Fall Bettina Wulff SPD fordert Aufklärung von McAllister

Kamen die Gerüchte über Bettina Wulffs Vergangenheit aus der CDU-Landesregierung in Hannover? Zeitungsberichten zufolge wollte offenbar die eigene Partei dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff schaden. Die Opposition fordert nun Aufklärung.

Bettina und Christian Wulff (Archivbild): Klagen gegen Gerüchte
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Bettina und Christian Wulff (Archivbild): Klagen gegen Gerüchte


Die Gerüchte über die Vergangenheit von Bettina Wulff sollen aus der CDU-Landesregierung in Hannover gestreut worden sein. Das berichtet die "Bild am Sonntag". Zuvor hatte bereits die "Süddeutsche Zeitung" geschrieben, "CDU-Kreise" hätten seit 2006 diese Geschichte erzählt. Zu der Zeit war ihr Ehemann, Christian Wulff, noch Ministerpräsident in Niedersachsen, bis er 2010 zum Bundespräsidenten gewählt wurde.

Erst wurde in Hannover getratscht, dann in Berlin. Die "Berliner Zeitung" orakelte Ende vergangenen Jahres, bei der "Bild" liege eine Geschichte über die angebliche Vergangenheit der First Lady in der Schublade. In seiner Sendung fragte Günther Jauch den stellvertretenden "Bild"-Chefredakteur Nikolaus Blome geradeheraus, ob das stimme. Der blockte ab.

Im Januar schließlich beklagte sich Christian Wulff im Fernsehen über "Phantasien", die da über seine Frau im Internet verbreitet würden. Spätestens da war das Gerücht in der Öffentlichkeit. Die Intrige, offenbar aus den eigenen Reihen, hatte über die Jahre Wirkung entfaltet. Die SPD fordert nun Details von Wulffs Nachfolger im Amt des niedersächsischen Ministerpräsidenten. "David McAllister muss die Vorwürfe schnell aufklären", sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der "Bild am Sonntag".

"Schwerste Verletzung durch das Medium Internet"

Die Zeitung berichtet an diesem Sonntag detailliert über eine angebliche Rotlicht-Vergangenheit von Bettina Wulff und fügt hinzu, das sei "eine durch nichts bewiesene Unterstellung". Genau das hat Bettina Wulff bereits erklärt. Sie geht seit Monaten juristisch gegen Blogger und Journalisten vor, damit die Gerüchte nicht öffentlich wiederholt werden. 34 Unterlassungserklärungen hat sie bereits durchgesetzt. Auch Günther Jauch hat sich am Samstag verpflichtet, jede Anspielung zu unterlassen. Wulff hatte am Freitag Klage eingereicht.

Google hat sie ebenfalls verklagt, damit die Suchmaschine nicht automatisch Anfragen der Nutzer um Schlagworte ergänzt, die zu den Gerüchten passen. Der Konzern sieht der Klage allerdings gelassen entgegen, hat ähnliche Fälle vor Gericht bereits gewonnen, weil nur abgebildet wird, was Menschen häufig im Web suchen. In Italien und Frankreich urteilten Richter allerdings anders, dort muss Google nun filtern.

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hans-Peter Uhl, sagte zu den Unterlassungsklagen gegen Google: "Wir stehen vor einem hochbrisanten Musterprozess gegen hochgradige Verleumdung und schwerste Verletzung durch das Medium Internet und der Frage, ob das alles ungesühnt hingenommen werden muss." Uhl plädierte dafür, diese Fragen juristisch "durchzuexerzieren".

ore/AFP

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insgesamt 145 Beiträge
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Herbert1968 09.09.2012
1. Noch 'n Gerücht
Dass das Gerücht aus Hannoveraner "CDU-Kreisen" stamme, ist doch genau so ein Gerücht, durch nichts bewiesen und durch nichts zu beweisen. Die zitierten Zeitungen nennen keine Namen. Was soll McAllister da aufklären? Wieder ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver der SPD.
hubertrudnick1 09.09.2012
2. Schmutzfinken
Zitat von sysopdapdKamen die Gerüchte über Bettina Wulffs angebliche Vergangenheit aus der CDU-Landesregierung in Hannover? Zeitungsberichten zufolge wollte offenbar die eigene Partei dem damaligen Ministerpräsidenten Christian Wulff schaden. Die Opposition fordert nun Aufklärung. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,854755,00.html
Die schlimmsten Feinde befinden sich immer in den eigenen Reihen, kein politischer Gegner ist so agressive und brutal wie die sogeannten eigenen Parteifreunde es sind und das trifft wohl auf alle Parteien und Gruppierungen zu. HR
oleg g. 09.09.2012
3. Gerüchte verstummen meist von allein
Die Dame geht mir langsam auf den Geist. Sind doch beide über beide Ohren versorgt. Aus und vorbei und vergessen dieses Trauerspiel, einen Bubi zum Präsidenten zu machen.
hermes69 09.09.2012
4. Es reicht ...
seit 2 Tagen nichts anderes als B. Wulff, B. Wulff da. KEINE mediale Aufmerksamkeit mehr für diese Person und das Thema ist durch.
friedrich_eckard 09.09.2012
5.
Die Frage ist natürlich berechtigt: was da der christlich-bürgerlich-marktkonform-demokratische Sumpf für übelriechende Blasen geworfen hat, geht die Öffentlichkeit, im Gegensatz zur Erwerbsbiographie der Frau Wulff, durchaus etwas an. Nur wird nichts dabei herauskommen, wenn nicht gerade ein Insider aus Rachebedürfnis oder Erwerbsinteresse auspackt - und leider wäre ja auch noch zu klären, ob die Fragesteller nicht selber Sumpfhühner sind.
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