Großschaden in Berlin BND-Neubau wurde offenbar vorsätzlich geflutet

Der schwere Wasserschaden im BND-Neubau in Berlin wurde womöglich durch einen Anschlag verursacht. Unbekannte bauten nach SPIEGEL-Informationen die Absperrventile an mehreren Wasserleitungen aus.

BND-Neubau in Berlin: 2000 Quadratmeter Bürofläche geflutet
DPA

BND-Neubau in Berlin: 2000 Quadratmeter Bürofläche geflutet


Hamburg - Die großflächige Überflutung im neuen Berliner Hauptquartier des Bundesnachrichtendienstes (BND) soll nach SPIEGEL-Informationen vorsätzlich herbeigeführt worden sein. Der oder die Täter montierten in der Nacht zum 3. März mehrere Wasserhähne an Leitungen ab, die bereits unter Druck standen. Damit nahmen sie bewusst in Kauf, dass 2000 Quadratmeter Bürofläche überflutet wurden.

Die Räume waren zu diesem Zeitpunkt bereits baulich abgenommen und verschlossen. Hineingelangen konnte nur, wer über eine von insgesamt 118 elektronischen Schlüsselkarten verfügte. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Die Ermittler halten einen gezielten Anschlag für möglich. An der Suche nach den Tätern beteiligt sich auch das Bundesamt für Verfassungsschutz. Die Bundesregierung fürchtet, dass sich die Fertigstellung des Baus noch aus anderen Gründen drastisch verzögern könnte: Zwei von drei Firmen, die für die technische Ausstattung verantwortlich waren, mussten Insolvenz anmelden. Ein Ausfall des verbleibenden Unternehmens würde "dramatische Folgen für den weiteren Bauablauf" haben, heißt es in einem vertraulichen Regierungsbericht.

Die Firma teilte mit, man habe die Arbeit trotz der insolventen Partnerunternehmen "fast ohne Unterbrechung fortsetzen" können. Es seien "keine negativen Auswirkungen auf das Projekt zu erwarten".

Die Baustelle wird von einem privaten Sicherheitsdienst bewacht und gilt als besonders gut gesichert. Der BND soll dort im kommenden Jahr einziehen.

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insgesamt 176 Beiträge
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Seite 1
humorrid 21.03.2015
1. Von wegen Unbekannt
Die Kosten für das Bauprojekt werden immer höher und so gesellt sich BND-Bau zu BER und Co. Durch den Wasserschaden kann man jedoch die Differenz als Sanierung tarnen.
cum infamia 21.03.2015
2. Geld ist so und so weg
Ob unsere Steuergroschen nun in Griechenland versickern oder im BND-Neubau: weg sind sie allemal. Da ist sogar der Wasserschaden zu bevorzugen, da da noch ein paar Handwerker was davon haben! Und Sicherheit ? Die NSA / CIA haben BESTIMMT alle Schlüssel (geliefert bekommen )... Das walte Mutti !
JPP-1 21.03.2015
3. Zahlungsmoral der öffentlichen Hand
Zitat: Zwei von drei Firmen, die für die technische Ausstattung verantwortlich waren, mussten Insolvenz anmelden. Ja, das kenne ich von staatlichen Auftraggebern aus meiner Selbstständigkeit auch noch. Nach einem Jahr und der x-ten Mahnung erst zahlen und dann noch Skonto abziehen... Und vorher über Ausschreibungen den raussuchen, der am Billigsten anbietet und das meiste Fakelaki bietet.
BlakesWort 21.03.2015
4.
Sowas passiert, wenn man Aufträge an Firmen vergibt, die diese dann an Subunternehmer weitervermitteln. Offiziell geht alles mit rechten Dingen zu, inoffiziell werden Kosten gedrückt, wo es nur geht. Trifft auf ausnahmslos ALLE großen Bauprojekte öffentlicher Hand zu. Wie man das neben dem Kanzleramt und dem Bundestag wohl wichtigste Gebäude der Republik in die Hände eines privaten Sicherheitsdienstes geben kann, wirft hoffentlich nicht nur bei mir Fragen auf. Da kann man die Leute zehnmal nach ihrem Hintergrund checken, für 8.70 Euro die Stunde macht sich da vermutlich niemand krumm.
yomow 21.03.2015
5. Dieses Gebäude...
...ist so unsäglich hässlich. Der Architekt sollte sich schämen. "Schießscharten-Architektur"... Abgesehen davon ist es natürlich äußerst peinlich, dass bereits vor Bezug der "Feind" (wer auch immer das sein mag) Zugang zur Zentrale des BND hat, bei grade mal 118 Schlüsselkarten. Gute Voraussetzung für einen Geheimdienst, wenn es jetzt schon leckt (ob die Täter sich um dieser Zweideutigkeit bewusst waren?)
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