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NSA-Affäre: "Bild" erhöht Risiko für Entführungsopfer

Die "Bild"-Zeitung berichtet heute im Zusammenhang mit der NSA-Affäre über den Entführungsfall eines Journalisten deutscher Staatsangehörigkeit - und begeht damit einen Tabubruch.

Der Deutsch-Amerikaner wurde vor Monaten in einem islamischen Land entführt. Zuvor war er unter anderem auch für SPIEGEL ONLINE als freier Mitarbeiter tätig. Anders als in der "Bild" behauptet, war er nie SPIEGEL-Reporter. Zum Zeitpunkt seiner Entführung war er auch nicht im Auftrag von SPIEGEL ONLINE unterwegs, sondern recherchierte für ein Buch, finanziert durch eine amerikanische Non-Profit-Organisation. FBI und BKA haben ein offizielles Ermittlungsverfahren eröffnet.

Auf Bitten des Krisenstabs der Bundesregierung hat der SPIEGEL in diesem Fall - wie seinerzeit bei den beiden Reportern der "Bild am Sonntag" in Iran - von einer detaillierten Berichterstattung abgesehen, um das Leben der Geisel nicht noch stärker zu gefährden. Das ist eine zwischen Medien und Sicherheitsbehörden übliche Vereinbarung bei Geiselnahmen.

Nun aber bringt die "Bild"-Zeitung den Entführungsfall in Verbindung mit der Berichterstattung des SPIEGEL über die NSA-Affäre. Diese Entführung ist jedoch ein Einzelfall, der nur am Rande mit den durch Edward Snowden publik gewordenen Instrumenten zur massenhaften Überwachung globaler Kommunikation zu tun hat.

Der SPIEGEL hat am Montag eine "Bild"-Anfrage beantwortet und auf die Risiken einer Veröffentlichung hingewiesen.

Am Montag hatte auch Kanzleramtsminister Ronald Pofalla nach der Sitzung des Parlamentarischen Kontrollgremiums den Entführungsfall angesprochen: "Über den noch immer entführten Deutschen habe ich Ihnen vor zweieinhalb Wochen bereits berichtet. Im Zusammenhang mit diesem Entführungsfall sind zum Schutz des entführten Deutschen im Jahre 2012 … zwei Datensätze des BND rechtmäßig an die NSA weitergeleitet worden."

Tatsächlich wurde der SPIEGEL vor zweieinhalb Wochen bereits von einem Magazin mit Fragen zu dem Entführungsfall und der NSA-Berichterstattung konfrontiert. Mit Rücksicht auf mögliche Gefahren für das Leben der Geisel haben die Kollegen dann von einer Berichterstattung abgesehen.

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1. Wahlkampf
copperfish 13.08.2013
Zitat von sysopDie "Bild"-Zeitung berichtet heute im Zusammenhang mit der NSA-Affäre über den Entführungsfall eines Journalisten deutscher Staatsangehörigkeit - und begeht damit einen Tabubruch. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-erhoeht-in-nsa-affaere-risiko-fuer-entfuehrungsopfer-a-916352.html
Es ist Wahlkampf! Was interessieren da einen "Mann" wie Diekmann schon Menschenleben?
2. Wen wundert`s?
Herbert1968 13.08.2013
Warum wundert mich das Verhalten der BILD-Zeitung nicht? Ist doch ein Drecksblatt, Schlagzeilen um jeden Preis, auch wenn ein Menschenleben dabei draufgeht. Hoffentlich kommen alle Journalisten, die mit BILD gegen Wulff gemeinsame Sache gemacht und der BILD auch noch einen Nannen-Preis zugeschustert haben, endlich mal zur Besinnung.
3. BILD = Niedertracht
raumzeit3000 13.08.2013
Unglaublich, wie rücksichtslos diese BILD-"Journalisten" sind.
4.
cyp4622 13.08.2013
Und natürlich ist der schäbige Bericht weggepaywallt. Max Goldt hat mal was schönes gesagt: "Diese Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muß so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun."
5. Klartext
EvilGenius 13.08.2013
Dann erklärt dem interessierten Laien doch mal, was diese "möglichen Gefahren" eigentlich sind, die sich durch die Berichterstattung ergeben.
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