Bildungspolitik Sarrazin schlägt Kindergeld-Halbierung für vergessene Hausaufgaben vor

Thilo Sarrazin zündelt mal wieder und verbreitet neue provokante Ideen. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", fordert der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand.

Bundesbankvorstand Sarrazin: "Eltern müssen zitiert werden"
dpa

Bundesbankvorstand Sarrazin: "Eltern müssen zitiert werden"


Wiesbaden - Provokation ist sein Programm - auf einer Diskussionsveranstaltung in Wiesbaden hat der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin jetzt erneut umstrittene Vorschläge verbreitet. Diesmal zur Bildungspolitik. Es müsste jeden Tag vor Beginn des Unterrichts überprüft werden, ob die Schüler Hausaufgaben gemacht haben, sagte der 65-Jährige. "Und wenn sie sie nicht gemacht haben, werden die Eltern zitiert", so Sarrazin. Außerdem schlug er Sanktionen beim Kindergeld vor. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", sagte Sarrazin. "Was meinen sie, was auf einmal die Hausaufgaben gemacht werden."

Er selbst wäre auch gerne Bildungsminister geworden, verkündete Sarrazin weiter. Dass er in dem Amt erfolgreich gewesen wäre, glaubt er allerdings selbst nicht: "Ich wäre nach einem halben Jahr rausgeflogen, es hilft also nix."

Sarrazin hatte in den vergangenen Monaten mit abfälligen Äußerungen über "Kopftuchmädchen" und Ausländer in Berlin für Empörung gesorgt.

In einem Interview mit der Zeitschrift "Lettre International" hatte er unter anderem festgestellt: "Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert." Was dann über ihn an öffentlichen Reaktionen hereinbrach, bezeichnet Sarrazin als "Tornado".

Wegen der Aussagen läuft gegen ihn ein Ausschlussverfahren der Berliner SPD. Selbst eine Morddrohung habe er erhalten, berichtet Sarrazin. In den allermeisten der 860 Zuschriften habe er aber Zustimmung erfahren, betont der frühere Politiker, der sich vor allem einen Verdienst zuschreibt: "Ob das gelungen war oder nicht, es hat gewirkt."

anr/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
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Seite 1
Klo, 10.03.2010
1. d
Zitat von sysopThilo Sarrazin zündelt mal wieder und verbreitet neue provokante Ideen. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", fordert der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682806,00.html
Sarrazin muß von allen guten Geistern verlassen sein.
Flari 10.03.2010
2. nehmen die jetzt alle Drogen?
Zitat von KloSarrazin muß von allen guten Geistern verlassen sein.
Scheinbar haben die Taliban eine neue Taktik....
fiutare 10.03.2010
3. ...
Warum nicht? Was ist daran "gezündelt"? Es sind doch oft die Eltern, denen es egal ist, ob die Kinder Hausaufgaben machen. Die ihrer Erziehungspflicht nicht nachkommen, sei es aus Karrieresucht oder Gleichgültigkeit. Die aber auf Kindergeld nicht verzichten können/wollen. Neue Ideen braucht das Land. Je ausgefallener umso besser. Wir haben uns genug und vergeblich um Streicheleinheiten gekümmert.
Kosto69 10.03.2010
4. .
Zitat von sysopThilo Sarrazin zündelt mal wieder und verbreitet neue provokante Ideen. "Zweimal Hausaufgaben nicht gemacht, Kindergeld um 50 Prozent gekürzt", fordert der ehemalige Berliner Finanzsenator und jetzige Bundesbankvorstand. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,682806,00.html
Abgesehen davon, dass sich ein solches Vorhaben leider nicht umsetzen ließe, finde ich solch konkrete Vorschläge gut. Besser als nur platt in den Raum zu schmeissen, alles wäre blöd und man würde in spätrömischer Dekadenz ersticken. Na bin mal gespannt, gegen welche moralischen Aspekte sowas jetzt angeblich wieder verstößt.
haltetdendieb 10.03.2010
5. Wo er Recht hat, hat er Recht.....
....einige Eltern sind nur über das Geld zu treffen. In diesem Punkt hat er zu 100% Recht. Wo er nicht Recht hat: Das Kindergeld wird zu 100% mit Hartz IV verrechnet, und da würde eine Kürzung ziemlich schwierig! Aber, wenn sich diese Eltern ihre X5er, 7er etc. leisten könnnen, müsste dieser Weg ein erfolgversprechender sein. Und diese Idee ist nun wirklich nicht so neu. Darüber wird schon jahrelang diskutiert, inwieweit dieses Problem mit finanziellen Einbußen der Eltern gesteuert werden kann.
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