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Integration: Immer mehr Migrantenkinder brauchen Sprachförderung

Grundschulkinder: Migrantenkinder haben oft mangelnde Deutsch-Kenntnisse Zur Großansicht
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Grundschulkinder: Migrantenkinder haben oft mangelnde Deutsch-Kenntnisse

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sieht ein wachsendes Deutsch-Defizit bei Kindern mit Migrationshintergrund. Neue Untersuchungen belegen den Mangel. In manchen Ländern brauche fast jedes zweite Kind gezielte Sprachförderung, monierte sie in der "Bild"-Zeitung.

Berlin - Immer mehr Migrantenkinder brauchen nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung zusätzliche Sprachförderung, weil ihre Deutschkenntnisse für den Schulunterricht nicht ausreichen. Das belegten neue Zahlen von Bund und Ländern zu den Sprachkenntnissen von Schülern mit Migrationshintergrund, schreibt die Zeitung. Die Ursache liege darin, dass in vielen Zuwandererfamilien zu Hause kaum oder gar kein Deutsch gesprochen werde.

Maria Böhmer, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, sagte dem Blatt: "In einzelnen Ländern braucht fast jedes zweite Kind gezielte Sprachförderung. Das ist eine gewaltige Aufgabe. Sie muss überall oberste Priorität haben." Böhmer mahnte, gute Deutschkenntnisse seien die Voraussetzung für "eine gelingende Integration und die Möglichkeit zum sozialen Aufstieg". Wer kein Deutsch spreche, sei nur "Zaungast in unserem Land". Jedes Kind sollte mit Eintritt in die Schule so gut deutsch sprechen, dass es dem Unterricht folgen kann. "Umso wichtiger ist die Sprachförderung von Anfang an."

Die Zeitung nennt als Beispiel Hamburg, wo laut Statistikamt Nord 23 Prozent der Grundschüler zu Hause kaum deutsch sprechen. In Bayern sei für knapp 15 Prozent der Grundschüler die "Verkehrssprache" in der Familie nicht Deutsch, in Nordrhein-Westfalen treffe das auf 18 Prozent der Grundschüler zu.

ler/dpa/AFP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 173 Beiträge
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1. Unterschiede
malte.b 13.05.2013
Es ist diskriminierend, undifferenziert von `den´ Migranten-Kindern zu sprechen, die Sprachförderung benötigen. Spiegel-Leser wissen sehr wohl aus alltäglicher Anschauung, welche Kinder gemeint sind und warum deren Eltern meinen, ihnen zu Hause kein Deutsch beibringen zu müssen.
2. Verpflichtende Sprachkurse für ELTERN
hatem1 13.05.2013
Das ist die einzige Lösung dieser Misere: Die Eltern müssen endlich in die Pflicht genommen werden. Und diejenigen unter ihnen, die nicht genug Deutsch können, müssen zu Sprachkursen verpflichtet werden - im Interesse der Gesellschaft, vor allem aber im Interesse ihrer eigenen Kinder!
3.
ag999 13.05.2013
Zitat von sysopDPADie Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sieht ein wachsendes Deutsch-Defizit bei Kindern mit Migrationshintergrund. Neue Untersuchungen belegen den Mangel. In manchen Ländern brauche fast jedes zweite Kind gezielte Sprachförderung, monierte sie in der "Bild"-Zeitung. Böhmer warnt vor Deutsch-Defizit bei Migranten-Kindern - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/boehmer-warnt-vor-deutsch-defizit-bei-migranten-kindern-a-899400.html)
In jedem anderen Land werden vor(!) der Aufentaltsgenehmigung die Spachkenntnisse eingefordert und abgeprüft. Was und wo arbeiten denn die Eltern wenn die Kinder in der Familie schon kein Deutsch können ? Deutschland fördert sich noch in den Ruin.
4. wer z.B. in USA eingebürgert
wylly 13.05.2013
werden will muss gute Sprachkenntnisse nachweisen da gibt es kieinen Cent vom Staat Wie bekloppt sind wir eigentlich?
5. Überraschung
wrobel2 13.05.2013
Ich weiß nicht wem das überraschen soll ! Das Problem gab es schon zu meiner Schulzeit und die ist nun auch schon 15 Jahre her.
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