Horchposten in Bad Aibling BND speichert Datenverkehr aus Krisenregionen

Mail- und Datenverkehr aus Afghanistan, Somalia und dem Nahen Osten speichert der Bundesnachrichtendienst - nach SPIEGEL-Informationen teilweise bis zu sechs Wochen lang. Manche Daten reicht der BND direkt an die NSA weiter.

Abhöranlage bei Bad Aibling: Der BND speichert Datenverkehr für die NSA
AP/dpa

Abhöranlage bei Bad Aibling: Der BND speichert Datenverkehr für die NSA


Der Bundesnachrichtendienst (BND) speichert am Horchposten im bayerischen Bad Aibling den gesamten Datenverkehr der von ihm in Afghanistan, Somalia und dem Nahen Osten angezapften Verbindungen.

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Heft 37/2014
Wie wir Zukunft und Wohlstand verspielen

Wie aus als "geheim" eingestuften Papieren der Bundesregierung hervorgeht, die der SPIEGEL einsehen konnte, betrifft dies "jegliche Art von Kommunikation: Telefonie, Internetnutzung, E-Mail, GPS-Datenverarbeitung etc.". In der Regel werden Informationen sieben Tage lang gespeichert. In dieser Zeit bereiten IT-Spezialisten die Rohdaten für die elektronische Auswertung auf. Da es bei Übertragungen aus Afghanistan nach Bad Aibling wiederholt zu Fehlern kam, richtete der BND zudem vor Ort "Pufferzeiten" ein.

In Kabul bleiben die Daten 14 Tage lang auf den Servern, in Masar-i-Scharif für sechs Wochen. In Bad Aibling arbeiten BND und der US-Geheimdienst NSA eng zusammen. Je nach Zählweise, so heißt es, verwende der deutsche Auslandsgeheimdienst "15 bis 20 funktional unterschiedliche Systeme", die von der NSA stammen.

Die Amerikaner wiederum übergeben eigene Suchbegriffe – etwa Telefonnummern, E-Mail-Konten und IP-Adressen von Zielpersonen – an die Auswerter des BND. Die NSA erhält "die hieraus resultierenden Telekommunikationsverkehre". Martina Renner, Linken-Obfrau im NSA-Untersuchungsausschuss, kritisiert das Vorgehen des BND als "verfassungswidrige Massenüberwachung im Ausland".



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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
schmusel 07.09.2014
1. NA hoffentlich tut der BND das!
Das klingt ja fasr so als ob SPON der Meinung sei, hier liege der nächste Skandal - quatsch! Sämtliche Daten aus solchen Terrornestern sollte und muss abgefischt, abgespeichert und ausgewertet werden. Punkt.
vox veritas 07.09.2014
2. Aha ...
... der BND macht seine Arbeit als Auslandsnachrichtendienst. Und jetzt?
white.house 07.09.2014
3. Wir wollen doch hoffen
das der BND das tut. Und wenn er dann auch noch mit anderen westlichen Geheimdiensten zusammen arbeitet, umso besser. Dafür werden die Jungs schließlich bezahlt.
bezim 07.09.2014
4.
Das Sammeln von Informationen aus Krisengebieten ist ja wohl selbstverständlich. Das Weitergeben dieser Informationen sollte allerdings wohl überlegt sein.
raber 07.09.2014
5. Zusammenarbeit des BND mit Firmen?
Das klingt ja alles nach normaler Spionagearbeit und dafür ist der BND schliesslich da. Erhält der BND auch Information von Firmen wie z.B. von VW, als VW in Brasilien den späteren Präsidenten Lula ausspionierte?
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