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Ex-First-Lady: Bettina Wulff distanziert sich von ihrem Ehemann

Bettina Wulff startet eine großanlegte PR-Offensive. In gleich vier Interviews mit Illustrierten spricht sie über ihr Eheleben. Sie verrät, dass das Paar eine Therapie gemacht hat - und erhebt Vorwürfe gegen ihren Mann.

Ex-First-Lady Wulff (am vergangenen Dienstag in Duderstadt): Vier Interviews Zur Großansicht
dapd

Ex-First-Lady Wulff (am vergangenen Dienstag in Duderstadt): Vier Interviews

Berlin - Die frühere First Lady Bettina Wulff hat in einer Serie von Interviews weitere Einblicke in ihr Seelenleben gegeben. Sie sprach mit der "Brigitte" und der "Gala", mit dem "Stern" und der "Bunten". Die Interviews erscheinen allesamt in diesen Tagen.

Dabei erhebt sie auch Vorwürfe gegen ihren Mann, den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff. Die 38-Jährige, die gerade ihr Buch "Jenseits des Protokolls" veröffentlicht hat, sagte der Zeitschrift "Brigitte": "Ich werfe ihm manchmal vor, dass er mich ein großes Stück auch in die Rolle gedrängt hat. Und wenn ich es im Nachhinein betrachte, rächt sich dies auch in der Beziehung." Sie klagt darüber, dass sie an der Seite ihres Mannes jahrelang ihre eigenen Bedürfnisse unterdrücken musste. Der "Bunten" sagt sie: "Ich habe zu lange nach den Terminplänen meines Mannes gelebt. Jetzt geht es um mich und meine Söhne."

Besonders schwierig sei die Zeit vor dem Rücktritt Wulffs im Februar dieses Jahres gewesen. Damals zwangen ihn Ermittlungen der Staatsanwaltschaft, nach zwei Monaten Dauerkrise das Amt niederzulegen. Ihr Mann habe es im letzten Winter nicht geschafft, sich auch noch um ihre Gefühle zu kümmern, klagt seine Frau. Das bereue er heute. "Wir haben uns professionelle therapeutische Hilfe geholt, weil man das allein gar nicht verarbeiten kann", ergänzt sie.

Bei seiner Rücktrittsrede im Februar habe sie sich bewusst von ihrem Mann entfernt hingestellt. Sie habe allen zeigen wollen, dass sie eine eigenständige Frau sei. Sie habe sich geärgert und ärgere sich immer noch, dass sie mit ihm oftmals über einen Kamm geschoren und in einen Topf geworfen worden sei.

"Nur Hausfrau sein, kommt nicht in Frage"

Aber nicht nur ihr Mann habe kaum erkannt, wie schlecht es ihr oft in der gesamten Amtszeit gegangen sei, auch dem Bundespräsidialamt nehme sie es heute noch übel, "dass sie nicht realisierten, unter welchem innerlichen Druck ich stand", sagt sie der "Brigitte".

In der "Gala" sagt sie: "Ich habe in den letzten Jahren viele Dinge hingenommen aus Respekt vor der Position meines Mannes." Jetzt wünsche sie sich, endlich wieder ein normales Leben führen zu können: "Ich möchte wieder in die Öffentlichkeit gehen können, wenn ich es will." Nur Hausfrau zu sein, käme für Bettina Wulff nicht in Frage: "Das macht mich unleidlich, auch den Kindern gegenüber."

Dem Magazin "Stern" sagte sie zu den Spekulationen über ihre angebliche Rotlicht-Vergangenheit, sie und ihr Mann hätten erstmals durch Anrufe von Bekannten und Freundinnen von den im Internet kursierenden Gerüchten gehört. Wulff sagte: "Ich war fassungslos und habe mich ohnmächtig gefühlt und auch viel geweint. Mein Mann war natürlich auch schockiert, hat aber in keinem Moment geglaubt, dass da etwas dran sein könnte."

Magenschmerzen, Hautirritationen, Herzrasen

Im "Stern" spricht Wulff auch über die Rundumüberwachung und permanente Beobachtung durch die Medien: Das sei für sie auch eine große Belastung gewesen, die mit Herzrasen und ständigen Magenschmerzen verbunden war. Bettina Wulff: "Ja. Es hat mir schwer zu schaffen gemacht, auch körperlich. Ich habe ein paar Kilo verloren. Und meine Haut hat verrückt gespielt."

Die Dienstvilla des Bundespräsidenten in Berlin-Dahlem habe ihr trotz diverser Änderungen in der Einrichtung nie das Gefühl von Heimat gegeben: "Das Haus hatte für mich keine Seele", so Wulff zum "Stern".

In dem Buch "Jenseits des Protokolls" weist Bettina Wulff auch Gerüchte zurück, sie habe früher im Rotlicht-Milieu gearbeitet. Gegen diese Verleumdungen geht sie auch gerichtlich vor. Der "Bunten" sagte sie dazu: "Obwohl ich eine starke Frau bin, habe ich viel geweint. Ich bekam Magenschmerzen, hatte oft das Gefühl, mich übergeben zu müssen, schlief schlecht." Mit der Veröffentlichung des Buches wolle sie jetzt einen Neuanfang schaffen.

fab/dpa

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insgesamt 438 Beiträge
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    Seite 1    
1. Mir kommen die Tränen...
heavenstown 11.09.2012
... bei soviel Selbstmitleid...
2. Trennung auf Raten
01099 11.09.2012
Ich prophezeie die baldige Trennung der beiden. Wer zusammen zum Therapeuten geht, hat eigentlich schon verloren. Der Riss in der Beziehung ist längst da und lässt sich auf Dauer nur in Ausnahmefällen wieder kitten. p.s.: Ich werde das Buch nicht kaufen, weil mich die Wehwehchen der Ehefrau eines unbeliebten, unbedeutenden Pseudo-Bundespräsidenten nicht interessieren und ich vermute mal, den meisten meiner Mitbürger geht es da ähnlich. Sie ist ja schließlich nicht Frau Weizsäcker.
3. optional
cythere 11.09.2012
Ich bin wirklich sprachlos: Aber sich bei seiner Demission mit aufs Podest stellen. Was für eine Heuchlerin.
4. optional
the_chief2k 11.09.2012
Gehts noch langweiliger? Wen interessiert diese Frau eigentlich?
5. Neuanfang.....
ctwalt 11.09.2012
Mir kommen gleich die Tränen. Wenn Frau Wulf nie im Rotlichtbereich gearbeitet hat, was interessiert es sie dann, wer es wann und wo behauptet.......
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"Jenseits des Protokolls": Bettina Wulffs Buch


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