Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

BND-Spionage: Hollande fordert Aufklärung über Abhöraffäre

Hollande mit Merkel (Aufnahme vom August 2015): "Es kann solche Praktiken zwischen Verbündeten nicht geben" Zur Großansicht
DPA

Hollande mit Merkel (Aufnahme vom August 2015): "Es kann solche Praktiken zwischen Verbündeten nicht geben"

"Es kann solche Praktiken zwischen Verbündeten nicht geben": Frankreichs Staatschef Hollande verlangt Aufklärung über die Meldung, dass der Bundesnachrichtendienst auch seinen Außenminister Fabius abhörte.

Präsident François Hollande fordert von der Bundesregierung eine Unterrichtung über die jüngste BND-Abhöraffäre. "Wir verlangen, dass uns alle Informationen zur Verfügung gestellt werden", sagte Frankreichs Präsident am Donnerstag am Rande des EU-Afrika-Gipfels in Malta.

Am Mittwoch hatte rbb-Inforadio berichtet, der Bundesnachrichtendienst habe neben internationalen Organisationen auch Frankreichs Außenminister Laurent Fabius abgehört. Im Oktober hatte es bereits Berichte gegeben, der BND habe in Verbindung mit dem US-Geheimdienst NSA bis Ende 2013 Verbündete Deutschlands ausgespäht. Das Bundeskanzleramt wies den BND daraufhin an, die Vorwürfe zu klären.

"Es kann solche Praktiken zwischen Verbündeten nicht geben", sagte Hollande nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP. Er wisse aber, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "alles tun" werde, um auf die Fragen Frankreichs zu antworten. Fabius hatte zuvor erklärt, Merkel habe ihm gesagt, ihrer Kenntnis nach sei es um eine "indirekte" Maßnahme gegangen, "weil Personen abgehört wurden, die sich an mich gewendet haben könnten".

In dem Bericht hatte es geheißen, neben Fabius seien auch der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag, das Uno-Kinderhilfswerk Unicef, die Weltgesundheitsorganisation WHO, das FBI sowie europäische und amerikanische Firmen, darunter Rüstungsunternehmen wie Lockheed in den USA ausgeforscht worden.

Mehrere Politiker hatten auf die Vorwürfe mit Empörung reagiert: "Wenn der BND den französischen Außenminister belauscht, widerspricht das deutschen Interessen. Und wenn ein deutscher Staatsbürger belauscht wurde, ist das schlichtweg rechtswidrig", sagt der SPD-Obmann im NSA-Untersuchungsausschuss, Christian Flisek, SPIEGEL ONLINE. "Die Geschichte ist für den BND verheerend", meint der Grünen-Obmann Konstantin von Notz.

als/AFP

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 28 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. mon Dieu
windpillow 12.11.2015
Und wann folgt die Beichte, daß Frankreich unter anderen, auch uns ausspioniert hat?
2. ein weiterer Beweis politischer Verlogenheit
Wolfgang Porcher 12.11.2015
Gibt es ueberhaupt ein Land im Westen das nicht korrupt, verkommen und verlogen ist seitens der Staatsführungen.?
3. Entschuldigung, aber vielleicht sollte unser...
sfk15021958 12.11.2015
..Auslandsgeheimdienst jeden Montag seine Ausspäh-Ziele im Amtsblatt der Bundesregierung veröffentlichen. Was soll das? Andere Länder lachen sich kaputt über unser Verhalten!
4. Alternativlos wie immer
genaumeinding 12.11.2015
Frau Merkel irrlichtert beim naechsten Thema. Erst Griechenland, dann Fluechtlinge und nun ausspaehen von Verbuendeten. Ihr ist nicht mehr zu helfen. Wann wird dem Waehler geholfen. Treten Sie endlich zurueck. Das ist alternativlos.
5.
ackergold 12.11.2015
Hat Hollande schon von den USA und England Aufklärung eingefordert? Das wäre der erste Schritt, denn der BND handelt im Auftrag von James Clapper und seinen Schergen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: