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EZB-Eröffnungsfeier trotz Krawall: Drinnen Party, draußen Protest

Eröffnung der EZB-Zentrale: Banker im Glaspalast Fotos
DPA

Draußen brannten Autos und Mülltonnen - aber drinnen feierte die Europäische Notenbank ihren neuen Glaspalast. EZB-Präsident Draghi äußerte Verständnis für Demonstranten und Verlierer der Eurokrise.

Frankfurt/Main - EZB-Präsident Mario Draghi hat den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt feierlich eröffnet. Während Demonstranten vor den weiträumig abgesperrten EZB-Glastürmen randalierten, feierte die Notenbank in kleinem Rahmen mit gut 100 geladenen Gästen.

In seiner Eröffnungsrede ging Draghi auch auf die Proteste und die vielen unzufriedenen Menschen im Euroraum ein, die in den vergangenen Krisenjahren Einkommen und Wohlstand verloren hätten. Als eine Institution der Europäischen Union, die eine zentrale Rolle in der Krise gespielt hat, sei die EZB in den Fokus der Frustrierten geraten, sagte Draghi seinem Manuskript zufolge. "Ich gehe davon aus, dass wir auch diejenigen mitnehmen können, die sich ausgeschlossen fühlen, einschließlich viele der Protestierenden, die in Frankfurt diese Woche zusammengekommen sind", sagte Draghi. Er setzt dabei auf die weitere Integration. "Das Gebäude ist ein Symbol für das Beste, was Europa gemeinsam erreichen kann."

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EZB-Zentrale: Gigant im Ostend
Das Areal um das neue EZB-Hochhaus war ebenso wie die nächstgelegene Mainbrücke weiträumig abgesperrt. Ein massives Aufgebot von Polizisten und berittener Polizei hinderte Demonstranten daran, sich dem türkis-blau schimmernden Gebäude zu nähern. Dennoch gelang es einigen Teilnehmern der Proteste nach Angaben der Polizei, die Absperrung zu überwinden. Gruppen Vermummter zogen durch die anliegenden Straßen und kippten Mülltonen und ein parkendes Auto um.

In der Frankfurter Innenstadt hatten sich Polizei und Demonstranten schon vor der Eröffnung am Morgen Straßenschlachten geliefert. Die Polizei nahm mehrere Gewalttäter fest und rund 550 weitere Randalierer vorübergehend in Gewahrsam. Sicherheitskräfte setzten Wasserwerfer ein und räumten brennende Barrikaden. Polizei und Feuerwehr berichteten über Steinwürfe auf Beamte und Einsatzfahrzeuge.

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Journalisten wurden am Morgen in Kleinbussen mit Polizeieskorte zu dem Hochhaus gefahren. Das Gebäude, in dem zu normalen Zeiten 2600 Menschen arbeiten, hat 1,3 Milliarden Euro gekostet. Am Mittwoch wirkte der Turm jedoch leer, da am Eröffnungstag bis auf einige hundert Beschäftigte die meisten Angestellten von zu Hause aus arbeiteten.

Für die Demonstranten der kapitalismuskritischen Bewegung Blockupy ist die neue EZB-Zentrale das Symbol einer völlig verfehlten Krisenpolitik in den südlichen Euro-Ländern. Sie werfen der EZB vor, mit ihrer Politik die Armen immer ärmer und die Reichen immer reicher zu machen. "Es gibt nichts zu feiern an Sparpolitik und Verarmung!" heißt es im Protest-Aufruf der Bewegung. Die Zahl der Demonstranten schätzte Blockupy auf mehrere Tausend.

Ihnen standen mehrere Tausend Polizisten aus dem gesamten Bundesgebiet gegenüber. Die Stimmung der Demonstranten sei wie erwartet aggressiv, erklärte eine Polizeisprecherin. Die Zahl der Teilnehmer liege im oberen dreistelligen Bereich.

Blockupy hat für den Nachmittag eine Großkundgebung auf dem Römer sowie einen Demonstrationszug angemeldet. Nach Angaben von Blockupy werden 60 Busse aus 39 europäischen Städten und ein Sonderzug mit Demonstranten in Frankfurt erwartet.

Sehen Sie hier, wie der Protest bisher verlaufen ist:

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Anti-EZB-Protest: Mit Steinen gegen die Zentralbank


Zusammengefasst: EZB-Präsident Draghi hat ungeachtet der gewalttätigen Proteste in Frankfurt die neue Zentrale der Notenbank eröffnet. Blockupy erwartet im Lauf des Tages Tausende weitere Demonstranten.

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ler/dpa/Reuters

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insgesamt 87 Beiträge
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1.
GinaBe 18.03.2015
Ohjehmineh, das sieht schlimm aus. Die Ereignisse der letzten Monate (Pegida & Co.) machen sich bemerkbar- die (jungen) Leute sind wütend und lassen diese Wut aus. Zur Folge werden die Ausschreitungen haben, daß abermals mehr Sicherheitsbestimmungen die sogenannte Freiheit reduzieren. Ändern werden sie jedoch politisch nichts.
2. EZB ist Sozialismus - nicht
spon-facebook-10000283853 18.03.2015
Ein Monopol wie die EZB ist reiner Sozialismus. Kapitalismus lässt jedem Individuum sein Eigentum, das er mit anderen Menschen auf freiwilliger Basis tauschen kann. Wer dagegen demonstriert, demonstriert gegen Freiheit. Alle anderen Formen staatlicher Monopole in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Subventionen für bestimmte Gruppen, Sanktionen, Zölle, Regulierungen und Gebühren sind zentralistische, staatsozialistische Eingriffe.
3. hr Draghi äußert
konstrukteur 18.03.2015
Verständnis für die Verlierer der Euro Krise. Ha wer hat den gewonnen? die Finanzwirtschaft, Investoren und Banken sonst keiner- eine Frechheit!
4. Sinnvolle Investition
pommer123 18.03.2015
1,3 Milliarden Euro für einen Bau, deren Mitarbeiter auch im homeoffice arbeiten können! Einfach masslos.
5. Im Land der 90 Millionen entwerteten LV......
ekel-alfred 18.03.2015
....traut er sich, solche Sprüche zu klopfen! Zitat: In seiner Eröffnungsrede ging Draghi auch auf die Proteste und die vielen unzufriedenen Menschen im Euroraum ein, die in den vergangenen Krisenjahren Einkommen und Wohlstand verloren hätten. Zitat Ende. Nicht nur in den vergangenen Krisenjahren verloren Menschen ihren Wohlstand. Es werden auch heuer noch Menschen ihr sauer Erspartes verlieren Herr Draghi! Ihrer Niedrigzinspolitik sei Dank! Grazie! Mille Grazie!
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Blockupy: Proteste gegen das Symbol der Macht


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