Demo in Thüringen Opel-Mitarbeiter drängen Höcke ab

Die Zukunft von Opel in Eisenach ist ungewiss, der Mutterkonzern will sparen. Nun wollte Thüringens AfD-Chef Höcke die Belegschaft bei ihrem Protest unterstützen - doch die wehrte sich.

Björn Höcke
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Björn Höcke


"Auf Wiedersehen, auf Wiedersehen": Thüringens AfD-Chef Björn Höcke ist sichtlich konsterniert, als die Opel-Beschäftigten ihm diese Worte immer wieder entgegenrufen. Eigentlich wollte er am Opel-Werk in Eisenach am Dienstag die Belegschaft bei einer Demonstration unterstützen. Doch auf die Hilfe des AfD-Mannes verzichteten Mitarbeiter und Gewerkschaftsmitglieder lieber.

Knapp 1400 Teilnehmer hatten sich am Werk versammelt, um gegen die geplanten Sparmaßnahmen am Standort in Thüringen zu protestieren. Mutterkonzern Peugeot SA (PSA) setzte bereits in Frankreich und auch Großbritannien Sparmaßnahmen durch und will nun auch die deutschen Werke auf Kurs bringen.

Die Solidarität der AfD werde nicht gebraucht, erklärte der Betriebsrat. Opelaner und Vertrauensleute drängten Höcke und etwa ein halbes Dutzend andere AfD-Anhänger immer weiter von der Kundgebung ab.

Höcke selbst veröffentlichte auf seinem Facebook-Profil ebenfalls Bilder von der Veranstaltung, auf Twitter schrieb er: "Wir als AfD kämpfen an der Seite der um ihre Arbeitsplätze bangenden Opel-Mitarbeiter in Eisenach." Dass Höcke und sein Team vor Ort unerwünscht waren, davon ist in den Postings keine Rede.

Höcke gilt - auch wegen seiner Dresdner Rede zur deutschen Erinnerungskultur vor mehr als einem Jahr - als Rechtsaußen in der AfD. In der Debatte um die Zukunft des Eisenacher Opel-Werks, für das die Belegschaft Investitionszusagen des französischen Opel-Mutterkonzerns PSA fordert, hatte Höcke kürzlich erklärt, Deutschland brauche "endlich wieder eine patriotische Wirtschaftspolitik".

Zuletzt hatte es in einigen Konzernzentralen die Befürchtung gegeben, dass zunehmend Mitarbeiter mit rechter Gesinnung in Betriebsräte gewählt werden könnten. Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigte sich jüngst alarmiert über den wachsenden Einfluss rechtsorientierter Arbeitnehmervertreter.

mho/dpa



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