Nach Gewalttaten Brandenburg stoppt Zuzug von Flüchtlingen nach Cottbus

Flüchtlinge werden vor ihrer Unterkunft angegriffen, junge Syrer verletzen einen deutschen Jugendlichen: Cottbus geriet zuletzt mehrmals in die Schlagzeilen. Nun reagiert das Land Brandenburg.

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter
DPA

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter


Vorerst sollen keine weiteren Flüchtlinge aus der Zentralen Aufnahmestelle in Brandenburg mehr nach Cottbus geschickt werden. Das hat das Innenministerium des Landes nach einem Besuch des zuständigen Ministers Karl-Heinz Schröter in der Stadt mitgeteilt. Damit regieren die Verantwortlichen auf mehrere gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Syrern und Deutschen.

Zuletzt hatten zwei 15 und 16 Jahre alte Syrer nach einem Streit unter Jugendlichen einen 16-jährigen Deutschen mit einem Messer im Gesicht verletzt. Die beiden unbegleiteten Flüchtlinge sitzen inzwischen in Untersuchungshaft. Zuvor hatten bereits weitere Vorfälle für Aufsehen gesorgt, darunter ein Angriff von drei jungen syrischen Flüchtlingen auf ein Ehepaar sowie eine Attacke auf Bewohner einer Flüchtlingsunterkunft, bei der mehrere Afghanen verletzt wurden.

"Die Lage ist schwierig"

Der nun beschlossene Zuweisungsstopp solle zur Entspannung beitragen, sagte ein Ministeriumssprecher. "Sonst wird das Klima noch schlechter." Innenminister Schröter (SPD) hatte sich in Cottbus mit Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher (SPD) sowie Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) und Polizeivertretern getroffen. "Die Lage ist schwierig", sagte sein Sprecher im Anschluss. "Cottbus braucht die Entlastung."

Bei dem Krisentreffen vereinbarten Politiker und Polizei demnach noch weitere Maßnahmen: So sollen zum Beispiel Bereitschaftspolizisten entsendet werden, um fünf zusätzliche Polizeistreifen einzusetzen. Außerdem ist der Einsatz von Zivilbeamten in der Innenstadt geplant und ein zentraler Stadtplatz soll dauerhaft videoüberwacht werden. Ferner sei eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Polizei verabredet worden, um mögliche Konflikte frühzeitig anzugehen. Die Stadt will zudem mit dem Ordnungsamt mehr Präsenz zeigen. Ob auch neue Projekte zur Integration oder gegen Rassismus geplant seien, war zunächst nicht bekannt.

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brk/dpa/AFP



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