Randale in Frankfurt Bewährungsstrafe für Blockupy-Aktivisten

Als der neue Sitz der EZB in Frankfurt offiziell eingeweiht wurde, flogen Steine auf Polizisten. Einige davon warf ein 23-jähriger Student. Nun bekam er dafür eine Bewährungsstrafe.

Demonstranten vor dem Amtsgericht Frankfurt: Sie fordern den Freispruch des Angeklagten
DPA

Demonstranten vor dem Amtsgericht Frankfurt: Sie fordern den Freispruch des Angeklagten


Der Angeklagte im Blockupy-Prozess ist zu einem Jahr und zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Gleichzeitig hob das Amtsgericht in Frankfurt den Haftbefehl gegen ihn auf.

Der 23-jährige Student hatte bei der Verhandlung eingeräumt, bei den Blockupy-Protesten Mitte März mit Steinen auf Polizisten geworfen zu haben. Beim Prozessauftakt sagte der Beschuldigte aus, er habe mit Gewalttätigkeit auf Gewalttätigkeit reagiert: Zuvor sei seine Freundin von Polizisten geschlagen worden.

Bei den Blockupy-Protesten mit etwa 17.000 Demonstranten gegen die Neueröffnung der Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt war es zu heftigen Ausschreitungen gekommen - Autos brannten, Polizisten und Aktivisten wurden verletzt.

Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Mai Anklage gegen den 23-jährigen Aktivisten erhoben. Er wurde des Landfriedensbruchs und der gefährlichen Körperverletzung beschuldigt. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

"Ich habe insgesamt vier Steine aufgehoben, aber nur zwei geworfen", gab der Angeklagte zu. Es sei "selbstverständlich richtig, dass ich für das, was ich gemacht habe, vor Gericht stehe", sagte er.

Der Beschuldigte ist bislang der einzige Blockupy-Aktivist, gegen den Anklage erhoben wurde. Der Prozess begann unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen.

kry/dpa/AFP

insgesamt 34 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
eks2040 03.06.2015
1. Blockupy - Anklage
Der Student gesteht die Tat ein, natuerlich mit Abstrichen, und fuer den Schaden wird er nicht aufkommen muessen und nicht koennen, denn er ist ja Student. Wahrscheinliches Strafmass ist Bewaehrung. Meiner Meinung nach, sollte der Steuerzahler nicht fuer die Kosten dieses Studenten haften, er sollte von der Uni "vertrieben" werden und es vielleicht mit harter Arbeit versuchen, damit er klar im Kopfh wird. Karl
Blähboy 03.06.2015
2.
Sie können sich beruhigen, zumindest was die Steuern betrifft. Der Mann ist Italiener und studiert in England.
McMuffin 03.06.2015
3. Da liegt das Problem
In Frankfurt haben massenhaft Kriminelle randaliert, aber es steht lediglich ein einziger vor Gericht. Wenn die Gefahr, erwischt zu werden so gering ist, sind die Vorgänge eben kein Wunder. Und die Strafe wird wohl auch nicht allzu hart und abschreckend ausfallen.
Eutighofer 03.06.2015
4. Steine auf Menschen werfen -auf Bewährung ?
Ich verstehe das nicht: Wer Pflastersteine auf Menschen wirft bekommt eine Bewährungsstrafe . Wird das Nachahmer abschrecken ? Wohl kaum.
Dr.Watson 03.06.2015
5. Och Joh!
Da wird überdeutlich, was die Unversehrtheit von Polizeipersonal wert ist - Null!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.