Saskia Ludwig Brandenburgs CDU-Fraktion fordert Rücktritt der Chefin

Der Vorstand der CDU-Fraktion von Brandenburg drängt seine Vorsitzende Saskia Ludwig zum Rücktritt. Die 44-Jährige hatte in einer rechtspopulistischen Zeitschrift die rot-rote Landesregierung und Teile der Medien des Landes attackiert.

Saskia Ludwig: Kritik aus der eigenen Fraktion
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Saskia Ludwig: Kritik aus der eigenen Fraktion


Potsdam - Die fünf Mitglieder der Vorstandes der Brandenburger CDU-Fraktion sind sich einig: Sie sprachen der Fraktionsvorsitzenden Saskia Ludwig am Montag das Misstrauen aus und forderten sie zum Rücktritt auf. Das teilte der parlamentarische Geschäftsführer Ingo Senftleben mit.

Nachfolger der 44-Jährigen soll nach Angaben der "Bild"-Zeitung der bisherige Vize-Fraktionsvorsitzende und CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski werden.

Zuletzt stand die Partei- und Fraktionschefin wegen eines Artikels im äußerst rechts orientierten Blatt "Junge Freiheit" in der Kritik. Dort hatte sie die rot-rote Landesregierung und Teile der Medien scharf angegriffen. Etliche Parlamentarier sollen auch mit ihrer Arbeit in Fraktion und Parlament unzufrieden sein.

Ludwig verteidigte im Hauptausschuss des Landtags ihren Beitrag in der Zeitschrift. Sie ging zwar nicht auf Inhalte ein, verwies jedoch auf die im Grundgesetz verankerte Presse- und Meinungsfreiheit, die auch in Brandenburg gelte.

Ludwig hatte in dem Artikel Ende August heftige Vorwürfe gegen brandenburgische Medien erhoben. Sie sprach von einer aus der SPD-Staatskanzlei gelenkten und manipulativen Berichterstattung. Die SPD hatte daraufhin beantragt, Ludwig solle im Hauptausschuss ihre Vorwürfe konkretisieren. Ludwig griff stattdessen die Sozialdemokraten an: "Der Versuch der SPD, auch noch in Anwesenheit des Ministerpräsidenten die Meinungsfreiheit einzuschränken, ist im wiedervereinten Deutschland ein einmaliger Vorgang."

Saskia Ludwig kehrte gerade erst aus dem Mutterschutz nach der Geburt des zweiten Kindes zurück.

als/dpa/dapd



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