Landtagswahl in Brandenburg CDU-Landeschef offen für Koalition mit Linken

Brandenburgs CDU-Chef Senftleben will ab 2019 regieren - und nach der Wahl im Herbst mit allen Parteien sprechen. Die Linke nimmt er ebenso wenig aus wie die AfD. Mit einem Unterschied.

Ingo Senftleben (CDU)
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Ingo Senftleben (CDU)


Zehn Jahre lang saß die CDU in Brandenburg in der Opposition. Nach der Landtagswahl 2019 soll sich das ändern - so das Ziel des Vorsitzenden der Christdemokraten in dem Bundesland Ingo Senftleben. Er schließt dabei auch eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei nicht aus. "Wir werden nach der Landtagswahl mit jeder ins Parlament gewählten Partei Gespräche führen", sagte Senftleben.

In Brandenburg regieren SPD und Linke seit 2009 zusammen. Zuvor hatten SPD und CDU miteinander koaliert. "Gespräche über eine Regierungsbildung gibt es nur auf Grundlage des Wahlergebnisses und wenn ich das Gefühl habe, man kann mit dem Partner eine stabile und handlungsfähige Regierung bilden", sagt Senftleben.

Einfach wäre eine Koalition mit der Linken aus Sicht des CDU-Politikers jedoch nicht. "Es ist klar, dass mit der Linken insbesondere auf dem Feld der inneren Sicherheit extrem große Unterschiede bestehen", sagte Senftleben. Das Land brauche aber einen Politikwechsel. Die SPD sei nach 29 Jahren an der Regierung ausgelaugt und habe keine neuen Ideen mehr.

Keine Gemeinsamkeiten mit der AfD

Der CDU-Landeschef hatte in der Vergangenheit auch eine Koalition mit der AfD nicht ausgeschlossen. Mit der AfD, erklärte Senftleben, gebe es allerdings unter der Führung von Landeschef Andreas Kalbitz keine Gemeinsamkeiten.

In Sachsen, Thüringen und Brandenburg wird 2019 gewählt. In allen drei Bundesländern kommt die AfD Umfragen zufolge auf über 20 Prozent - und droht der CDU Wählerstimmen abzujagen. In Brandenburg liegt die AfD demnach gleichauf mit der regierenden SPD: In der letzten Umfrage von Infratest dimap kam die AfD in Brandenburg auf 23 Prozent der Stimmen. Damit lag sie vor CDU, Linken, Grünen und FDP.

mfh/dpa



insgesamt 49 Beiträge
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HorstOttokar 27.12.2018
1. "Systemparteien"
Insbesondere die Wahlen in Thüringen und Sachsen könnten in der Tat heiter werden. Linksregierungen haben wohl keine Chance. Und manchen Umfragen zufolge wird man in beiden Ländern eine Regierung unter CDU-Führung OHNE Linkspartei und OHNE AfD auch nur dann zustande kriegen, wenn CDU, SPD, FDP UND Grüne miteinander koalieren. Und damit hätte man das AfD-Gejaule von den pösen westdeutschen Systemparteien natürlich bestätigt. Ich hab keine Ahnung, wie man da noch rauskommen soll, außer man verschenkt Sachsen an Orban. 2019 wird echt lustig :-(
Wolfgang Heubach 27.12.2018
2. Senftleben passt zu Kramp-Karrenbauer
Offen für alles, inhaltlich für nichts stehen - nur die eigene Macht im Auge. Zwei Polit-Looser. Ihr Platz ist auf der jeweiligen Oppositions-Bank. Dort gehören sie hin. Senftleben ist schon dort, für Kramp-Karrenbauer ist der Platz schon vorgewärmt.
zeisig 27.12.2018
3. Warum nicht?
Ich dachte, das mit der Roten- Socken-Kampagne sei damals vor zwanzig Jahren gewesen, unter der Regie von Peter Hintze, CDU. Man muß sie ja nicht mögen, aber zusammen mit ihnen regieren können - wenn es sonst keine Mehrheit gibt - das sollte man schon.
jogola 27.12.2018
4. "Brandenburgs CDU-Chef Senftleben will ab 2019 regieren"
Endlich mal ein klares und für jeden verständliches Programm.
lupo44 27.12.2018
5. eine Wahl ist eine Wahl,und das Ergebnis ist zu akzeptieren.......
es stimmt schon das fast alle Bundesländer über Jahrzehnte immer nur von den Parteien SPD/CDU und den GRÜNEN regiert wurden und werden.Damit sind oft nicht die Themen der Bevölkerung zur berücksichtigt worden und es war ein weiter so. Neue Koalisationen braucht das Land um diese teilweise Lähmung in der Politik zu unterbinden.Das ist auch von Seiten einer Demokrtie dringend erforderlich.Und eine Verunglimpfung gegenüber einer demokratisch gewählten Partei sollte dringenst unterlassen werden.
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