Abgeschobene Schülerin Bivsi darf mit ihrer Familie zurück nach Deutschland

Ihre Abschiebung versetzte Duisburg in Aufruhr, Mitschüler protestierten vehement: Nun darf Bivsi Rana, 15, zurück nach Deutschland. Laut Ministerium ist die in Deutschland geborene Nepalesin "de facto ein deutsches Kind".

Demonstration für Bivsi am 12. Juni in Duisburg
imago/ Reichwein

Demonstration für Bivsi am 12. Juni in Duisburg


Die Ende Mai mit ihrer Familie nach Nepal abgeschobene Schülerin Bivsi Rana, 15, darf nach Deutschland zurückkehren. Nachdem das Auswärtige Amt die Visaanträge für Bivsi und ihre Eltern übermittelt und die Stadt Duisburg die Anträge unmittelbar bearbeitet habe, könne die Rückkehr Bivsis in Begleitung ihrer Eltern nun über ein "Schüleraustausch-Visum" erfolgen, teilte das nordrhein-westfälische Integrationsministerium mit. Im Anschluss könne die junge Frau demnach für ein Studium oder einer Ausbildung in Deutschland einen Folgeantrag stellen.

Bivsis Familie lebte seit Jahren in Deutschland und galt als gut integriert, am Ende scheiterte aber ihr Asylantrag. Mitschüler und Asylrechtsaktivisten hatten sich erst gegen die Abschiebung und danach für Bivsis Rückkehr stark gemacht.

"Es handelt sich hier um einen Einzelfall, der keinesfalls verallgemeinert werden kann", erklärte Landesintegrationsminister Joachim Stamp (FDP). "Das Recht des Kindes hat bei der Entscheidung im Vordergrund gestanden. Bivsi ist in Deutschland geboren und aufgewachsen - sie ist de facto ein deutsches Kind."

Zuerst hatte die Nachrichtenseite der "WAZ" über die mögliche Rückkehr der Schülerin berichtet. Demnach habe Stephan Kube, Schulpflegschaftsvorsitzender des Steinbart-Gymnasiums, das Bivsi bis zu ihrer Abschiebung besuchte, eine mögliche Rückkehr der Schülerin bereits für Donnerstag in Aussicht gestellt. Bivsi sei "total happy".

cht/AFP



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