Leipzig Anschlag auf Büro von CDU-Politikerin Kudla

Einbrecher haben das Wahlkreisbüro der umstrittenen CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla in Leipzig verwüstet. Es war nicht das erste Mal.

CDU-Abgeordnete Bettina Kudla
DPA/ Laurence Chaperon

CDU-Abgeordnete Bettina Kudla


Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ist ein Anschlag auf das Büro der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordneten Bettina Kudla verübt worden. Wie ein Sprecher der Polizei sagte, beschmierten Unbekannte in der Nacht die Fassade mit einer teerähnlichen Flüssigkeit, warfen vier Fenster ein und verwüsteten das Büro. Hinweise auf mögliche Täter oder Hintergründe des Anschlags lagen zunächst nicht vor. Zuerst hatte der MDR berichtet.

Bereits am Montagabend hätten Unbekannte versucht, in das Büro der CDU-Politikerin in Leipzig einzubrechen, sagte der Sprecher. Beamte fanden Einbruchspuren an der Tür. Bereits Ende August war in Leipzig ein ähnlicher Anschlag auf ihr Büro verübt worden. Auf der Plattform "Linksunten.indymedia" war zuvor ein Bekennerschreiben mit Kritik an Kudla und der Asylpolitik der CDU veröffentlicht worden.

Kudla war zuletzt wegen fremdenfeindlicher Tweets in die Kritik geraten. Unter anderem hatte sie den nationalsozialistischen Begriff "Umvolkung" verwendet. Zuvor hatte sie den türkischen Journalisten Can Dündar als "Cansel Dünnschiss" bezeichnet.

Bei der nächsten Verfehlung soll Kudla aus der Unionsfraktion im Bundestag ausgeschlossen werden. Das habe man in der Fraktionsführung vereinbart, sagte ein hochrangiger CDU-Politiker dem SPIEGEL. In der Unionsspitze hofft man, dass Kudla auf einem Wahlkongress am 22. Oktober nicht wieder als Leipziger CDU-Kandidatin für die Bundestagswahl nominiert wird. Man habe sie auch deshalb nicht aus der Fraktion ausgeschlossen, weil man fürchte, sie könne sich dann der AfD anschließen, sagt ein Führungsmitglied der Fraktion: "Eine AfD-Rednerin im Bundestag ist das Letzte, was wir jetzt brauchen."

Die stellvertretende AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch hatte Kudla einen Wechsel in ihre Partei angeboten.


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anr/dpa

insgesamt 27 Beiträge
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Seite 1
skylarkin 04.10.2016
1.
Holzlatte, Gebrüll und Pfiffe, Büro verwüsten, Hassmails - die politische Auseinandersetzung eskaliert. Rechts und Links scheinen Richtung späte Weimarer Republik zu wollen. Sehr traurige Entwicklung.
genugistgenug 04.10.2016
2. Wechsel unlogisch
Sicher wird die K. nun ganz brav sein, denn der Wechsel zur xfx ist z.Zt. unlogisch. Logischer wäre einfach das Jahr bis zur Wahl abzusitzen, sich dann auf CDU Ticket einen Versorgungsplatz zu ergattern und dann zu wechseln. Denn als xfx Abgeordnete hätte sie nichts zu sagen und wäre nach der Wahl weg. Wette: Wir wetten, dass auch andere CDU Abgeordnete so was planen?
archivdoktor 04.10.2016
3. Jacke wie Hose
Es zeigt sich immer wieder: die Linken sind nich besser als die Rechten!
matze_wehlau 04.10.2016
4. immer gleich
Die Menschen reagieren auf bestimmte Verhältnisse immer gleich. Nicht erst seit gestern. Ich finde das hatte man als Regierung voraussehen müssen. Dazu hätte es nicht viel gebraucht -außer etwas Realismus. Aber wir betrachten in Deutschland die Menschen lieber durch die idiologische Brille. Da sind eben alle ganz prima drauf - außer ein paar Störer.
coldwarrior 04.10.2016
5. Lenkt alles nur von den wahren Problemen ab
und paßt einigen gut in den Kram. Wahr ist daß Linke, wenn sie denn waren, nicht besser sind wie Rechte!
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