Terrorprozess Lebenslange Haft für versuchten Anschlag in Bonn

Im Prozess um den gescheiterten Bombenanschlag im Bonner Hauptbahnhof ist der Hauptangeklagte Marco G. zu lebenslänglich verurteilt worden. Die anderen Angeklagten erhielten ebenfalls hohe Haftstrafen.


Für den versuchten Bombenanschlag auf dem Hauptbahnhof von Bonn muss der Hauptangeklagte Marco G. lebenslang in Haft. Das hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht entschieden. Zusätzlich stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest: Eine Entlassung aus der Haft nach 15 Jahren ist dadurch ausgeschlossen.

Bonn und Leverkusen sollten laut der Anklage Tatorte islamistischen Terrors werden: Am 10. Dezember 2012 war ein Sprengsatz an Gleis 1 des Bonner Hauptbahnhofs entdeckt worden. Im März 2013 soll außerdem ein nächtliches Mordkommando auf dem Weg zu einem rechtsradikalen Politiker in Leverkusen gewesen sein.

Angeklagt waren außer Marco G. auch Enea B., 46, Koray D., 28, und Tayfun S., 27. Sie sollen verabredet haben, den Chef der rechtsextremen Splitterpartei Pro NRW zu erschießen. Für das Mordkomplott erhielten die drei Mitangeklagten ebenfalls hohe Haftstrafen: Sie müssen zwischen neuneinhalb und zwölf Jahre ins Gefängnis. Die Bonner Bombe soll dagegen allein auf das Konto des Hauptangeklagten Marco G. gehen.

Der Prozess war einer der ersten in Deutschland, in dem über die Schuld islamistisch motivierter Gewalttäter verhandelt wurde. Er dauerte ungewöhnlich lange: Das Gericht hat in dem Prozess an 155 Tagen verhandelt, 27 Sachverständige und 157 Zeugen wurden gehört.

Nachdem beim Hauptangeklagten Marco G. Rasierklingen und eine Stichwaffe in der Zelle gefunden worden waren, waren die Sicherheitsvorkehrungen noch einmal erheblich verschärft worden.

cht/als/dpa

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