Betrunken am Steuer Koalition plant Wegfahrsperren für Alkoholsünder

Alkohol am Steuer - das könnte technisch bald unmöglich sein: Schwarz-Gelb plant laut einem Zeitungsbericht spezielle Wegfahrsperren. Wenn der Fahrer beim Atemtest durchfällt, verhindern die Geräte, dass das Fahrzeug anspringt.

Polizeikontrolle: Fahrer zur Vernunft bringen
DPA

Polizeikontrolle: Fahrer zur Vernunft bringen


Berlin - In den Koalitionsfraktionen von Union und FDP gibt es Überlegungen für die Einführung elektronischer Wegfahrsperren in den Autos von Alkoholsündern. Beide Fraktionen fordern einem Bericht der "Saarbrücker Zeitung" zufolge in einem gemeinsamen Antrag Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf, den Einsatz sogenannter Alkolocks zu prüfen.

Diese Atemmessgeräte sorgen dafür, dass der Motor des Fahrzeugs nicht anspringt, wenn der Fahrer zu viel getrunken hat. Schwarz-Gelb will dem Bericht zufolge so Fahrer zur Vernunft bringen, die wegen Trunkenheit am Steuer wiederholt aufgefallen sind.

Teil der Überlegungen sei, womöglich die Zeit des Führerscheinentzugs zu verkürzen oder Punkte in Flensburg zu erlassen, wenn sich Autofahrer ein solches Gerät in ihren Wagen einbauen lassen.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte der Zeitung, man stehe dem freiwilligen Einsatz von Alkolocks aufgeschlossen gegenüber. Eine obligatorische Ausrüstung aller Kraftfahrzeuge oder eine Pflicht nur für bestimmte Personengruppen wie Berufskraftfahrer sehe man aber kritisch. Schließlich müsste dann jeder Halter ein solches Gerät einbauen, auch wenn er gar kein Alkoholproblem habe.

Die rund tausend Euro teuren Geräte sehen einem Navigationsgerät ähnlich, verfügen allerdings über ein Mundstück. Der Motor funktioniert erst, wenn der Fahrer gepustet hat und für fahrtüchtig befunden wird. Die Wegfahrsperren werden in anderen Ländern bereits erprobt oder eingesetzt.

ffr/dpa/dapd



insgesamt 182 Beiträge
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frigor 20.04.2011
1. Schwachsinn
Zitat von sysopAlkohol am Steuer - das könnte technisch bald unmöglich sein: Schwarz-Gelb plant laut einem Zeitungsbericht spezielle Wegfahrsperren.*Wenn der Fahrer beim Atemtest durchfällt, verhindern die Geräte, dass das*Fahrzeug*anspringt. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,758123,00.html
Und was geschieht, wenn die nicht alkoholisierte Ehefrau den Atemtest macht?
caro_1234 20.04.2011
2. Hellauh
Ja wo sind wir denn hier? Kann man vielleicht erstmal die wirklich entscheidenden Probleme dieses Landes lösen. All diese Ministerchen die nach Aufmerksam suchen und wirklich irrsinnige Dinge als Fortschritt hinstellen - gibt es ein Patentamt für Beamte? Erfindung, Kreativität, abgelehnt weil weder originell noch erfinderisch. "Herr lass Hirn vom Himmel fallen"
Sachsenimker 20.04.2011
3. Nur dummes Zeug von den Autobauern!
Damit PS-Bauerei, -Protzerei und der Alkohol nach wie vor fröhliche Urständ in Deutschland feiern können, muss natürlich so ein unnötige Klamotte her. Da fehlt aber noch ein Zusatzgerät: Darum Autobauer aufgepasst: Wer sichert denn, dass auch der Fahrer wirklich bläst oder nicht seine Oma? Wenn wir es nicht schaffen, Null-Promille oder eine Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen durchzusetzen, so erfinden wir eben Kinkerlitzchen. Noch Fragen?
reflexxion 20.04.2011
4. Der 1. April ist aber schon vorbei oder?
Wenn ich das sio lese, frage ich mich warum niemand an wirklich wichtigen Problemen arbeitet. Gibt es schon ein politisches Osterloch? Wann kommt die Osterhasengrippe H2O2 ?
founder 20.04.2011
5. GPS + lokale Wetternachrichten = Tempolimit
Man sollte da gleich weiter denken. Ein automatisches Tempolimit ins Auto einbauen. Mit dem GPS weis das Fahrzeug wo es ist. Lokale Wetternachrichten ergeben ein Gefährdungspotential vom Straßenzustand. Dann fährt das Auto auf der Landstraße eben nur noch 80, wenn dort 80 vorgeschrieben ist. Dann fährt das Auto auf der Autobahn eben nur noch 60, wenn dort dichter Nebel ist. Dann wird eben der Führerscheinneuling, der sich als der nächste Rallyeweltmeister fühlt bei starken Schneefall auf der Landstraße auf 60 km/h limitiert. Wie würde dann unsere Verkehrstotenstatistik aussehen, wenn der jugendliche Rennfahrer mit seinen 4 Opfern seinen 200 PS Boliden nicht mit 200 km/h um den Baum wickeln konnte, weil dort nur 70 km/h erlaubt sind und das Auto dort auch nur 70 fährt?
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