwas unterlässt, sondern ganz im Gegenteil, weil man etwas tut, was andere auf Kosten der Allgemeinheit (durch Steuergelder finanzierte Kinderkrippen) lieber abdrücken, nämlich das Betreuen der eigenen Kinder während der ersten 3 Jahre. Und da die Betreuung und Erziehung der Kinder in Deutschland ein Grundrecht und auch eine Grundpflicht der Eltern ist, erscheint es durchaus vertretbar, auch denen, die diese Pflicht noch selbst wahrnehmen, eine kleine Unterstützung zukommen zu lassen, statt Steuergelder nur für diejenigen auszugeben, die diese Pflicht, aus welchen Gründen auch immer, lieber delegieren.
4. Wenn ich meine Kinder frage....
spydergyrl 25.04.2012
Zitat von sysopExperten sind gegen das Betreuungsgeld, die Koalition streitet täglich über das Thema - doch in der Bevölkerung ist die Herdprämie recht beliebt. Zumindest die unter 30-Jährigen befürworten den Zuschuss laut einer Umfrage. Ältere hingegen sind gegen das Lieblingsprojekt der CSU. Umfrage: Junge Deutsche sind für die Herdprämie - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,829693,00.html)
...seid ihr für mehr Taschengeld? dann sagen die auch nicht nein.
5.
gracie 25.04.2012
ich selbst habe keine kinder, aber viele meiner bekannten und ich bin immer wieder erstaunt wie viel pflegeleichter und konservativ bis erzkonservativ viele dieser kids sind. lange habe ich nichts dazu gesagt, da ich immer dachte es wäre eine einbildung von mir, aber anscheinend doch nicht.
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