BND-Affäre Verdacht der Industriespionage gegen Airbus erhärtet sich

Die BND-Affäre weitet sich aus: Die NSA interessierte sich nach SPIEGEL-Informationen nicht nur für Diplomaten, Regierungen, sondern auch für Mitarbeiter der Wirtschaft. Betroffen ist der Airbus-Konzern, dessen Chef endlich eine Stellungnahme verlangt.

Mitarbeiter vor einem Airbus-Helikopter in Donauwörth: Datenströme abgesucht
AFP

Mitarbeiter vor einem Airbus-Helikopter in Donauwörth: Datenströme abgesucht


In der BND-Affäre erhärtet sich der Verdacht, dass der Airbus-Konzern ein langjähriges Ausspähziel der englischsprachigen Geheimdienste, der sogenannten Five Eyes, war. Bei der Suche nach neuen Observationszielen wurde ein deutscher Mitarbeiter des Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus als Treffer markiert. Sein Name wurde zusammen mit einer saudi-arabischen Telefonnummer aufgeführt. Das geht aus Unterlagen hervor, die dem SPIEGEL vorliegen. Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.

Bei dem Mann handelt es sich um einen Airbus-Angestellten, der für die Beantragung von Rüstungsexportgenehmigungen bei der Bundesregierung zuständig ist. Viele dieser Anträge werden im Bundessicherheitsrat behandelt, einem geheim tagenden Ausschuss des Bundeskabinetts, dem Bundeskanzlerin und Fachminister angehören.

Der Eintrag belegt, dass Datenströme nach dem Stichwort EADS, dem früheren Namen der Airbus-Gruppe, abgesucht wurden. Airbus-Chef Tom Enders soll irritiert und äußerst verärgert über das tagelange Schweigen der Regierung sein, bestätigte ein hochrangiger Airbus-Manager dem SPIEGEL. Enders verlange von der Regierung, endlich Stellung zum Vorwurf der Industriespionage zu beziehen.

Der SPIEGEL hatte vergangene Woche berichtet, dass der US-Geheimdienst NSA mit Wissen des BND jahrelang Konzerne wie den Airbus-Vorgänger EADS ausspionierte. Der Luft- und Raumfahrtkonzern kündigte am Donnerstag an, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen des Verdachts der Industriespionage erstatten zu wollen.

In seiner neuesten Ausgabe meldet der SPIEGEL, dass der deutsche Geheimdienst 12.000 Suchbegriffe löschte, mit denen die USA Diplomaten und Mitarbeiter von Regierungen ausforschten (Mehr dazu lesen Sie hier).

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insgesamt 185 Beiträge
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Seite 1
WwdW 01.05.2015
1. Ich hofe die Wirtschaft beisst
jetzt bei der autoritären Bundesregierung genauso auf Granit wie das die demokratischen Bürger bisher auch taten. Es tun sich Welten in unserer Demokratie auf. Hier wir die demokratischen Bürger dort, die Andreren! Schlimm.
uban1 01.05.2015
2. Terrorgefahr?
Die USA würden doch keine Freunde wegen des Geldes ausspionieren. Wahrscheinlicher ist dass dass Airbuss auch Terrorstaaten beliefert und von daher ist es legitim zu wissen was Airbuss alles geliefert hat. Ich finde, alle bespitzelten Unternehmen sollten offen wegen illegaler Aktivitäten, u.a. Terrorunterstützung, angezeigt werden. Jeder Bürger weiss, wer nichts zu verstecken hat kann auch nichts gegen Bespitzelung haben. Es sind meist Terroristen, Pädophile und Kriminelle die sich hinter dem Datenschutz verstecken. Wenn die NSA bespitzelt der wird schon etwas zu verstecken haben.
Supertramp 01.05.2015
3. Da gibt es bestimmt noch andere geschädigte Europäische Unternehmen
Da gab es doch auch mal den Fall dass Rheinmetall ausspioniert wurden und somit ein Nordamerikanischer Konzern Aufträge gewinnen konnte. Interessant wäre für die NSA bestimmt auch Kraus Maffai und andere Industrie Konzerne wie unsere Werften... Die Spitzel müssen weg von unseren Datenknoten in z.B. Hessen
ausserland 01.05.2015
4. Bei
Landesverrat einer Regierung MUSS der BP die komplette Regierung entlassen und Neuwahlen ansetzen! Desweiteren müssen jetzt mal endlich unsere hochdotierten Staatsanwälte aktiv werden und die dafür zuständigen Personen vor Gericht zu stellen!
stillerwald 01.05.2015
5.
Überwachung von Exportdestinationen.... wo liegt das Problem?
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