Bonner Afghanistan-Konferenz Kriegsgegner besetzen Entwicklungshilfe-Büro

In Bonn soll über die Zukunft Afghanistans diskutiert werden, vorher haben Gegner des Militäreinsatzes eine spektakuläre Aktion gestartet: Sie demonstrierten in den Räumen der GIZ in Bonn. Schon am Freitag traf der afghanische Präsident Karsai in der früheren Hauptstadt ein.

Präsident Karsai (l.), Minister Westerwelle: Empfang in Bonn
AFP

Präsident Karsai (l.), Minister Westerwelle: Empfang in Bonn


Bonn - Wenige Tage vor der Afghanistan-Konferenz haben Kriegsgegner am Freitag zwei Stunden lang Büros der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn besetzt. Im vierten Stock hängten die Besetzer Transparente mit Parolen aus dem Fenster. Sie kritisierten, dass die deutsche Entwicklungspolitik mit der Bundeswehr kooperiere.

Nach mehrfachen vergeblichen Aufforderungen, das Haus im ehemaligen Regierungsviertel zu verlassen, wurden die Demonstranten schließlich von der Polizei aus dem Gebäude geleitet. Gegen 18 Personen wurden nach Polizeiangaben Strafverfahren eingeleitet.

Die GIZ arbeitet im Auftrag der Bundesregierung seit vielen Jahren in Afghanistan. Sie verteidigte die Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. In dem Land mit einer Analphabetenquote von 70 Prozent sei Kindern der Schulbesuch ermöglicht und seien Lehrer qualifiziert worden. Bei dem Kooperationsabkommen zwischen dem Bundesverteidigungsministerium und der GIZ gehe es unter anderem um logistische und medizinische Unterstützung.

Bereits am Freitag traf der afghanische Präsident Hamid Karsai in Deutschland ein. Karsai wurde bei seiner Ankunft am Flughafen Köln-Bonn von Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) empfangen. "Die entscheidende Botschaft wird sein, dass die internationale Gemeinschaft Afghanistan auch langfristig unterstützt. Sie können sich auf uns verlassen", sagte Westerwelle zu der am Montag in Bonn beginnenden Konferenz.

Themen der Außenminister-Tagung sind das internationale Engagement nach dem für 2014 geplanten Abzug der Kampftruppen aus Afghanistan und die Stabilisierung der Region. Schon am Wochenende sind bilaterale Gespräche geplant. Pakistan, das als Rückzugsort für die aufständischen Taliban aus Afghanistan gilt, hatte seine Teilnahme aus Protest gegen einen Nato-Angriff auf mehrere Grenzposten überraschend abgesagt. Kritiker befürchten ein Scheitern der Konferenz.

jok/dpa/Reuters/AFP



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insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
tmpsec 03.12.2011
1. Die Kriegsgegner ...
Zitat von sysopIn Bonn soll über die Zukunft Afghanistans diskutiert werden, vorher haben Gegner des Militäreinsatzes eine spektakuläre Aktion gestartet: Sie demonstrierten in*den Räumen der GIZ in Bonn. Schon am Freitag traf der afghanische Präsident Karsai in der früheren Hauptstadt ein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801418,00.html
... können ja mal versuchen, Entwicklungsarbeit zu in Gegenden zu betreiben, welche zuvor nicht durch ISAF und ANSF übernommen wurden. Aber es ist ja so schön einfach, gegen etwas zu sein. (Orts-) Kenntisse sind ja eher hinderlich.
doctorwho 03.12.2011
2. .
Zitat von sysopIn Bonn soll über die Zukunft Afghanistans diskutiert werden, vorher haben Gegner des Militäreinsatzes eine spektakuläre Aktion gestartet: Sie demonstrierten in*den Räumen der GIZ in Bonn. Schon am Freitag traf der afghanische Präsident Karsai in der früheren Hauptstadt ein. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,801418,00.html
dass die realität sehr nahe an den aussagen der kriegsgegner liegt zeigt der äusserst poetische rahmen , in dem dieser artikel erscheint . in der spalte links kann man sich nach der lektüre gleich mit den neuesten drohnentypen vertraut machen : MQ-9 Reaper RQ-7 Shadow 200 RQ-4 Global Hawk / Euro Hawk danke für den feinen humor ....... :-D
law1964 03.12.2011
3. Gewalt durch Kriegsgegner sehr logisch
Sehr logisch wenn Kriegsgegner eine Form der Gewalt (Besetzung ist eine Form der Gewalt) für ihre Ziele udn ihre Gesinnung einsetzen. Warum reicht nicht eine friedliche Demonstration auf dem Marktplatz im Rahmen des Grundgesetzes? Warum müssen Gesetze gebrochen werden (Hausfriedensbruch u.a.?
king_pakal 03.12.2011
4. --
Zitat von law1964Sehr logisch wenn Kriegsgegner eine Form der Gewalt (Besetzung ist eine Form der Gewalt) für ihre Ziele udn ihre Gesinnung einsetzen. Warum reicht nicht eine friedliche Demonstration auf dem Marktplatz im Rahmen des Grundgesetzes? Warum müssen Gesetze gebrochen werden (Hausfriedensbruch u.a.?
Wenn die Ermahner ständig selbst das GG brechen, dann ist es verständlich, dass sich immer weniger Menschen daran halten. Übrigens, das schreiben von reisserischen Kommentaren ist auch eine Form der Gewalt. Sollte man Sie jetzt einsperren?
law1964 03.12.2011
5. Welcher Artikel wurde geborchen?
Zitat von king_pakalWenn die Ermahner ständig selbst das GG brechen, dann ist es verständlich, dass sich immer weniger Menschen daran halten. Übrigens, das schreiben von reisserischen Kommentaren ist auch eine Form der Gewalt. Sollte man Sie jetzt einsperren?
Welcher Artikel des GG wurde denn gebrochen? Wir die deutsche Polizei und die Bundeswehrsind auf Anfrage bzw auf einladung der afghanischen Regierung dort im Einsatz. Die deutsch-afghanische Freundschaft geht bis zur Kaiserzeit zurück, Freunde helfen sich, oder? Und was den reisserischen Kommentar angeht verstößt dieser gegen kein Gesetz, vielleicht nur vielleicht gegen die Political Correctness
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