Joachim Gauck: Stressjob Bundespräsident
"Nicht in diesem Tempo und dieser Intensität": Nach SPIEGEL-Informationen berichtet Bundespräsident Joachim Gauck in einer demnächst erscheinenden Biografie, dass er die Arbeitsbelastung im Amt unterschätzt habe.
Hamburg - Enge Mitarbeiter des Bundespräsidenten halten Joachim Gauck für überlastet. Dies berichtet der Autor Mario Frank in seiner neuen Gauck-Biografie, die im Suhrkamp Verlag erscheint und dem SPIEGEL vorab vorliegt. Die "intellektuelle und körperliche Bürde des Amtes" belaste den 73-jährigen Gauck mehr als erwartet, schreibt Frank unter Berufung auf Vertraute des Präsidenten.
Eine davon ist die Publizistin Helga Hirsch, mit der Gauck von 1990 bis 1998 liiert war. Sie arbeitet heute als Beraterin im Bundespräsidialamt. Gegenüber dem Biografen sprach sie von "Ermüdungserscheinungen" bei Gauck. Der Präsident klage über zu viele Terminzusagen seiner Vorgänger, denen er Folge leisten müsse.
Gauck selbst wird in der Biografie, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden soll, mit den Worten zitiert, es könne "nicht in diesem Tempo und dieser Intensität weitergehen".
Eine Verpflichtung hat der Bundespräsident zu Weihnachten übernommen: Nach SPIEGEL-Informationen wird er mit der Moderatorin Nina Eichinger im ZDF Weihnachten feiern. Eichinger wurde 2008 bekannt, als sie für die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" an der Seite von Dieter Bohlen vermeintliche Gesangstalente begutachtete.
In diesem Jahr wird das ZDF die 32-Jährige in den Schwarzwald entsenden, wo sie mit Joachim Gauck Heiligabend feiern soll. Eichinger, die fürs Zweite bereits durch mehrere Klassik-Shows führte, ist die neue Gastgeberin der Sendung "Alle Jahre wieder - Weihnachten mit dem Bundespräsidenten"; für den Amtsinhaber ist es bereits die zweite Ausgabe. Das festliche Konzert wird am 24. Dezember aus der Stadtkirche St. Marien in Gengenbach übertragen. In früheren Jahren hatten unter anderem Carolin Reiber und Carmen Nebel die Veranstaltung präsentiert.
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