Brandenburg Hakenkreuz aus Lärchen

Im Brandenburger Wald sorgt ein Relikt aus der Nazizeit für Aufregung. Doch die zuständige Bundesbehörde kann nach eigenen Angaben nichts gegen das Ärgernis unternehmen.


Aus der Luft zu sehen: Hakenkreuz aus Lärchen
REUTERS

Aus der Luft zu sehen: Hakenkreuz aus Lärchen

Zernikow - 1938 hat ein Förster in das Waldstück zwischen Kiefern ein paar Lärchen gepflanzt. Allerdings wird erst im Herbst die Hinterlassenschaft des Hitler-begeisterten Mannes sichtbar. Während die Kiefernadeln grün bleiben, verfärben sich die Nadeln der Lärchen braungelb und bilden von oben gesehen ein 60 mal 60 Meter großes Hakenkreuz.

Das Problem, das für Flugpassagiere, die von Norden her nach Berlin fliegen, deutlich zu erkennen ist, ist den Behörden schon länger bekannt. Bereits 1995 habe das Forstamt einige Bäume schlagen lassen, um das Nazi-Relikt zu verwischen, sagte der Sprecher des Brandenburger Landwirtschaftsministeriums, Jens-Uwe Schade. Die Aktion sei aber erfolglos gewesen. "Die Förster schlagen jetzt einen so genannten Kulissenhieb vor. Das läuft wohl auf Kahlschlag hinaus."

Zuständig sei die bundeseigene Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft, eine Nachfolgeorganisation der Treuhand, erklärte Schade. Sie soll das Waldstück privatisieren. Laut deren Sprecherin Constanze Fiedler können aber so lange keine Bäume geschlagen werden, bis die Vorbereitungen zum Verkauf - zum Beispiel die Preisermittlung - abgeschlossen sind. Wann das sei, könne sie nicht sagen.



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