Mutmaßlicher Doppelspion: Verfassungsschutz wollte Agenten beim BND mit US-Hilfe enttarnen

Ein BND-Mitarbeiter soll für die Amerikaner spioniert haben. Als ihm Verfassungsschützer auf die Spur kamen, schalteten sie nach SPIEGEL-Informationen ausgerechnet US-Kollegen ein. Offenbar nicht ohne Folgen.

Verfassungsschutz in Köln (Archivbild): E-Mail mitgelesen, Amerikaner eingeschaltet Zur Großansicht
picture alliance / dpa

Verfassungsschutz in Köln (Archivbild): E-Mail mitgelesen, Amerikaner eingeschaltet

Hamburg - Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) hat nach SPIEGEL-Informationen ausgerechnet mithilfe von US-Behörden versucht, den vergangenen Mittwoch festgenommenen mutmaßlichen Spion zu enttarnen.

Der 31-jährige Mitarbeiter des Bundesnachrichtendienstes (BND) hatte sich vor mehreren Wochen per Google-Mail den Russen als Informant angedient. Das BfV las die Mail mit und schlug dem BND-Mann mit einer gefälschten russischen Adresse ein Treffen vor, das dieser jedoch ablehnte.

Im Bemühen, den Spion zu enttarnen, wandte sich der Verfassungsschutz daraufhin an die US-Behörden mit der Frage, ob die fragliche Google-Mail-Adresse dort bekannt sei. Eine Antwort blieb aus. Stattdessen meldete der BND-Mann kurz darauf seinen Mail-Account ab.

Nachdem deutsche Ermittler ihn vorigen Mittwoch gefasst hatten, gab er an, bereits seit zwei Jahren für die USA zu spionieren. Bei einer Durchsuchung in der Wohnung des Mannes stießen die Strafverfolger auf einen Computer, der im Stil von Geheimdiensten präpariert wurde.

Aus Ermittlerkreisen verlautete, auf dem Rechner befinde sich eine Wetter-App. Frage der Nutzer das Wetter in New York ab, öffne sich automatisch ein Kryptoprogramm. Das sei ein Indiz dafür, dass der Verdächtige tatsächlich einer geheimdienstlichen Agententätigkeit für einen anderen Staat nachgegangen sei.

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insgesamt 92 Beiträge
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1. super,
sitiwati 05.07.2014
hat man solche Freunde hat, braucht man keine Feinde mehr, und der neue Dienstjet der Bundeskanzlerin wurde in den USA ausgerüstet, fragt sich nur wie und mit was ?????
2. Wenn der Gärtner....
BRVOX 05.07.2014
so dämlich ist, den Bock zu fragen, wie man einen Garten herrichtet, kann man diesen einfach nur noch entlassen und seinen Garten lieber dem Wildwuchs überlassen. Da ist der Schaden wahrscheinlich kleiner.
3. na klar
fritze28 05.07.2014
irgendwas müssen sie ja dem Bürger erzählen. einem Geheimdienst der seines eigenes volk belügt und betrügt glaubt man doch nicht mehr. außer ihnen, die alles schlagzeilen bringen müssen.
4.
stonecold 05.07.2014
Zitat von sysoppicture alliance / dpaEin BND-Mitarbeiter soll für die Amerikaner spioniert haben. Als ihm Verfassungsschützer auf die Spur kamen, schalteten sie nach SPIEGEL-Informationen ausgerechnet US-Kollegen ein. Offenbar nicht ohne Folgen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bnd-verfassungsschutz-wollte-agenten-mit-us-hilfe-enttarnen-a-979416.html
"Im Bemühen, den Spion zu enttarnen, wandte sich der Verfassungsschutz daraufhin an die US-Behörden mit der Frage, ob die fragliche Google-Mail-Adresse dort bekannt sei. Eine Antwort blieb aus. Stattdessen meldete der BND-Mann kurz darauf seinen Mail-Account ab." Was dann die Vermutung nahelegt, dass der Mann von den US-Behörden gewarnt wurde...
5. Es gibt doch noch Meldungen
vebssub, 05.07.2014
Es gibt doch noch Meldungen die mich zum lachen bringen.
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