Zuwanderung Ramelow will bis zu 2000 Flüchtlinge nach Thüringen holen

Ministerpräsident Ramelow will nach SPIEGEL-Informationen mehr Flüchtlinge nach Thüringen holen. Nicht nur aus humanitären Gründen, sondern weil Arbeitgeber sich um fehlende Kräfte sorgten.

Ministerpräsident Bodo Ramelow
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Ministerpräsident Bodo Ramelow


Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sieht in seinem Bundesland noch Kapazitäten für die Aufnahme weiterer Flüchtlinge. "Wir können unseren Teil zu einer europäischen Kontingentlösung beitragen", sagt er. Derzeit stünden von zehn Erstaufnahmeunterkünften im Freistaat sieben leer.

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Ramelow kann sich auch gut vorstellen, dass Thüringen im Rahmen einer koordinierten Aktion mehrerer Bundesländer "1000 bis 2000 Flüchtlinge aufnimmt, die im griechischen Idomeni gestrandet sind und verzweifelt auf Hilfe hoffen".

Voraussetzung sei, dass die Bundesregierung in Visafragen und bei der Logistik helfe. Der flüchtlingsfreundliche Kurs des Ministerpräsidenten hat nicht nur humanitäre Gründe: "Ich wurde schon von Arbeitgebern angesprochen, die sich Sorgen machen, dass nun keine Flüchtlinge mehr zu uns kommen."

Gleichzeitig hat eine parteiinterne Analyse ergeben, dass der flüchtlingsfreundliche Kurs der Linken Stimmen bei den Landtagswahlen gekostet hat. Selbst einem Drittel der eigenen Wähler in Sachsen-Anhalt sei die Sicht der Linkspartei auf Flüchtlinge zu positiv, heißt es nach Informationen des SPIEGEL in dem Papier der Linken-Bundesgeschäftsstelle. Die Partei werde trotz der Verluste bei den Wahlen ihre "programmatisch grundlegenden Positionen nicht aufgeben oder ändern". (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Vizeparteichefin Sahra Wagenknecht
picture alliance / dpa

Vizeparteichefin Sahra Wagenknecht

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hatte zuletzt andere Töne angestimmt. Sie sprach von Kapazitätsgrenzen für Flüchtlinge und warnte vor Parallelwelten. Aus der Partei wurde sie dafür heftig kritisiert.

Wagenknecht will als Lehre aus den Wahlniederlagen die Ängste und Sorgen der kleinen Leute ernst nehmen: "Wann macht mal jemand was für uns? Das ist eine berechtigte Frage", so Wagenknecht. Die Linke müsse wieder "die Adresse für Protest" werden.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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