Bewerbungen Beck erhält Unterstützung für Hygiene-Ratschlag

Der Ratschlag an einen Arbeitslosen, sich mehr um sein Äußeres zu kümmern, hat SPD-Chef Kurt Beck massive Kritik eingetragen. Inzwischen jedoch melden sich auch diejenigen zu Wort, die sich auf die Seite des SPD-Chefs stellen.


Berlin - FDP-Vize Rainer Brüderle sagte der "Berliner Zeitung", dass eine gepflegte Erscheinung die Arbeitssuche sicher erleichtern könnte, gleichwohl aber keine Jobgarantie sei. "Man kann Menschen nicht nur nach dem Äußeren beurteilen - entscheidend ist der Gesamteindruck", betonte Brüderle.

BA-Vizechef Heinrich Alt sagte: "Es ist völlig selbstverständlich, dass Menschen, die nach einer neuen Arbeit suchen, auch auf vermeintliche Kleinigkeiten achten müssen". Er betonte: "Machen wir uns doch nichts vor: Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance." Zu diesem Eindruck gehöre auch ein angemessenes Äußeres. Das sei etwas, was man in jedem Bewerbungstraining lerne.

Beck hatte am Dienstagabend einem Arbeitslosen zu mehr Körperpflege geraten. "Wenn sie sich waschen und rasieren, haben sie in drei Wochen einen Job", sagte er dem arbeitslosen 37 Jahre alten Mann beim Besuch des Wiesbadener Sternschnuppenmarktes. Der Mann hatte Beck zuvor lautstark auf seine Arbeitslosigkeit hingewiesen und ihm ironisch für Hartz IV gedankt.

Die Aktion hat sich für Henrico F. ausgezahlt. Mehrere rheinland-pfälzische Unternehmen haben sich nach Angaben der Mainzer Staatskanzlei bereit erklärt, den gelernten Baufacharbeiter einzustellen. Beck will Henrico F. am kommenden Dienstag in Mainz treffen und ihm die Arbeitsangebote übermitteln. Er habe dem Mann eine Chance zugesagt, wenn er sein Aussehen ändere, und diese Chance bekomme er nun.

mik/ddp



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